Max Verstappen: Lieber Bauchgefühl statt Daten

Von Mathias Brunner
Max Verstappen und sein Vater Jos

Max Verstappen und sein Vater Jos

​Red Bull Racing-Star Max Verstappen sagt, wieso er sich beim Rennfahren lieber aufs Bauchgefühl verlässt als auf die Datenaufzeichnung. «Du kannst dich nicht nur auf Daten stützen.»

Vor einigen Jahren erlaubte das Schweizer Sauber-Team in Sachen Datenaufzeichnung in der Formel 1 einen verblüffenden Blick hinter die Kulissen. Hätten Sie etwa gewusst, dass 140 Sensoren im Grand-Prix-Rennwagen stecken, die Messwerte aufzeichnen? Hätten Sie geahnt, dass pro Runde von einem Wagen 10 Megabyte an Informationen an die Box gefunkt werden? Und dass über eine Runde mehr als drei Mal so viele Daten gesammelt werden? Im Laufe eines GP-Wochenendes kommen von beiden Rennern insgesamt 30 Gigybyte Daten zusammen – bei 80 Zeichen pro Zeile und 50 Zeilen pro A4-Blatt entspricht das einer Datenmenge von ausgedruckten 8,1 Millionen Blatt Text!

Formel-1-Legende Michael Schumacher hat mir zu diesem Thema einmal gesagt: «Es kommt nicht auf die Menge der Daten an, welche dir zur Verfügung steht, es kommt vielmehr darauf an, dass du dir die richtigen Werte herausfischst, um schneller zu werden.»

Wie ist das heute? Wie sehr verlässt sich ein moderner Grand-Prix-Pilot auf Daten, wie sehr auf Intuition, auf sein Bauchgefühl? Max Verstappen, WM-Dritter 2020 mit Red Bull Racing-Honda, sagt im Rahmen eines Interviews für seinen Sponsor Car Next: «Du kannst dich letztlich nicht nur auf Gigabytes von Informationen stützen, das Gefühl muss vielmehr stimmen. Mein Vater hat mich das schon ganz früh gelehrt.»

«Auch mit dem Kart kannst du zahlreiche Veränderungen am Renngefährt vornehmen. Manchmal hat er etwas verstellt, ohne mir aber zu sagen, was genau; ich musste vielmehr spüren, was er getan hatte. Auf diese Weise kannst du dir im Laufe der Jahre ein gutes Gefühl dafür aneignen, wie sich neue Teile an einem Renner anfühlen. Aber er sagte mir auch: ‚Wenn du nichts spürst, dann sag auch nichts, es hat keinen Sinn zu lügen.’»

Der 106fache GP-Teilnehmer Jos Verstappen (48) ist überzeugt, «dass dies auch in der Formel 1 funktioniert». Max weiter: «Wenn etwa ein neuer Frontflügel ans Auto kommt, dann brauche ich doch keine Datenblätter um sagen zu können, wie sich das anfühlt. Ich fahre raus, komme zurück, berichte über Untersteuern oder Übersteuern, die Daten bestätigen nur meine Eindrücke. Wenn ich den Laptop öffnen müsste, um zu wissen, was ein neues Teil bewirkt, dann wäre das wirklich der falsche Weg.»

«Um genau zu sein, öffne ich meinen Laptop am Wochenende kein einziges Mal, um Daten aus dem Rennwagen zu studieren. Was ich mit meinem Renningenieur bespreche, das reicht. Ich muss auch nicht jede Kurve in Dutzende Segmente zerlegen.»

Jos Verstappen sieht sich bestätigt: «Wenn du erfahren genug bist, dann kannst du das alles spüren.»

Abu Dhabi-GP, Yas Marina

1. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:36:30,256 h
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +15,976 sec
3. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +18,415
4. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +19,987
5. Lando Norris (GB), McLaren, +1:00,729 min
6. Carlos Sainz (E), McLaren, +1:05,662
7. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1:13,748
8. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1:29,718
9. Esteban Ocon (F), Renault, +1:41,069
10. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1:42,738
11. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
12. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
13. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1 Runde
14. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
15. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
17. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
18. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
19. Pietro Fittipaldi (BR), Haas, +2 Runden
Out
Sergio Pérez (MEX), Racing Point, Kraftübertragung

WM-Stand nach 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 347 Punkte
2. Bottas 223
3. Verstappen 214
4. Pérez 125
5. Ricciardo 119
6. Sainz 105
7. Albon 105
8. Leclerc 98
9. Norris 97
10. Gasly 75
11. Stroll 75
12. Ocon 62
13. Vettel 33
14. Kvyat 32
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Russell 3
19. Romain Grosjean (F) 2
20. Magnussen 1
21. Latifi 0
22. Jack Aitken (GB) 0
23. Fittipaldi 0

Marken
1. Mercedes 573
2. Red Bull Racing 319
3. McLaren 202
4. Racing Point 195
5. Renault 181
6. Ferrari 131
7. AlphaTauri 107
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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