F1-Kräfteverhältnis: Wann schliesst sich die Lücke?

Von Otto Zuber
Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff und Ferrari-Teamchef Mattia Binotto

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff und Ferrari-Teamchef Mattia Binotto

Während Ferrari-Teamchef Mattia Binotto überzeugt ist, dass es noch eine Weile dauern wird, bis das Kräfteverhältnis im F1-Feld ausgeglichener ausfällt, rechnet Toto Wolff schon in diesem Jahr mit mehr Konkurrenz.

Eine der grossen Fragen der Formel-1-Saison 2020 lautet: Hält die Mercedes-Dominanz auch im siebten Jahr der Hybrid-Ära an und wird es Lewis Hamilton schaffen, bei den WM-Titeln mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleichzuziehen? Für Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff steht auf jeden Fall fest: Seine Mannschaft wird in diesem Jahr deutlich härterer kämpfen müssen als in den Vorjahren.

Der Wiener ist sich sicher: «Wenn die Regeln stabil bleiben, dann gleicht sich auch die Performance im Feld an – zumindest ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass dies passiert, als wenn man auf gut Glück die Regeln ändert und schaut, was dann passiert. Derzeit sind drei Teams in der Lage, Rennen zu gewinnen und wahrscheinlich auch unter den richtigen Umständen den Titel zu holen.»

Hinzu kommt, dass McLaren im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte machen konnte. «Sie hatten wohl den stärksten Performance-Zuwachs unter den GP-Rennställen. Ich denke, sie werden mindestens nahe an den Spitzenreitern dran sein», mahnt der Motorsportdirektor der Silberpfeile, und betont: «Ich glaube nicht, dass wir eine weitere Saison mit zehn oder zwölf Siegen des gleichen Teams erleben werden. Aber wir werden natürlich alles geben, um unsere Schwächen auszumerzen und weiterhin eine gute Performance zu erzielen.»

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto glaubt hingegen, dass sich die Formel-1-Fans noch eine Weile gedulden müssen, bis sich der Performance-Unterschied zwischen den Top-Teams und den Mittelfeld-Teilnehmern verringern wird. Der Italiener erklärte gegenüber den Kollegen der Gazzetta dello Sport: «Die neuen Regeln bringen ab 2021 eine gewisse Stabilität für die nächsten fünf Jahren, aber im nächsten Jahr denke ich, dass die Teams mit dem grösseren Budget einen Wettbewerbsvorteil haben werden. Und auch 2021 wird sich ein ähnliches Bild präsentieren, wie wir es von heute schon kennen.»

Trotzdem ist Binotto zuversichtlich: «Die neuen Regeln schränken die Entwicklungsfreiheiten ein, deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass wir alle früh genug ans Performance-Limit herankommen können. In drei Jahren wird sich der Unterschied zwischen dem Schnellsten und dem Langsamsten verringert haben. Kurz gesagt: Das Ziel von Liberty Media, das Kräfteverhältnis ausgeglichener zu gestalten, kann erreicht werden, aber es wird nicht über Nacht passieren.»

Formel-1-WM 2019, Fahrer

1. Lewis Hamilton, Mercedes, 413 Punkte. 2. Valtteri Bottas, Mercedes, 326. 3. Max Verstappen, Red Bull Racing 278. 4. Charles Leclerc, Ferrari, 264. 5. Sebastian Vettel, Ferrari 240. 6. Carlos Sainz, McLaren, 96. 7. Pierre Gasly, Toro Rosso, 95. 8. Alex Albon, Red Bull Racing, 92. 9. Daniel Ricciardo, Renault, 54. 10. Sergio Pérez, Racing Point, 52. 11. Lando Norris, McLaren, 49. 12. Kimi Räikkönen, Alfa Romeo, 43. 13. Daniil Kvyat, Toro Rosso, 37. 14. Nico Hülkenberg, Renault, 37. 15. Lance Stroll, Racing Point, 21. 16. Kevin Magnussen, Haas, 20. 17. Antonio Giovinazzi, Alfa Romeo, 14. 18. Romain Grosjean, Haas, 8. 19. Robert Kubica, Williams, 1. 20. George Russell, Williams, 0.

Formel-1-WM 2019, Teams

1. Mercedes, 739 Punkte. 2. Ferrari, 504. 3. Red Bull Racing, 417. 4. McLaren, 145. 5. Renault, 91. 6. Toro Rosso, 85. 7. Racing Point, 73. 8. Alfa Romeo, 57. 9. Haas, 28. 10. Williams, 1.

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