F1: Punkte bleiben, Budget-Deckelung freiwillig!

Von Mathias Brunner
FIA-Präsident Max Mosley

FIA-Präsident Max Mosley

FIA-Weltratsitzung: Künftig wird jener Fahrer Weltmeister, der am meisten Siege errungen hat.

Der Motorsport-Weltrat des Autoverbands FIA hat anlässlich seiner jüngsten Sitzung folgende Entscheidungen gefällt.

2009

Punktesystem
- Die bisherige Punktevergabe für die Ränge 1 bis 8 bleibt – also 10-8-6-5-4-3-2-1. Der Vorschlag der Team-Vereinigung FOTA (12 Punkte für den Sieger, 9 für den Zweiten, 7 für den Dritten etc.) wurde verworfen.
- Neu hingegen ist: Der Fahrer mit den meisten Siegen wird automatisch Weltmeister. Sollten zwei oder mehr Fahrer gleich viele Siege errungen haben, wird jener mit den meisten WM-Punkten Champion.
(Unter dieser Voraussetzung wäre 2008 nicht Lewis Hamilton, sondern Felipe Massa Weltmeister geworden, dank 6:5 Siegen!)

Testfahrten
- Die Teams erhalten neu die Möglichkeit, vom letzten WM-Lauf der Saison bis zum 31. Dezember drei Eintages-Tests mit Nachwuchsfahrern durchzuführen.
Die erlaubten Fahrer dürfen in den 24 Monaten zuvor nicht mehr als zwei Grands Prix bestritten oder vier Testtage zurückgelegt haben.
- Die Teams dürfen ferner zwischen bis Ende der Saison acht Eintages-Tests für aerodynamische Versuche durchführen, auf von der FIA akzeptieren Geraden oder Kreiseln.

Diverses
- Nach jedem Quali werden die Gewichte der Wagen offengelegt.
- Um Verwirrung zu verhindern, heissen die zuvor Regenreifen genannten Pneus nun Intermediates und die zuvor Extremwetterreifen genannten Pneus Regenreifen.
- Am ersten Trainingstag müssen sich alle Fahrer in der Boxengasse für Autogramme zur Verfügung stellen.
- Alle Fahrer, die im Quali vorzeitig ausfallen, müssen sich sofort für Interviews zur Verfügung stellen.
- Jeder Fahrer, der im Rennen vorzeitig ausfällt, muss sich gleich nach seiner Rückkehr ins Fahrerlager für Interviews zur Verfügung stellen.
- Alle Fahrer, die nicht unter die ersten Drei kommen, müssen sich nach Rennschluss für Interviews zur Verfügung stellen.
- Honda Racing F1 hat darum gebeten, den Team-Namen in Brawn GP Formula One zu ändern. Dem wurde stattgegeben. Allerdings ist der Weltrat der Meinung, dies komme dem Status eines neuen Rennstalls gleich. Damit erlöschen vertragliche Ansprüche des Teams gegenüber der FIA. Die Gebühr für ein neues Team zum Einstieg in die Formel-1-WM wird Brawn jedoch erlassen.

2010

Budget
- Es wird eine freiwillige Kostendeckelung von 30 Millionen Pfund (gegenwärtig 32,4 Millionen Euro) angeboten.
- Den Teams, welche dieses Budget akzeptieren, werden technische Freiheiten angeboten, um den finanziellen Nachteil gegenüber anderen Rennställen zu kompensieren.
- Die technischen Freiheiten beziehen sich auf einen effizienteren, jedoch standardisierten Boden, bewegliche Flügel sowie auf ein Triebwerk, das keinem Drehzahllimit und keinem Entwicklungsstopp unterliegt.
- Der FIA obliegt das Recht, diese Elemente der Freiheit nach Gutdünken zu varrieren, um gemessen an Teilnehmern unter den bestehenden Regeln keine unlauteren Vorteile zu ermöglichen.
(Die Einführung dieser Regel soll es neuen Rennställen leichter machen, in den GP-Sport einzusteigen sowie bestehenden, unabhängigen Teams das Überleben sichern.)

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