Ralf Schumacher: Aston Martin für Alonso Rückschritt

Von Mathias Brunner
Ralf und Mick Schumacher

Ralf und Mick Schumacher

Der sechsfache Grand-Prix-Sieger Ralf Schumacher analysiert den Schachzug von Fernando Alonso, Alpine in Richtung Aston Martin zu verlassen: «Für Aston Martin ist das ein ganz cleverer Schachzug.»

Die Formel 1 verabschiedete sich mit drei Paukenschlägen in die Sommerpause: Zuerst die Rücktritts-Ankündigung von Sebastian Vettel, dann der packende Grosse Preis von Ungarn mit der grandiosen Aufholjagd von Max Verstappen und dem erneuten Versagen von Ferrari, am 1. August die Bestätigung, dass Fernando Alonso von Alpine zu Aston Martin ziehen wird.

Der 180-fache GP-Teilnehmer Ralf Schumacher gibt in seinem Rückblick aufs Ungarn-Wochenende zu: «Für mich war das eine Überraschung. Das bedeutet auch, dass Oscar Piastri in der kommenden Saison für Alpine fahren wird, anders kann ich mir den Wechsel nicht erklären. Alpine wollte Piastri nicht ziehen lassen, er ist für die Franzosen die Zukunft. Daher musste er jetzt das Cockpit bekommen.»

Aber es gibt gemäss des heutigen Sky-GP-Experten Ralf Schumacher noch andere Gründe für den Alonso-Coup: «Alonso wollte offenbar einen Vertrag für mindestens zwei Jahre haben, nicht nur für eine weitere Saison. Für Aston Martin ist die Verpflichtung von Alonso mit seiner enormen Erfahrung und seinem Speed ein ganz cleverer Schachzug. Mich freut das für Fernando, weil er immer noch seine Leistung bringt.»

Der sechsfache GP-Sieger Schumacher vertieft: «Für meinen Neffen Mick wäre Aston Martin auch eine Option gewesen. Aber er ist bei Haas grundsätzlich bei einem Team, das in diesem Jahr einen guten Job und Fortschritte macht. Mick hat in den vergangenen Wochen von seiner Performance deutlich zugelegt, von daher könnte ich mir gut vorstellen, dass die Konstellation so weiter bestehen wird. Ich wüsste auch nicht, was Haas sonst machen sollte, denn so viele Fahrer mit Erfahrung gibt es auf dem Markt nicht. Und man sieht ja, dass neue Fahrer mit den neuen Autos ohne Tests eine lange Anlaufzeit brauchen.»

«Für Fernando Alonso ist der Wechsel ein Rückschritt. Alpine ist derzeit besser aufgestellt als Aston Martin. Ich kann mir vorstellen, dass Fernando das nur deshalb gemacht hat, weil Alpine ihm keine Alternative geboten hat. Ich wittere einen Vertrauensbruch. Bei Aston Martin wird das ganze Team hinter ihm stehen. Der Aston Martin-Renner war in Ungarn auch gar nicht so langsam im Rennen. Wenn man da mal das Auto richtig versteht, kann das durchaus erfolgversprechend sein. Aber auf dem Papier steht Alonso bei Aston Martin erst mal schlechter da als bei Alpine.»

Ungarn-GP, Hungaroring

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:39:36,533 h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +7,834 sec
03. George Russell (GB), Mercedes, +12,337
04. Carlos Sainz (E), Ferrari, +14,579
05. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +15,688
06. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +16,047
07. Lando Norris (GB), McLaren, +1:18,300 min
08. Fernando Alonso (E), Alpine, +1 Runde
09. Esteban Ocon (F), Alpine, +1 Runde
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, +1 Runde
11. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1 Runde
12. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, +1 Runde
14. Mick Schumacher (D), Haas, +1 Runde
15. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, +1 Runde
16. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
17. Alexander Albon (T), Williams, +1 Runde
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
19. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, +2 Runden
Out
Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, Motor

WM-Stand (nach 13 von 22 Rennen)

Fahrer
01. Verstappen 258 Punkte
02. Leclerc 178
03. Pérez 173
04. Russell 158
05. Sainz 156
06. Hamilton 146
07. Norris 76
08. Ocon 58
09. Bottas 46
10. Alonso 41
11. Magnussen 22
12. Ricciardo 19
13. Gasly 16
14. Vettel 16
15. Schumacher 12
16. Tsunoda 11
17. Zhou 5
18. Stroll 4
19. Albon 3
20. Latifi 0
21. Nico Hülkenberg (D) 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 431 Punkte
02. Ferrari 334
03. Mercedes 304
04. Alpine 99
05. McLaren 95
06. Alfa Romeo 51
07. Haas 34
08. AlphaTauri 27
09. Aston Martin 20
10. Williams 3

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