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Zak Brown (McLaren): «Teams nehmen F1 als Geisel»

McLaren-CEO Zak Brown hat sich Luft gemacht, mit einer ausführlichen Stellungnahme zum Stand der Dinge in der Königsklasse. Er kritisiert, wie Top-Teams ihre Machtposition ausspielen.

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Es hatte sich viel angestaut in Zak Brown. Für den 50-jährigen US-Amerikaner, Geschäftsleiter des McLaren-Rennstalls, sind die Vorkommnisse beim WM-Finale von Abu Dhabi der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Aber der Kalifornier ist nicht nur verärgert darüber, was auf dem Yas Marina Circuit passiert ist. Die Wurzeln des Übels gehen für Brown tiefer.

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Nicht zum ersten Mal geisselt der frühere Rennfahrer aus Los Angeles das Verhalten einiger Rennställe, was den Umgang mit der Budget-Obergrenze angeht. Dieser Kostendeckel liegt 2022 bei 140 Millionen US-Dollar im Jahr.

Zak Brown sagt: "Gewisse Teams suchen anhaltend nach Ausflüchen, um diese Budget-Obergrenze zu erhöhen." Er spottet: "Sie wollen die Meisterschaften noch immer mit ihren Scheckbüchern gewinnen."

Brown liefert auch gleich ein Beispiel: "Da ist dieser ständige Lobbyismus gewisser Wettbewerber, die Budgetgrenze zu sprengen, angeblich wegen Schäden an den Autos in den Sprintrennen." Tatsächlich gab es 2021 von der Formel 1 eine Entschädigung für die Teams, 150.000 Dollar für jeden drei drei Sprints, zusätzlich 100.000 Dollar bei Unfallbeteiligung.

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Brown kritisiert die Führungsstruktur der Formel 1, die es überhaupt erst möglich gemacht hat, dass die Rennställe eine solche Machtposition erhalten. Er sagt weiter: "Diese Struktur erlaubt es, dass einige Teams die Formel 1 – nur zum Schutz eigener Vorteile – de facto als Geisel nehmen können."

Zak Brown ist auch ein Dorn im Auge, dass einige Teams enge Bündnisse mit anderen Rennställen schmieden und das Reglement etwa in Sachen Teileverwendung gnadenlos ausnutzen. Brown spielt auf Kooperationen an zwischen Red Bull Racing und AlphaTauri, zwischen Mercedes und Aston Martin, zwischen Ferrari und Haas.

McLaren ist hier gemäss Brown isoliert und daher im Nachteil, er sieht diese Situation als Wettbewerbsverzerrung. Durch die Übernahme von Teilen

(die im Reglement ausdrücklich erlaubt ist, M.B.)

"sind solche B-Teams konkurrenzfähiger als sie es eigentlich sein dürften. Das widerspricht für mich dem Formel-1-Prinzip, wonach unsere Rennen ein Wettbewerb gleichberechtiger Konstrukteure sein sollte."

"Für mich wertet das ab, was es bedeutet, ein Grand-Prix-Rennstall zu sein. Die Königsklasse sollte aus zehn echten Konstrukteuren bestehen, wobei jedes Team alle für die Leistungsfähigkeit relevanten Teile selber entwerfen und bauen müsste."

Brown moniert auch, dass durch solche Seilschaften Druck ausgeübt wird bei Abstimmungen. "Da stimmen weniger grosse Rennställe gegen die eigenen Interesse, weil sie sich nicht gegen ihre A-Teams stellen wollen."

Als Fazit wünscht sich Zak Brown eine klarere Machtverteilung im Dreieck Autosport-Weltverband FIA, "Formula One Management" und Teams, mit deutlich weniger Einflussmöglichkeiten der Rennställe aufs Reglement. "Unser Sport braucht wieder eine starke Hand."

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