Nach Vettel-Erdbeben: Sainz ab 2021 im Ferrari

Von Mathias Brunner
Charles Leclerc und Carlos Sainz 2019 in Singapur

Charles Leclerc und Carlos Sainz 2019 in Singapur

​Nach der Trennung von Ferrari und Sebastian Vettel geht es schnell: Noch in dieser Woche soll Carlos Sainz als Nachfolger bestätigt werden, der 25jährige Madrilene erhält einen Zweijahresvertrag.

Schon am 15. oder 16. Mai soll Ferrari verkünden: Der Nachfolger von Sebastian Vettel heisst Carlos Sainz. Der 25jährige Madrilene habe bereits unterzeichnet, für die Jahre 2021 und 2022, mit einer Option seitens Ferrari für 2023. Für den WM-Sechsten von 2019 wird Ferrari der vierte Arbeitgeber in der Formel 1 nach Toro Rosso (2015–2017), Renault (2017/2018) und McLaren (2019/2020). Carlos Sainz ist der fünfte Ferrari-Werksfahrer aus Spanien – nach Alfonso «Fon» de Portago (1956/1957), Marc Gené, Pedro de la Rosa (beide nur als Testfahrer) und Fernando Alonso (2010 bis 2014).

Für Sainz sprechen vier Gründe: Er ist mit 25 Jahren noch jung, bringt mit 102 WM-Einsätzen aber auch fünf Jahre Formel-1-Erfahrung mit. Er kostet Ferrari nur ein Bruchteil jenes Gehalts, welches für Sebastian Vettel bezahlt werden musste. Und Teamchef Mattia Binotto ist davon überzeugt, dass Sainz und Leclerc einfacher zu handhaben sind als Vettel und Leclerc.

Ex-GP-Pilot Marc Surer lobt: «Carlos Sainz ist zu einem überaus verlässlichen Fahrer gereift, der jedes Mal Leistung bringt. Das war im ersten Teil seiner Formel-1-Karriere nicht so. Mir war von Anfang an klar, dass Sainz ein Angebot von Ferrari kaum ausschlagen würde.»

Damit setzt Ferrari innerhalb von zwei Jahren gleich zwei Mal auf einen jungen Piloten. Das war jahrzehntelang nicht so. Vor und nach Felipe Massa 2006 (der Brasilianer war damals 24 Jahre jung) hat Ferrari in der Formel-1-Neuzeit in der Regel auf erfahrene Piloten gesetzt, nie auf die Jugend. Es wurden als Stammfahrer stets Fahrer unter Vertrag genommen, die mindestens schon einen Podestplatz errungen hatten oder bereits GP-Sieger und Weltmeister waren. Die Denke dabei: Nur zwei bewährte GP-Sieger bringen Ferrari in die Lage, ein Wörtchen um den Konstrukteurs-Pokal mitreden zu lassen.

Sainz bringt als bestes Ergebnis einen dritten Platz im Brasilien-GP 2019 mit. Es ist sein bislang einziger Podestplatz in der Formel 1.

Schon im Mai 2016 kursierte erstmals, dass Sainz eines Tages in einem Ferrari sitzen könnte. Im Mai 2016 fuhr Rallye-Weltmeister Carlos Sainz für seinen Sohn die Antennen Richtung Maranello aus. Dakar-Sieger Sainz wollte sicherstellen, dass sein Sprössling nicht zwischen Stuhl und Bank fällt – wenn Ende 2016 Toro Rosso vielleicht neu besetzt und Carlos dabei den Kürzeren ziehen würde.

Aber Sainz blieb bei Toro Rosso (heute AlphaTauri), wurde dann von Red Bull 2017 an Renault ausgeliehen, wo der junge Madrilene bis Ende 2018 fuhr; anschliessend wurde das Band zum langjährigen Förderer in aller Freundschaft getrennt, als Sainz zu McLaren wechselte, wo er seit 2019 fährt.

Im vergangenen Winter sagte Carlos Sainz zu neuen Gerüchten über ein Engagement bei Ferrari: «Klar ist es schön, wenn du mit Ferrari in Verbindung gebracht wirst. Ich sehe das als Kompliment.»

Ex-Ferrari-Testfahrer Pedro de la Rosa meint in einem vom Circuit de Barcelona-Catalunya organisierten Live-Chat: «Carlos hat 2019 eine hervorragende Saison gezeigt und einen tollen sechsten Schlussrang erreicht. Ich sehe Leclerc und Carlos als junges, überaus talentiertes Duo – als ein Gespann mit grosser Zukunft.»

Carlos Sainz in der Formel 1

2015 mit Toro Rosso: WM-15., 18 Punkte
2016 mit Toro Rosso: WM-12., 46 Punkte
2017 mit Toro Rosso, dann Renault: WM-9., 54 Punkte
2018 mit Renault: WM-10., 53 Punkte
2019 mit McLaren: WM-6., 96 Punkte (3. in Brasilien)
2020 mit McLaren
2021 mit Ferrari

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