Toto Wolff (Mercedes): «Wir hatten keine Reifen mehr»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Toto Wolff

Toto Wolff

​Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist zufrieden: 7. Sieg im 12. WM-Lauf 2017, Lewis Hamilton näher an WM-Leader Sebastian Vettel dran, Führung der Markenwertung gegen Ferrari auf 392:348 ausgebaut.

Viele Fans wunderten sich während der Safety-Car-Phase im Belgien-GP: Wieso wurden die Silberpfeilschützen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas mit dem weichen Reifen (gelb markiert) auf die Bahn geschickt, wo doch Sebastian Vettel ultraweiche Walzen erhielt (violett gekennzeichnet), die gemäss Pirelli pro Runde 1,4 Sekunden schneller sind?

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Grand Prix: «Die Antwort darauf ist ganz einfach – wir hatten keinen frischen Satz der ultraweichen Reifen mehr. Weil wir im Qualifying eine andere Strategie verfolgt hatten als Ferrari. Wir glaubten auch, dass der weiche Reifen aufgrund seiner Haltbarkeit für die letzten fünfzehn Runden oder so die bessere Option sein. Der ultraweiche Pirelli bietet zwar in den ersten zwei Runden überlegene Haftkraft, was eine Attacke von Vettel begünstigte, aber dann sollten wir in Sicherheit sein.»

«Aber ich muss auch zugeben, dass es bei uns sehr intensive Diskussionen gegeben hatte, ob die Reifenwahl generell richtig ist. Oder ob wir nicht besser die Strategie teilen sollten – also unserer Fahrer mit verschiedenen Reifen auf die Bahn schicken.»

Lewis machte aus seinem Unmut kein Geheimnis, was den Einsatz ds Safety-Car wegen Trümmerteilen und den mangelnden Speed des Führungswagens angeht. Wolff erlaubt sich einen Scherz: «Ich glaube, die Force-India-Fahrer stehen auf der Lohnliste der Formel 1, um für etwas Action zu sorgen! Nein, ernsthaft – ich glaube, Lewis konnte aus seiner Perspektive vielleicht nicht sehen, wie viel Trümmer aus Gummi und Karbon da herumlagen, und es war gewiss der sichere Weg, das Safety-Car auf die Bahn zu schicken. Gerade auf einer so schnellen Strecke wie Spa-Francorchamps willst du dir kein Trümmerteil einhandeln. Aber ich verstehe die Frustration, wenn wegen einer solchen Phase ein Vorsprung flöten geht. Wir sahen an seinem rechten Hinterreifen einen hässlichen Streifen, und es war nicht ganz klar, ob das Gummi war, den er sich aufgelesen hatte oder ob hier eine Blase entstand, insofern war es vielleicht ganz gut, frische Reifen zu erhalten. Und das wird er mit etwas Abstand auch so sehen.»

Ferrari war stärker in Belgien als viele erwartet hatten. Toto Wolff findet: «Für mich ist das immer so klar, welche Piste zu welchem Wagen passt. Es ist oft ganz anders gekommen als wir erwartet hatten. Was für mich feststeht – wir tun uns auf engen Bahnen wie Monaco und Ungarn schwer. Wie sich das in Singpur auswirken wird, das muss sich zeigen. Ich habe für Belgien immer mit einem ganz starken Ferrari gerechnet. Und die werden auch bei den kommenden Rennen ein ganz starker Rivale bleiben.»

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Mathias Brunner
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