Alarm bei Pirelli: Wie gefährlich wird Belgien-GP?

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Bei Zeitlupenaufnahmen im Training zum Grand Prix von Belgien sind ungewöhnliche Walkbewegungen der Pirelli-Hinterreifen zu beobachten gewesen. Alarmstufe Rot bei Pirelli – was genau ist da los?

Stehen wir vor einem Grossen Preis von Belgien, der zum Reifendebakel wird? Viele Fans haben sich vor ihren TV-Schirmen gewundert, welch ungewöhnliche Walkbewegungen an den Hinterreifen der Formel-1-Autos zu sehen waren, wenn die Autos aus der Busstop-Schikane des Circuit de Spa-Francorchamps auf die Start/Ziel-Geraden beschleunigten. Die Art und Weise, wie die fetten Pirelli-Hinterreifen Wellen werfen, führen zu Vibrationen, «die das halbe Auto zusammenschütteln», wie Sky-GP-Experte Martin Brundle feststellt.

Natürlich lag die Frage auf der Hand, ob wir hier ein echtes Sicherheitsproblem haben. Der Effekt war auch am Ausgang der La-Source-Haarnadel zu beobachten.

Die Teams machen sich Sorgen. Bei Williams wird vermutet, dass ein Riss in der Heckflügel-Endplatte aufgrund der ungewöhnlichen Schwingungen durch die Reifen entstanden ist.

Und waren es nicht ähnlich ungewöhnliche Bewegungen der Reifen, die im vergangenen Jahr in Österreich zu Schäden an den Rennern von Nico Rosberg und Daniil Kvyat führten? Red Bull Racing liess am Sonntagmorgen die Aufhängungen der Autos von Max Verstappen und Daniel Ricciardo untersuchen, nur um ganz sicher zu gehen.

Pirelli nimmt das Thema Sicherheit überaus ernst: Parallel liefen sowohl an der Rennstrecke hier in Belgien als auch im Werk von Mailand Untersuchungen. Dazu wurden auch Reifen aufgeschnitten und auf mögliche Schäden durchleuchtet. «Wir erkennen kein Anzeichen dafür, dass die Reifen gefährdet sind», stellte Formel-1-Projektleiter Mario Isola fest.

Marc Surer, der Schweizer TV-Experte der deutschen Sky, sagt dazu: «Es fällt auf, dass dieses Phänomen nur an zwei Stellen auftaucht. Besonders stark nach der letzten Kurve vor Start und Ziel und auch am Ausgang der La Source. Auslöser ist dabei immer ein Randstein. Der Fahrer setzt den Reifen auf den Kerb, dabei entsteht eine Schwingung, die der Pirelli eine Weile lang mitnimmt. Dann zeigen die Bilder, wie sich diese Wellenbewegung beruhigt. Das war ein Problem, das es schon zu meiner Zeit als Formel-1-Fahrer gab, je nach Konstruktion des Reifens – eine Vibration, die unter Traktion aus den Kurven heraus entsteht. Der Reifen verwindet sich. Das tut er zwar immer, aber durch die zusätzliche Schwingung aus dem Überfahren des Randsteins kommt es zu diesem auffälligen Wellenwurf. Der ganze Wagen beginnt zu schütteln, die Stossdämpfer können das nicht mehr korrigieren.»

Macht sich Marc Surer Sorgen? «Nein. Klar ist das eine zusätzliche Belastung für den Reifen, aber das Ganze passiert bei niedriger Geschwindigkeit.»

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