Michael und Mick Schumacher-Jordan: 2 Millionen Euro?

Von Mathias Brunner
​Das Auktionshaus Bonhams versteigert am 2. Februar jenen Jordan 191, mit welchem Michael Schumacher 1991 in Spa-Francorchamps das erste Training bestritt. Bonhams hofft auf einen Verkaufspreis von zwei Millionen Euro.

Erstes Training zum Grossen Preis von Belgien 1991 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps: Der junge Deutsche Michael Schumacher fährt in seinem ersten Training im Rahmen eines GP-Wochenendes auf den sensationellen achten Platz. Schumi schlug in der Formel 1 ein wie ein Blitz.

Bei den ersten Runden in den Ardennen sass Schumacher in Chassis Nummer 6 des Rennstalls von Eddie Jordan, und dieser GP-Rennwagen – für viele Fans bis heute eines der schönsten Formel-1-Fahrzeuge – kommt nun unter den Hammer.

Das britische Auktionshaus Bonhams versteigert Chassis Nummer 6 am 2. Februar in Paris. Die Experten von Bonhams glauben, dass ein Verkaufspreis von bis zu zwei Millionen Euro realistisch sei.

Chassis Nummer 6 wurde von Jordan im Rennen dann vom Italiener Andrea de Cesaris verwendet. Der Italiener rückte Leader Ayrton Senna immer näher, bis der Cosworth-Motor vier Runden vor Schluss den Geist aufgab. Der Römer weinte bittere Tränen. Michael Schumacher war in einem anderen Chassis kurz nach dem Start wegen Kupplungsdefekts ausgeschieden.

Chassis Nummer 6 wurde in der GP-Saison 1991 auch von Alex Zanardi bewegt und ist fahrbereit. Der Wagen befand sich jahrelang in Besitz des Belgiers Jean «Beurlys» Blaton, dann wurde er vom Franzosen Didier Sirgue gekauft, der den Wagen in der Boss-Serie für historische Grand-Prix-Rennwagen pilotierte.

2021 organisierten die Kollegen der britischen Sky einen Formel-1-Test der besonderen Art für den damaligen Ferrari-Nachwuchspiloten und Haas-GP-Fahrer Mick Schumacher – der Formel-2-Champion von 2020 durfte sich in Chassis No. 6 seines Vaters gleiten lassen.

Mick erzählte damals: «Vom Gefühl her ist ein solches Auto aus den 1990er Jahren natürlich etwas ganz Anderes. Das fängt beim Lenkrad an – ich hatte auf einmal keine Knöpfe mehr am Lenkrad, von daher auch nichts zu lernen. Dazu natürlich keine Wippenschaltung, sondern eine klassische H-Schaltung. So etwas war ich in einem Rennwagen zuvor noch nie gefahren!»

«Der Motor dreht am besten zwischen 9000/min und 12000/min. Das hat echt Spass gemacht. Leider hatte ich nur ein wenig Schaumstoff im Cockpit, keinen richtigen Sitz. Entsprechend habe ich mich im Wagen hin und her bewegt. Beim Bremsen bin ich so weit ins Cockpit hinunter gerutscht, dass ich fast die Strecke nicht mehr erkennen konnte!»

«Ich bin natürlich auch nie in den Grenzbereich des Wagens gekommen. Das Fehlen der ganzen Sicherheitsvorkehrungen unserer modernen Renner wie etwa den Halo hätte mich nicht davon abgehalten, etwas mehr Gas zu geben. Aber ich fand es schon ein wenig seltsam, mit den Schultern so gut wie im Freien zu sitzen. Im Grunde ist der Wagen wie ein grosser Go-Kart: Chassis, Motor, Reifen, fertig. Das fühlte sich alles sehr grundsätzlich und spannend an. Es war eine wundervolle Erfahrung.»

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