Ralf Schumacher zu Ferrari: «Ungemütlich für Binotto»

Von Mathias Brunner
Der 180-fache GP-Teilnehmer Ralf Schumacher freut sich über einen spannenden Grossen Preis von Ungarn und ärgert sich über die erneuten Fehler von Ferrari. Er wittert Unruhe bei den Italienern.

Der stärkste Eindruck des sechsfachen GP-Sieger Ralf Schumacher nach dem Grand Prix von Ungarn: «Ein grosses Lob an die Formel 1 – das neue Rennwagen-Konzept funktioniert. Selbst auf dem Hungaroring, wo das Hinterherfahren in der Vergangenheit immer schwierig war, gab es viele Überholmanöver. Ich habe noch nie so viele Angriffe in Ungarn gesehen, das war ein extrem spannendes Rennen. Es war in Budapest so klar wie noch auf keiner Strecke in dieser Saison sichtbar, dass die Regeländerungen für mehr Action und Spannung gesorgt haben.»

Viel Lob gibt es vom GP-Experten der deutschen Sky in seinem Rückblick auf den vergangenen WM-Lauf auch für den Weltmeister und WM-Leader: «Max Verstappen ist ein unglaubliches Rennen gefahren, wenngleich Ferrari ordentlich mitgeholfen hat.»

«Unter sehr warmen Bedingungen am Freitag war Ferrari sehr gut unterwegs. Allerdings haben sie da Reifen verwendet, die sich andere Teams fürs Rennen aufgespart haben. Dann, mit den sinkenden Temperaturen und den falschen Reifen an Bord, war das im Rennen ein Drama für Ferrari. Am Sonntag war einfach der Speed nicht mehr da.»

«Von der Strategie her hat Red Bull Racing super gearbeitet, weil man Ferrari und Charles Leclerc zu einem frühen zweiten Boxenstopp mit dem Undercut gezwungen hat. Strategisch eine glatte Eins. Ferrari musste in dieser Situation reagieren, da haben sie keinen Fehler gemacht. Bei Carlos Sainz haben sie allerdings bei beiden Boxenstopps gepatzt, der Spanier hat da viel Zeit verloren. Wenn man Strategie und Reifen zusammenzählt, die man am Freitag nicht gespart hat, muss man Ferrari eine Fünf geben.»

«Der harte Reifen bei Leclerc hat gar nicht funktioniert, diese Mischung war offensichtlich für diese Bedingungen nicht geeignet. Bei Sainz hat man dann gelernt und ihm stattdessen den roten Reifen beim zweiten Stopp gegeben. Der hat dann ganz ordentlich funktioniert. Das war am Freitag alles noch nicht ersichtlich, da hatten wir aber auch 30 Grad mehr Streckentemperatur.»

«Hinter den Kulissen dürfte es bei Ferrari in der Sommerpause ungemütlich werden, vor allem für Teamchef Mattia Binotto. Er hält das Team gut zusammen, aber irgendwann werden der Vorstand und Ferrari-Partner sicherlich unruhig. Der Speed ist da, aber irgendwie schafft es Ferrari immer wieder, durch Fehler der Fahrer, falsche Strategien oder technische Probleme sich alles selbst kaputtzumachen. Auf Dauer wird das intern so nicht funktionieren.»

Ungarn-GP, Hungaroring

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:39:36,533 h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +7,834 sec
03. George Russell (GB), Mercedes, +12,337
04. Carlos Sainz (E), Ferrari, +14,579
05. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +15,688
06. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +16,047
07. Lando Norris (GB), McLaren, +1:18,300 min
08. Fernando Alonso (E), Alpine, +1 Runde
09. Esteban Ocon (F), Alpine, +1 Runde
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, +1 Runde
11. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1 Runde
12. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, +1 Runde
14. Mick Schumacher (D), Haas, +1 Runde
15. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, +1 Runde
16. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
17. Alexander Albon (T), Williams, +1 Runde
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
19. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, +2 Runden
Out
Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, Motor

WM-Stand (nach 13 von 22 Rennen)

Fahrer
01. Verstappen 258 Punkte
02. Leclerc 178
03. Pérez 173
04. Russell 158
05. Sainz 156
06. Hamilton 146
07. Norris 76
08. Ocon 58
09. Bottas 46
10. Alonso 41
11. Magnussen 22
12. Ricciardo 19
13. Gasly 16
14. Vettel 16
15. Schumacher 12
16. Tsunoda 11
17. Zhou 5
18. Stroll 4
19. Albon 3
20. Latifi 0
21. Nico Hülkenberg (D) 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 431 Punkte
02. Ferrari 334
03. Mercedes 304
04. Alpine 99
05. McLaren 95
06. Alfa Romeo 51
07. Haas 34
08. AlphaTauri 27
09. Aston Martin 20
10. Williams 3

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