Bahrain: Mick Schumacher in Schwierigkeiten – 10.

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mick Schumacher: Enttäuschender Startplatz in Bahrain

Mick Schumacher: Enttäuschender Startplatz in Bahrain

​Qualifying zum F2-Hauptrennen auf dem Bahrain International Circuit: Tabellenführer Mick Schumacher erreicht den 10. Startplatz, die Pole-Position sichert sich ausgerechnet sein Titelrivale Callum Ilott.

Die 22 Formel-2-Fahrer standen gewaltig unter Druck: Nach mehreren Unterbrechungen des einzigen freien Trainings und schwierigen Pistenverhältnissen war der Lerneffekt beschränkt. Zur Erinnerung: In der Sprungbrettklasse zur Formel 1 dauert das Qualifying nur 30 Minuten, und weiche Reifen dürfen im freien Training auch nicht ausprobiert werden.

Die Formel-2-Piloten haben jeweils zwei Sätze der weicheren Pirelli-Reifenmischung zur Verfügung, wenn es um die Wurst geht (in Bahrain sind das die gelb markierten Walzen). Timing ist alles: Nur wer sorgsam aufgewärmte Reifen mit einer freien Bahn und einer fehlerlosen Fahrt in Einklang bringt, hat eine Chance auf eine gute Zeit. Was es noch schwieriger macht: In der Regel ist die Strecke zum Schluss des Trainings am besten, also wird das Gedrängel noch heftiger, mit 22 Autos auf der Bahn.

Die Qualifikation zum Formel-2-Hauptrennen auf dem Bahrain International Circuit begann mit einer Bestzeit des Ferrari-Zöglings Marcus Armstrong aus Neuseeland, vor dem Brasilianer Felipe Drugovich und dem Engländer Dan Ticktum. Mick Schumacher hatte seine Reifen über mehrere Runden sehr behutsam aufgewärmt und erreichte zunächst die siebtschnellste Zeit. Wo war sein Titelrivale Callum Ilott? Neue Bestzeit!

Schumacher gönnte seine Reifen eine Pause, während weiter hinten der Japaner Yuki Tsunoda in Schwierigkeiten war: Dreher in Kurve 13, der Red Bull-Junior hatte nach tollen Sektorzeiten den Wagen auf den Randsteinen aus der Kontrolle verloren – rote Flagge, weil der Carlin-Renner von Tsunoda stehenblieb. Besonders ärgerlich für den Japaner: Er war vor dem Ausrutscher schnell genug gewesen, um die zweitschnellste Zeit zu erreichen. Schlechte Ausgangslage auch fürs Rennen – denn der gegenwärtige Tabellendritte muss das Jahr gut beenden, um die notwendigen Punkte für die Formel-1-Superlizenz zu erhalten.

Die Fahrer kehrten also wegen der roten Flagge nach neun Minuten alle an die Box zurück, im Gegensatz zum freien Training wurde dieses Mal die Uhr angehalten. Ilott vorne, vor Armstrong und dem Chinesen Guanyu Zhou, Mick Schumacher Neunter. Nach vier Minuten Pause ging es weiter, der Wagen von Tsunoda war in Sicherheit gebracht.

Das Spiel ging von vorne los: Reifen aufwärmen, eine Lücke suchen, eine fehlerfreie Runde fahren. Callum Ilott versemmelte das – Verbremser schon in der ersten Kurve, der Brite holte sich an der Box frische Reifen ab. Aber er führte noch immer, dank seiner tollen ersten Runde.

Mick Schumacher war mit der Fahrzeugbalance nicht zufrieden und liess an der Vorderachse nachkorrigieren, der Deutsche inzwischen nur noch Zwölfter, einen Rang hinter Robert Shwartzman.

Zehn Minuten vor Schluss geschah, was abzusehen war: Alle 22 Fahrer kamen mit frischen Pirelli zurück auf die Bahn. Für Mick Ilott ging es darum, seine Führung zu behaupten; für Mick Schumacher ging es darum, sich unbedingt zu verbessern.

Der erste Versuch von Schumacher war gut, aber nicht berauschend: Nikita Mazepin, Jehan Daruvala und Christian Lundgaard machten das besser, Platz 10, noch immer satte acht Zehntselsekunden hinter Ilott, dem auffiel: «Ich glaube, die Windrichtung hat geändert, das Auto fühlt sich anders an.»

Mick Schumacher nahm einen letzten Anlauf, während Giuliano Alesi seinen Wagen mit rauchendem Motor zur Seite stellen musste – rote Flagge! Damit war die Chance für das halbe Startfeld dahin, sich zu verbessern.

Callum Ilott schnappt sich mit der Pole-Position vier Zusatzpunkte für die Pole-Position (zum fünften Mal in diesem Jahr), ganz wichtig im Titelkampf gegen Schumacher, dessen Vorsprung auf 18 Zähler geschrumpft ist.

Formel-2-Qualifikation Bahrain

1. Callum Ilott (GB), Uni-Virtuosi Racing, 1:41,479 min
2. Felipe Drugovich (BR), MP Motorsport, +0,391 sec
3. Dan Ticktum (GB), DAMS, +0,568
4. Marcus Armstrong (NZ), ART Grand Prix, +0,573
5. Guanyu Zhou (RCH), Uni-Virtuosi Racing, +0,586
6. Giuliano Alesi (F), MP Motorsport, +0,595
7. Nikita Mazepin (RU), Hitech Grand Prix, +0,660
8. Jehan Daruvala (IND), Carlin, +0,712
9. Christian Lundgaard (DK), ART Grand Prix, +0,780
10. Mick Schumacher (D), +0,804
11. Louis Delétraz (CH), Charouz Racing System, +0,832
12. Roy Nissany (IL), Trident, +0,859
13. Pedro Piquez (BR), Charouz Racing System, +1,002
14. Robert Shwartzman (RU), Prema Racing, +1,175
15. Jack Aitken (GB), Campos Racing, +1,369
16. Théo Pourchaire (F), BWT HWA Racelab, +1,488
17. Marino Sato (J), Trident, +1,691
18. Sean Gelael (RI), DAMS, +1,712
19. Guilherme Samaia (BR), Campos Racing, +1,807
20. Luca Ghiotto (I), Hitech Grand Prix, +1,887
21. Artem Markelov (RU), BWT HWA Racelab, +2,540
22. Yuki Tsunoda (J), Carlin, ohne Zeit

Stand nach 20 von 24 Rennen

1. Schumacher 191
2. Ilott 173
3. Tsunoda 147
4. Lundgaard 145
5. Shwartzman 140
6. Mazepin 140
7. Delétraz 122
8. Zhou 119,5
9. Ghiotto 104
10. Ticktum 80,5
11. Drugovich 79
12. Aitken 47
13. Nobuharu Matsushita (J) 42
14. Armstrong 38
15. Daruvala 36
16. Vips (EST) 16
17. Alesi 8
18. Markelov 5
19. Nissany 5
20. Sean Gelael 3
21. Piquet 2
22. Sato 1
23. Hughes 0
24. Samaia 0
25. Pourchaire 0

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