Coronavirus Melbourne: Neue Fälle, Quarantäne droht

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Melbourne: Zwei weitere Mitarbeiter des Haas-Rennstalls stehen im Verdacht, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Dr. Brett Sutton, leitender Arzt des Bundesstaates Victoria, spricht von «Quarantäne für alle».

Die Lage der Formel 1 spitzt sich zu in Melbourne: Seit Donnerstagmorgen befinden sich zwei weitere Mitglieder des Haas-Rennstalls in Isolation – sie stehen im Verdacht, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Damit sind nun insgesamt vier Mitarbeiter des US-amerikanischen Rennstalls betroffen (ein Ingenieur und drei Mechaniker). Schon am Mittwoch waren zwei Haas-Angestellte sowie je eine Fachkraft von Williams und McLaren ins Hotel geschickt worden. Die Testergebnisse dieser Personen sollen bald vorliegen.

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) hat den Coronavirus am Mittwoch zur Pandemie erklärt – also zu einer länder- und kontinentübergreifenden Krankheit. Im Grunde war es nur eine Zeit, bis es erste Fälle in der Formel 1 geben würde.

Bange Frage: Falls einer der fünf besagten Mitglieder des Formel-1-Zirkus positiv gestetet werden, was passiert dann mit jenen Menschen, die mit ihnen in Kontakt standen?

Die Antwort gibt Dr. Brett Sutton, der leitende Arzt des australischen Bundesstaates Victoria. Er sagt im Radiosender SEN1116: «Sollte sich am Donnerstag herausstellen, dass diese Menschen am Coronavirus erkrankt sind und waren sie in engem Kontakt mit anderen Personen, dann müssen all diese Menschen in Quarantäne. Aber mit diesem Problem befassen wir uns, wenn es so weit ist.»

Haas-Teamchef Günther Steiner im Fahrerlager des Albert Park Circuit: «Ich bin kein Arzt, ich weiss nicht, wann die Testergebnisse vorliegen. Bis dahin kann ich wenig sagen, und spekulieren will ich nicht. Ich hoffe, die Tests fallen alle negativ aus, und wir können normal unserer Arbeit nachgehen. Aber wir nehmen diese Sache sehr ernst. Wir haben unseren Leuten gesagt: ‘Wenn ihr euch nicht wohlfühlt, dann sagt uns das bitte. Es hat keinen Sinn, etwas zu verbergen.’ Das fände ich das Schlimmste: Dass sich der Virus verbreitet, weil wir unachtsam sind.»

«Wenn unsere Leute weiter ausfallen, können wir das abfedern. Wir müssen Kompromisse eingehen, gewiss, aber das würde gehen. Ich bleibe optimistisch, dass es dazu nicht kommen wird.»

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul hatte angedeutet, dass in der Formel 1 das Thema Coronavirus zu gelassen behandelt werde. Dieser Ansicht kann sich der Südtiroler Günther Steiner nicht anschliessen: «Die ganze Welt befindet sich derzeit in einer schwierigen Situation. Ich bin nicht der Meinung, dass unser Sport hier schlecht geführt wird. Sie wussten ja auch nicht, wie sich das alles entwickeln würde. Ich bin seit Sonntag in Melbourne, da gab es noch kein Problem. Dann ist die Lage eskaliert, sie ändert sich beinahe stündlich. Wir müssen mit der Situation so gut umgehen, wie wir eben können.»

Die Organisatoren des Australien-GP gehen weiter davon aus, dass ihr Rennen wie geplant stattfinden kann. Im Albert-Park werden von Donnerstag bis Sonntag 350.000 Besucher erwartet.

Bei einer Medienkonferenz sagte Victoria-Premier Daniel Andrews am 10. März: «Die Bürger müssen sich auf extreme Massnahmen gefasst machen. Früher oder später könnten wir an einen Punkt kommen, an welchem wir Schulen schliessen und Sportanlässe unterbinden müssen. Derzeit haben wir von den entsprechenden Behörden den Rat, mit dem Grand Prix und der australischen Fussballsaison weiterzumachen. Dieser Rat könnte sich ändern.»

Andrews weiter: «Noch haben wir zu wenige Hinweise, um den Leuten zu sagen, die Schulen bleiben zu, ihr könnt nicht mehr zum Fussball oder zum Autorennen gehen. Aber die Experten sagen: Es wird eine Zeit kommen, in welcher es nicht mehr akzeptabel ist, dass so viele Menschen auf so engem Raum zusammenkommen.»

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