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Australien-GP: Fans stehen vor verschlossenen Toren

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung für die Absage des Formel-1-Saisonauftakts in Melbourne, die Fans stehen wenige Stunden vor dem geplanten Start des ersten freien Trainings vor verschlossenen Toren.

Formel 1

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Die Verwirrung und der Ärger sind gross, denn auch Stunden nach dem Rückzug des McLaren-Teams, bei dem bei einem Mitglied eine Coronavirus-Infektion bestätigt wurde, lässt die offizielle Absage des ersten Saisonlaufs im Albert Park von Melbourne auf sich warten. Dabei sollten die GP-Teams zusammen mit den Verantwortlichen des Automobilsport-Verbands FIA und der Rechteinhaberin FOM bereits vor Stunden die Absage des geplanten Renntermins am Sonntag beschlossen haben.

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Die GP-Organisatoren in Melbourne hielten trotzdem am üblichen Prozedere fest. Paul Little, Vorsitzender der Australian Grand Prix Corporation, behauptete gegenüber Christine Ahern von der Channel 9 Today Show, dass der GP wie geplant an den kommenden Tagen durchgeführt werde.

Die Fans reisten denn auch an die Strecke – nur um auf engstem Raum vor verschlossenen Toren zu stehen. Ihnen wurde mitgeteilt, dass sich die Türöffnung verspäte, bevor der Premier von Victoria, Daniel Andrews erklärte, dass man nun zwischen einem GP hinter verschlossenen Türen und der GP-Absage entscheiden müsse.

Das kam bei den Wartenden und den Fans weltweit natürlich nicht gut an. Die FIA kann das Rennen nur absagen, wenn weniger als 12 Autos auf der Startaufstellung stehen, ohne die finanziellen Kosten der Absage tragen zu müssen. Ansonsten müssen sie auf die Entscheidung der Politiker warten.

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Die BBC meldete schon zuvor, dass Sebastian Vettel und sein früherer Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen bereits ihren Heimflug angetreten haben. Zum Ende der Nachtruhe für die Boxenmannschaft um 9h Ortszeit fanden sich auch nicht alle Teams ein, von Mercedes, Ferrari und Renault war kein Teammitglied zu sehen, als die Schrauber und Ingenieure um 9h Ortszeit ins Fahrerlager gelassen wurden.

Die Unsicherheit betrifft nicht nur das Rennen von Melbourne, denn ein grosses Fragezeichen schwebt auch über den folgenden WM-Läufen, etwa dem für 22. März geplanten Geisterrennen von Bahrain, das hinter verschlossenen Türen über die Bühne gehen soll – noch bevor die Quarantäne der McLaren-Mitarbeiter endet. Bisher wurden im Wüstenstaat 197 bestätigte Covid-19-Infektionen gezählt.

Der WM-Lauf von Vietnam (auf 5. April angesetzt) stand schon vor dem Chaos in Australien vor dem Aus, wie nach einem Besuch von Formel-1-CEO Chase Carey in Hanoi durchgesickert ist. In Vietnam sind bisher 39 Personen mit dem Covid-19-Virus infiziert. Und auch in den Niederlanden, wo am 3. Mai die GP-Rückkehr in Zandvoort als nächstes Kräftemessen ansteht, verschärft sich die Lage – allein am gestrigen Tag stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle um 111 auf 614.

Der zweite Europa-GP soll auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya stattfinden. Aber in Spanien hat sich die Lage auch verschlimmert: Gestern gab es 483 neue Fälle, heute kamen 869 neue Covid-19-Infektionen dazu. Spanien beklagte inzwischen total 86 Virus-Opfer, allein heute kamen 31 dazu. Zum Vergleich: In China kamen heute nur 18 neue Coronavirus-Infektionen dazu.

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Ob und wie verschobenen Rennen später eingeplant werden können, steht noch in den Sternen und hängt nicht zuletzt von der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in Europa ab. Die Formel-1-Verantwortlichen könnten etwa die Sommerpause streichen, oder die Saison bis zum Jahresende verlängern.

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