Vorsatz mal anders: Norris will weniger witzig sein

Von Andreas Reiners
Formel 1
Lando Norris mit Daniel Ricciardo

Lando Norris mit Daniel Ricciardo

Lando Norris hat frischen Wind in die Formel 1 gebracht. Der McLaren-Pilot wusste in seinem Rookie-Jahr durchaus sportlich zu überzeugen, vor allem aber seine unbekümmerte Art abseits der Strecke kam bei den Fans an.

Wir erinnern uns da an eine Pressekonferenz, bei der er nach einem Gespräch mit Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo über Körperbehaarung einen Lachanfall bekam. Norris ist einer, der zeigt, wie man das junge Publikum an die Formel 1 binden kann.

Es ist aber immer ein schmaler Grat, denn natürlich ist der junge Brite in erster Linie ein professioneller Rennfahrer. Wenn man es übertreibt, kann das schnell zu einem Bumerang werden.

Das weiß auch Norris, der ankündigt, ein wenig auf die Bremse treten zu wollen. «In gewisser Hinsicht war ich fast zu entspannt und hatte zu viel Spaß», sagte Norris zu Motorsport.com.

«Als es ernster wurde, habe ich mich nicht mehr so sehr darauf konzentriert, wie ich sollte, und nicht mehr an so vielen Bereichen gearbeitet, wie ich sollte. Ich glaube, ich habe angefangen, dies ein wenig als selbstverständlich hinzunehmen.»

Norris: «Vielleicht habe ich manchmal zu viel Druck gemacht, um es zu lustig zu machen, und mich nicht so konzentriert, wie ich sollte. Es gibt einen Kompromiss, ich möchte immer noch Spaß haben, meinen eigenen Pullover tragen (anstelle von McLaren-Team-Ausrüstung) und ähnliches», so Norris weiter.

Norris versteht sich vor allem mit Ricciardo bestens, beide nahmen sich im Laufe der Saison oft gegenseitig auf die Schippe.

Auf den (fast) immer gut gelaunten Australier, der Witzbold des Fahrerlagers, angesprochen, betont Norris, dass Ricciardo sich in seinen neun Jahren Formel 1 einen gewissen Status und damit eine gewisse Lockerheit erarbeitet hat. Sein sonniges Gemüt hatte Ricciardo schon immer, doch als Rookie nimmt man sich automatisch mehr zurück.

«Nicht, weil er nicht lustig war, sondern weil er es ernst nahm und beweisen musste, was er konnte und dann in der Lage war, mehr er selbst zu sein», sagte Norris. Sein Ziel: «Ich muss sicherstellen, dass ich nicht zulasse, dass die Leute das, was ich tue und wer ich bin, als Ausrede benutzen - 'es ist sein erstes Jahr und er nimmt es nicht zu ernst'.»


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