Wie Valentino Rossi Michael Schumacher verblüffte

Von Mathias Brunner
Formel 1
Zum 51. Geburtstag von Michael Schumacher lassen wir noch einmal Luigi Mazzola zu Wort kommen, der von 1995 bis 2006 bei Ferrari als Chef des Test-Teams auch Valentino Rossis F1-Fahrten aus nächster Nähe miterlebt hat.

Der Italiener Luigi Mazzola (57) hat von 1995 bis 2006 bei Ferrari gearbeitet. Als Chef des Test-Teams konnte er hautnah beobachten, mit welchem Feuereifer der grosse Michael Schumacher in Maranello arbeitete. Endlose Testfahrten in Fiorano und Mugello waren Grundsteine für die Serie von fünf WM-Titeln hintereinander, von den Jahren 2000 bis 2004.

Mazzola, der heute eine eigene Beraterfirma leitet, beobachtet noch heute das Formel-1-Geschehen genau. Dabei stört ihn ein Detail, wie er dem Mailänder Giorno verriet: «Ich glaube, viele Menschen vergessen – ohne die Arbeit von Michael Schumacher in den Jahren 2010 bis 2012 bei Mercedes-Benz wäre dieser Rennstall heute nie so weit gekommen.»

«Was Michael bei seiner Arbeit ausgezeichnet hat? Er war immer verfügbar und hatte sehr hohe Ansprüche. Aber in kraftvollerer Erinnerung habe ich die menschlichen Aspekte. Über den Piloten müssen wir uns doch nicht mehr unterhalten, er war der Grösste und basta. Leute, die sagen, er sei eher kühl gewesen, die irren sich. Michael hat einfach das private Image vom professionellen getrennt. Vielleicht wirkte er den Journalisten gegenüber manchmal verschlossen. Aber wer mit und für ihn gearbeitet hat, dem hat er sich geöffnet, ohne Einschränkung.»

Mazzola erinnert sich auch gut an die Testfahrten von MotoGP-Star Valentino Rossi bei Ferrari. Zwischen 2004 und 2010 testete der neunfache Weltmeister mehrfach für den berühmtesten Rennstall der Welt. Seine Rundenzeiten liessen aufhorchen – auch Michael Schumacher.

Luigi Mazzola erzählte auf seiner Facebook-Seite: «Ich weiss nicht mehr genau, wie oft wir mit Rossi gearbeitet haben, gewiss mindestens sieben Mal. Beim ersten Test hat er ungefähr ein Dutzend Dreher gezeigt. Aber mit der Zeit fuhr er wirklich erstaunliche Rundenzeiten. Ich erinnere mich gut daran, wie ich mir mit Michael Schumacher in der Box die Daten anschaute. Schumi hatte einen verblüfften Gesichtsausdruck, fast schon ungläubig.»

Die Traumkombination von Ferrari und Valentino Rossi ist leider nie an den GP-Start gegangen. «The Doctor» erklärte damals: «Die letzten zwei Sekunden bis auf das Niveau der Gegner zu finden, das ist das Schwierigste.» 2013 gab Rossi dann zu: «Bedauerlicherweise ist mein Formel-1-Traum beendet.» Er wollte lieber auf zwei Rädern bleiben.

Der Rekord des im März 2017 verstorbenen John Surtees hat damit Bestand: Der Brite ist bis heute der einzige Rennfahrer, der es auf zwei und auf vier Rädern zu Motorrad- und Formel-1-WM-Titeln gebracht hat.

Surtees war 1956 erstmals 500-ccm-Weltmeister, ehe er von 1958 bis 1960 eine beeindruckende Serie schaffte: In diesen drei Jahren holte er jeweils den 350-ccm- und auch den 500-ccm-Titel! 1960 gab der MV-Agusta-Star ausserdem sein Debüt in der Formel 1, 1964 wurde er in der automobilen Königsklasse ebenfalls Weltmeister. Mit Ferrari.

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