Martin Brundle: Harte Probe von Ferrari für Leclerc

Von Mathias Brunner
Martin Brundle und Charles Leclerc

Martin Brundle und Charles Leclerc

Der langjährige Grand-Prix-Pilot Martin Brundle (62) schätzt die Situation bei Ferrari ein: «Fakt ist, dass Ferrari jetzt bei zwei Rennen in Folge einen scheinbar sicheren Sieg von Charles Leclerc verspielt hat.»

Martin Brundle bringt die Stimmung zahlreicher Tifosi auf den Punkt. Der englische Allrounder (158 Formel-1-Rennen, Sportwagen-Weltmeister 1988, Le Mans-Sieger 1990) sagt in seiner Nachbetrachtung des Monaco-GP als Experte der britischen Sky: «Charles Leclerc kann einem wirklich leid tun.»

«Der Monegasse eroberte mit einer makellosen Fahrt die Pole-Position zu seinem Heimrennen und lag scheinbar spielend leicht in Führung – und nun steht er mit einem vierten Platz da. Die Reifenwechsel-Strategie von Ferrari war schlecht: Ein Stopp in Runde 18 für Intermediate-Reifen, dann ein weiterer Reifenwechsel, nur drei Runden später, auf Slicks, davor verwirrende Funkmeldungen, auf einmal stand der verblüffte Leclerc in der Box hinter seinem Stallgefährten Carlos Sainz Schlange.»

«Leclerc verlor wertvolle Zeit, und durch das ganze Durcheinander konnte der von Startplatz 3 gestartete Sergio Pérez zunächst auf Rang 2 vorrücken und dann sogar die Spitze übernehmen.»

«Ich bin sicher: Während der Unterbrechnung wegen Mick Schumachers Unfalls hat Leclerc seinem Team unmissverständlich klar gemacht, was er von dieser Strategie hält. Nach so starker Leistung am Ende nicht mal auf dem Siegerpodest zu stehen, das streut zusätzliches Salz in seine Wunden.»

«Fakt ist, dass Ferrari jetzt bei zwei Rennen in Folge einen scheinbar sicheren Sieg von Charles Leclerc verspielt hat. Ich spüre zwischen dem Team und dem Fahrer viel gegenseitige Zuneigung und Bewunderung, was mich an das Verhältnis zwischen Ferrari und Michael Schumacher erinnert, aber Ferrari stellt die Geduld von Leclerc wirklich auf eine harte Probe.»

«Wir hören nicht alle Gespräche am Funk, aber für mich war klar, dass Carlos Sainz darauf pochte, von Regenreifen direkt auf die profillosen Pirelli-Walzen zu wechseln. Das war schlau, zeugte von Selbstvertrauen und war die Entscheidung eines Siegers. Leider fuhr Carlos dann mit den harten Reifen eine halbe Runde lang hinter Nicholas Latifi her, so dass Pérez seinen tollen Speed auf Intermediates zwischen den Runden 16 und 21 in die Rennführung umwandeln konnte.»

«Zum Schluss des Rennens liessen die Reifen am Wagen des Mexikaners stark nach, aber Sainz kam nicht mehr am Red Bull Racing-Fahrer vorbei. Damit ist Carlos zum vierten Mal in seiner Karriere Zweiter geworden. Nicht erst seit seiner starken Leistung in Monte Carlo bin ich der Überzeugung – sein Tag wird kommen.»

Monaco-GP, Monte Carlo

01. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 2:01:27,409 h
02. Carlos Sainz (E), Ferrari, +1,154 sec
03. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +1,491
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +2,922
05. George Russell (GB), Mercedes, +11,968
06. Lando Norris (GB), McLaren, +12,231
07. Fernando Alonso (E), Alpine, +46,358
08. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +50,388
09. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, +52,525
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, +53,536
11. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +54,289
12. Esteban Ocon (F), Alpine, +55,644
13. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, +57,635
14. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1:00,802 min
15. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
16. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, +1 Runde
17. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, +1 Runde
Out
Alex Albon (T), Williams, Handling
Kevin Magnussen (DK), Haas, Wasserdruck
Mick Schumacher (D), Haas, Crash

Fahrer-WM (nach 7 von 22 Rennen)

01. Verstappen 125 Punkte
02. Leclerc 116
03. Pérez 110
04. Russell 84
05. Sainz 83
06. Hamilton 50
07. Norris 48
08. Bottas 40
09. Ocon 30
10. Magnussen 15
11. Ricciardo 11
12. Tsunoda 11
13. Alonso 10
14. Gasly 6
15. Vettel 5
16. Albon 3
17. Stroll 2
18. Zhou 1
19. Schumacher 0
20. Nico Hülkenberg (D) 0
21. Latifi 0

Stand Konstrukteurs-Pokal

01. Red Bull Racing 235 Punkte
02. Ferrari 199
03. Mercedes 134
04. McLaren 59
05. Alfa Romeo 41
06. Alpine 40
07. AlphaTauri 17
08. Haas 15
09. Aston Martin 7
10. Williams 3

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