George Russell (Mercedes/1.): «Gestern noch am Boden»

Von Mathias Brunner
George Russell

George Russell

Der Engländer George Russell erobert im spannenden Abschlusstraining zum Ungarn auf dem Hungaroring seine erste Pole-Position. Der 24-jährige Mercedes-Fahrer: «Ich kann es selber kaum glauben.»

Alle sprachen davon, dass Ferrari auf trockener Bahn so gut wie unschlagbar sei, nun das – erste Pole-Position des jungen Engländers George Russell, dies in seinem 73. Abschlusstraining in der Königsklasse. Der 24-jährige Mercedes-Fahrer ist der 105. Pilot in der Formel 1, der eine Pole-Position erringt, als erster Fahrer seit Carlos Sainz in Silverstone.

Die zuvor besten Startplätze von Russell: zwei Mal Zweiter, in Sakhir 2020 (mit Mercedes) und in Belgien 2021 (mit Williams). Für Mercedes ist es die 136. Pole in der Formel 1, die erste in dieser Saison und die erste seit Saudi-Arabien 2021 und Lewis Hamilton.

Russell sagt nach seiner sensationellen Leistung: «Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, was hier eben passiert ist. Vor allem bin ich happy fürs ganze Team, weil ich jeden Tag sehe, wie sich diese Mannschaft in die Arbeit reinkniet, um Mercedes auf die Siegerstrasse zurückzubringen.»

«Wir hatten gestern einen ganz schwierigen Freitag, wir waren bis elf Uhr abends an der Rennstrecke, um den Wagen zu verbessern, und ehrlich gesagt, haben wir uns die Haare gerauft, wie wir den Silberpfeil schärfen können. Die Moral war ziemlich am Boden, wir fühlten uns verloren. Und 24 Stunden später haben wir die Pole-Position – unfassbar!»

«Es gibt keine Punkte für die Pole, aber es ist so gut für die Moral der ganzen Mannschaft was heute passiert ist. Ich schätze, wir haben den Wagen auf der letzten Runde ins perfekte Arbeitsfenster bekommen. Im ersten Sektor war ich schon markant schneller als zuvor, im zweiten dann auch, es lief einfach wie am Schnürchen.»

«Wenn du auf so einer Runde bist, dann läuft alles fast wie von selber. Und dies mit einem Auto, mit dem ich im dritten Training noch alle Hände voll zu tun hatte. In der Formel 1 geht es immer um Details, und wir haben es geschafft, auf dieser einen Runde alles perfekt hinzubekommen.»

«Das ist ein unvergleichliches Gefühl, so ähnlich habe ich mich in der Formel 1 erst einmal gefühlt, als wir mit Williams in Belgien 2021 auf nasser Bahn den zweiten Startplatz erreicht haben.»

«Genau für solche Gänsehaut-Momente bin ich Rennfahrer. Wenn du so etwas mal erlebt hast, dann willst du dieses Gefühl immer und immer wieder auskosten. Dafür lebe ich.»

Was passiert im Rennen? George: «Ich habe nicht den geringsten Schimmer. Wir haben die Abstimmung des Autos nach dem verpatzten Freitag auf den Kopf gestellt, und wenn ich am Sonntag auf die Bahn gehe, ist das eine Reise ins Unbekannte. Zumal die Verhältnisse am Freitag und am Sonntag nicht vergleichbar sind. Aber ich bin Racer – und wenn du vom ersten Startplatz losfahren kannst, dann willst du natürlich gewinnen, ist ja klar.»

Qualifying, Hungaroring

01. George Russell (GB), Mercedes, 1:17,377 min
02. Carlos Sainz (E), Ferrari, 1:17,421
03. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:17,567
04. Lando Norris (GB), McLaren, 1:17,769
05. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:18,018
06. Fernando Alonso (E), Alpine, 1:18,078
07. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:18,142
08. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, 1:18,157
09. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, 1:18,379
10. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:18,823
11. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 1:18,516
12. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, 1:18,573
13. Kevin Magnussen (DK), Haas, 1:18,825
14. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:19,137
15. Mick Schumacher (D), Haas, 1:19,202
16. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, 1:19,240
17. Alexander Albon (T), Williams, 1:19,256
18. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, 1:19,273
19. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, 1:19,527
20. Nicholas Latifi (CDN), Williams, 1:19,570

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