Zum McLaren MCL35: 35 McLaren-Geheimnisse

Von Mathias Brunner
Formel 1
​2020 tritt der Traditionsrennstall McLaren mit dem Modell MCL35 an. Grund genug für uns, Ihnen einige Geheimnisse über jenes Team zu verraten, das einst vom Neuseeländer Bruce McLaren gegründet worden ist.

Der dienstälteste McLaren-Angestellte heisst Ray «Tex» Rowe, der seit 1963 bei McLaren arbeitet. Tex arbeitet drei Tage die Woche in der Getriebe-Abteilung. 2019 war er einer der Wenigen im Werk, die wussten, wie man Bruce McLarens Austin 7 in Gang setzt – der Wagen ist im Rennwagenwerk ausgestellt. Sechs weitere Angestellte waren schon in den 70er Jahren an der Arbeit, 30 weitere in den 80ern.

Bevor das McLaren-Technikzentrum entstand, mussten Mittel und Weg gefunden werden, um die dort ansässigen Kreuzottern umzusiedeln.

Jeder Besucher des McLaren-Werks fragt, wie tief der See sei, an welchem die Rennwagenschmiede steht. Antwort: drei Meter.

Als die Formel-1-Renner von McLaren jahrelang chromfarben antraten, waren pro Jahr 1000 Liter Farbe notwendig.

Das McLaren-Werk besteht aus 5000 Tonnen Stahl und 43000 Quadratmeter Glas. Das Gelände ist gross genug, dass dort locker neun Jumbo-Jets stehen könnten.

Zwischen Mai und September wird das Gras zwei Mal die Woche gemäht – für einen Durchgang müsste unsereins den Rasenmäher 32 Kilometer lang schieben!

Zum 2016er der Formel-1-Saison hat sich McLaren-Teampartner Hilton etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mitglieder des Hilton Honors-Programms konnten eine Übernachtung im Formel-1-Werk von McLaren in Woking gewinnen!

Der dienstälteste McLaren-Fahrer ist David Coulthard – er fuhr genau 150 Grands Prix für McLaren, zwischen 1996 und 2004.

Seit dem ersten Formel-1-Chassis M2A/1 aus dem Jahre 1966 hat McLaren mehr als 250 GP-Renner gebaut.

Selbstbeschränkungen beim Reglement führten dazu, dass heute weniger Chassis pro Jahr gebaut werden als früher: 1991 waren es elf des Typs MP4/6, in der neuen Turbo-Ära sind es in der Regel drei.

Bruce McLaren baute schon 1969 einen Strassensportwagen – den M6GT, einen geschlossenen Renner, der später auch in Serie hergestellt werden sollte. Einen fuhr Bruce selber, die benachbarten Spezialisten von Trojan bauten zwei weitere.

Der erfolgreichste McLaren-Fahrer ist Ayrton Senna (35 Siege), vor Alain Prost (30), Lewis Hamilton (21), Mika Häkkinen (20) und David Coulthard (12).

Der erfolgreichste Formel-1-McLaren ist das Modell M23 (16 Siege).

McLaren hat in der CanAm-Serie 43 Siege errungen – und Bruce McLaren verloren. Der Neuseeländer kam 1970 in Goodwood bei einem Test mit dem CanAm-Modell M8D ums Leben.

Den weitesten Weg zum Sieg hatte John Watson: Triumph beim Long-Beach-GP von Startplatz 22! Ach ja, Stallgefährte Niki Lauda wurde Zweiter, von Startplatz 23 ...

Der seltsamste McLaren? Hm, schwierige Wahl: Wir würden sagen – unentschieden zwischen dem McLaren MP4/T5, einer Seifenkiste für Goodwood 2002, und dem Modell MP4-98T, einem Formel-1-Zweisitzer. Beide Renner sind Einzelmodelle.

Das McLaren-Werk wird jeden Tag im Schnitt von 190 Gästen besucht. (Insgesamt mehr als 500.000 Mal.)

McLaren setzte 1981 als erstes Team ein Kohlefaser-Chassis ein.

Der erste Formel-1-Wagen von Bruce McLaren im Jahre 1966 wog 535 Kilo und leistete 321 PS. Lewis Hamilton wurde 2008 mit einem McLaren Weltmeister, der nur 65 Kilo schwerer aber mehr als doppelt so leistungsfähig war.

McLaren erreichte in der WM 1988 199 Punkte (nach altem Punktesystem), mehr als die folgenden acht Rennställe zusammen!

Acht Mal konnte McLaren im gleichen Jahr die Fahrer- und die Team-WM gewinnen.

Die McLaren-Tochterfirma «Applied Technologies» hat im Rahmen der Olympischen Sommerspiele von London 2012 fünf Teams unterstützt – es ging um Zeit-, Ort- und Leistungsmessungen. Diese fünf Teams konnten 30 Medaillen erobern, davon 15 goldene.

1966 arbeitete Bruce McLaren mit vier Angestellten. Das war die komplette Belegschaft.

Das McLaren-Werk betreibt eine eigene Schneiderei für die Werksbekleidung.

Einer der grössten McLaren-Fans (von Renn- und Strassenwagen) ist «Mr. Bean» Rowan Atkinson.

McLaren hat als einziges Formel-1-Team drei Mal beim Indy 500 gewonnen – einmal mit Mark Donohue, zwei Mal mit Johnny Rutherford.

Der Ventilator im eigenen Windkanal ist vier Meter hoch und rotiert mit 10 Umdrehungen pro Sekunde.

Bruce McLaren wurde 1966 zum zweiten Mann, der in der Formel 1 mit einem GP-Renner seines Namens antrat. Der erste war der Australier Jack Brabham.

Im McLaren-Werk sind rund 30 Fahrzeuge und mehr als 630 Trophäen ausgestellt.

Würden alle Stahlbalken des Serienfahrzeug-Werks aufeinandergestapelt, käme eine Höhe von drei Eiffeltürmen zusammen.

Im Dezember 2011 wurde das McLaren-Team zum ersten Formel-1-Rennstall, der klimaneutral arbeitet.

Die Produktionszeit einer Folge der animierten McLaren-Serie «Tooned» beträgt zehn Wochen. McLaren ist der einzige Rennstall mit einer eigenen Trickfilmserie.

Das McLaren-Logo besteht aus einem Kimi, dem Nationalvogel von Bruce McLarens Heimat Neuseeland. Das Vögelchen ist noch heute auf dem Rennwagen zu finden.

Jahrelang wurden die Formel-1-Renner von McLaren mit MP4 und einer Zahl gekennzeichnet. Ron Dennis hatte diese Bezeichnung verwendet, als er sich mit seinem Project 4 (seinem vierten Versuch eines Rennstalls) bei Marlboro McLaren Texaco einbrachte. Die Bezeichnung MP4 war dann eine Verschmelzung: Projekt 4 von Ron Dennis und davor das M von Marlboro für den Zigarettenhersteller als Hauptsponsor, mit dem McLaren schon seit 1974 gearbeitet hatte (als Emerson Fittipaldi ins Team kam). Auch Ron Dennis hatte damals Malboro als Partner, bei seinem Formel-2-Team. Das passte also prima zusammen. In politisch korrekteren Zeiten wurde später behauptet, das M habe damals für McLaren gestanden.

Bruce McLaren trat beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem in neuseeländischen Nationalfarben lackierten Ford GT40 an, also in Schwarz und Silber. Für die Formel 1 wollte McLaren aber eine Farbe, die im aufkommenden Farbfernsehen auffälliger ist – daher kam er auf Papaya-Orange.

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