BMW-Williams: Das Fiasko mit dem Säbelzahntiger

Von Mathias Brunner
Scott Dixon im April 2004 mit dem Säbelzahntiger von BMW-Williams

Scott Dixon im April 2004 mit dem Säbelzahntiger von BMW-Williams

​Vor siebzehn Jahren, am 5. Januar 2004, präsentierte BMW-Williams jenes Auto, mit dem Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya ein Wörtchen um den Titel mitreden sollten. Aber der Säbelzahntiger war zahnlos.

Säbelzahntiger, Walross, Hammerhai – die ungewöhnliche Nasenform führte zu zahlreichen Spitznamen für den 2004er Williams FW26, jenem Rennwagen, mit dem der Kolumbianer Juan Pablo Montoya und der Deutsche Ralf Schumacher ein Wörtchen um den WM-Titel mitreden sollten. Aber sportlich wurde 2004 zu einer enttäuschenden Saison: Williams wollte in jener Saison nach guten Fortschritten und mit dem bärenstarken BMW-V10-Motor auf Augenhöhe mit Ferrari fahren, doch das klappte nicht. Ein Sieg (beim WM-Finale von Brasilien, mit Montoya) und zwei schnellste Rennrunden waren die Highlights, Williams schloss das Jahr auf dem vierten WM-Schlussrang ab  – hinter Ferrari, BAR-Honda und dem aufstrebenden Renault.

Die seltsam wirkende Aufhängung des Frontflügels war ein Kind der Aerodynamikerin Antonia Terzi. Letztlich sollte sie diese Arbeit beim britischen Traditionsrennstall den Job kosten, denn die theoretischen Vorteile der Nase – viel Luft unters Auto zu bringen – wurden in der Praxis nie bestätigt. Vor dem Ungarn-GP erhielt der Wagen von Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher eine konventionelle Nase, und Frau Terzi musste ihren Zeichentisch räumen.

Unser Foto von Anfang April 2004 zeigt übrigens weder Montoya noch Schumacher, sondern den Neuseeländer Scott Dixon. Der helle Fleck unter dem Auto ist übrigens ein Bodenabstandsmesser via Laser.

Es war einer von zwei Tests (der andere fand in Le Castellet statt) für den damals 23-Jährigen. Doch der Test verlief nicht so, wie sich das Teamchef Frank Williams und Dixon vorgestellt hatten. Nach guten Ansätzen in Südfrankreich, wo Dixon nicht weit von Ralf Schumachers Vorgabe entfernt war, kam in Spanien kein Fortschritt.

Der in Brisbane (Australien) als Sohn eines neuseeländischen Ehepaars geborene Scott kehrte enttäuscht in die USA zurück, wo er seine sensationelle Karriere weiterverfolgte: IndyCar-Champion 2003, 2008, 2013 und 2015, 2018 und 2020, 2008 gewann Dixon überdies beim Indy 500.

Der langjährige Pilot von Chip Ganassi Racing hat sich als vielseitiger Fahrer bewiesen, ist auf jeder Art von Rennstrecke schnell – umso schmerzlicher für viele Formel-1-Fans, dass aus der Testchance bei Williams nichts Greifbares geworden ist.

Der inzwischen 40jährige Scott Ronald Dixon ist heute mit 49 Laufsiegen der beste Nicht-US-Amerikaner in der IndyCar-Siegerliste. Vor ihm liegen nur noch A.J. Foyt (67 Siege) sowie Mario Andretti (52).

Und was ist aus Antonia Terzi geworden? Später arbeitete die Italienerin als stellvertretende Professorin in der Luft- und Raumfahrtabteilung der Technischen Universität von Delft (neben dem niederländischen Professor Johannes Ockels), von 2014 bis 2019 war sie als Aerodynamikerin bei Bentley tätig.

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