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Nelson Piquet zu Lewis Hamilton: Kein Rassismus

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Nelson Piquet nimmt nach seiner verbalen Entgleisung gegen Lewis Hamilton Stellung. Er bezeichnet seine Wortwahl als unbedacht, streitet aber den Vorwurf von Rassismus ab.

Formel 1

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Da hat sich Nelson Piquet schön in die Nesseln gesetzt: In einem Podcast bezeichnete der 69-jährige Formel-1-Champion der Jahre 1981, 1983 und 1987 den Engländer Lewis Hamilton als "Neguinho". Das erzeugte einen Sturm der Entrüstung, der 23-fache GP-Sieger musste sich den Vorwurf gefallen lassen, rassistisch zu sein.

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Es ist nicht nachvollziehbar, wieso die Äusserung von Piquet im Podcast "Motorsport Talk" erst jetzt von brasilianischen Medien aufgegriffen wurde und von dort um die Welt ging. Denn die Aussage stammt aus dem November 2021 und bezog sich auf das Duell Hamilton gegen Verstappen in Silverstone. Piquet, der früherer Star-Pilot von Brabham, Williams, Lotus und Benetton, sprach darüber, wie Hamilton im Zweikampf mit Verstappen sein Auto positionierte. Dabei rutschte ihm das Wort "Neguinho" heraus.

Die Formel 1, der Autosport-Weltverband FIA und Mercedes-Benz reagierten mit pointierten Stellungnahmen, in welchen sie festhielten – für Rassismus sollte in der heutigen Welt kein Platz mehr sein.

Lewis Hamilton selber sagte: "Es geht um mehr als Sprache. Diese veralteten Einstellungen müssen sich ändern. Ich war mein ganzes Leben lang umgeben von solchen Einstellungen. Wir haben noch viel Zeit zum Lernen. Aber die Zeit ist gekommen, um zu agieren."

Es dauerte ziemlich lange, bis wohl auch Piquet dämmerte, was er da angerichtet hatte. Der Brasilianer schreibt: "Ich möchte einige Geschichten klären, die gegenwärtig in den Medien kursieren zu meinem Kommentar, den ich vergangenes Jahr in einem Interview gemacht habe."

"Was ich sagte, das war unbedacht, und ich streite das gar nicht ab, aber ich muss betonen, dass dieses Wort in der brasilianisch-portugiesischen Sprache seit vielen Jahren und verbreitet als Synonym verwendet wird für ‘Kumpel’ oder ‘Kerl’ – das war nicht beleidigend gemeint."

"Ich würde nie das Wort verwenden, für welches ich angeprangert werde in einigen Übersetzungen. Ich verurteile aufs Schärfste die Unterstellung, dass ich einen Fahrer herabsetzen würde wegen seiner Hautfarbe."

"Ich entschuldige mich von ganzem Herzen für jeden, der sich beleidigt gefühlt hat, einschliesslich Lewis, den ich für einen unfassbar fabelhaften Fahrer halte. Aber die Übersetzung des verwendeten Wortes in gewissen Medien ist nicht korrekt. Diskriminierung hat in unserer Gesellschaft keinen Platz, auch nicht in der Formel 1, und ich hoffe, diese Gedanken tragen zur Klärung bei."

Piquet ist kein Mauerblümchen im Umgang mit anderen Piloten und kein Mensch, der sich den Mund verbieten lässt. Er bezichtigte mit geschickten Worten unterschwellig, sein damaliger Rivale Ayrton Senna interessiere sich wohl eher für Männer als für Frauen, und es trug nicht zur Verbesserung der Team-Atmosphäre bei Williams bei, als Piquet abfällige Bemerkungen über das Aussehen der Ehefrau von Nigel Mansell fallen liess.

Piquet stolperte letztlich über die Doppeldeutigkeit des Wortes "Neguinho", das tatsächlich als Kumpel übersetzt werden kann. "Tudeo bem, meu neguinho?" Das heisst so viel wie: "Alles gut, Kumpel?" Aber Neguinho bedeutet eben auch kleiner Schwarzer, und damit ist jeder, der das Wort verwendet, bereits auf sehr dünnem Eis. Vor allem dann, wenn von Lewis Hamilton gesprochen wird. Nelson Piquet hätte das wissen müssen.

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