Ein unklares Reglement wirft die Frage auf: Darf ein Fahrer von Red Bull Racing aufgrund des Benzindurchfluss-Skandals überhaupt aufs Siegerpodest von Sepang?
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Formel-1-Siegerehrungen sind eine feine Sache: der Tagesbeste freut sich über seine Landeshymne und einen (mehr oder weniger gelungenen) Pokal, der Zweit- und der Drittplatzierte dürfen sich ebenfalls feiern lassen, dazu kommt jeweils ein Vertreter des siegreichen Rennstalls. Für Politiker oder Wirtschaftsgrössen ist die Zeremonie eine schöne Gelegenheit, sich etwas wichtig zu machen oder für die Investitionen ihrer Firma etwas Fernsehpräsenz zu erhalten.
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Aber nun stellt sich die Frage: Steht am Sonntag möglicherweise nur ein Fahrer auf dem Podest? Werden die malaysischen Gastgeber brüskiert und die FIA blamiert? Hintergrund des scheinbar Unvorstellbaren ist das Formel-1-Reglement. Dort ist in Artikel 2.2.3c verankert, dass die Berufung eines Rennstalls gegen eine Entscheidung der Rennkommissare nach sich zieht, dass die Repräsentanten des betreffenden Teams nicht aufs Siegerpodest dürfen!
SPEEDWEEK.com-Leser wissen: Red Bull Racing befindet sich derzeit in Berufung – aufgrund der Disqualifikation von Daniel Ricciardo nach dem Australien-GP, mit dem RBR nicht einverstanden ist (Vertreter des Rennstalls und des Autoverbands werden sich am 14. April in Paris vor drei Berufungsrichtern erklären). Und RBR sowie Toro Rosso hatten im Training erneut Ärger mit den Benzindurchflusssensoren. Die Sache ist alles andere als erledigt.
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Daher also die Frage: Sollten Vettel und Ricciardo am Sonntag unter die ersten Drei fahren – dürfen sie dann überhaupt aufs Podest? Steht der Sieger (zum Beispiel Lewis Hamilton) dann alleine dort? Oder werden der Vierte und der Fünfte aufs Podest geschubst, um das Gesicht zu wahren?
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Wir haben bei Vertretern der FIA um Erklärung gebeten und – nach Rücksprache mit der Rechtsabteilung des Autoverbands in Paris – Folgendes zu hören bekommen.
Die Australien-Affäre um Red Bull Racing hat auf den Malaysia-GP keine Auswirkungen, weil es sich hier formell um eine andere Veranstaltung handelt. Würde es heute am Quali-Samstag zu einer Sanktion gegen einen Rennstall kommen (nicht nur gegen Red Bull Racing), hätte das ebenfalls keine Auswirkung. Denn eine allfällige Berufung kann von einem Team zwar angekündigt, muss aber erst vier Tage nach dem Ausschluss bestätigt werden. Das wäre so oder so nach dem Rennen.
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Würde es am Sonntag zu einem Skandal wie in Melbourne kommen, hätte das ebenfalls keine Auswirkungen, weil die Podestfeier dann ja schon vorbei wäre. Fazit: Obschon das Reglement einen solchen Fall theoretisch möglich macht, ist nicht damit zu rechnen, dass wir eine vermurkste Siegerzeremonie erleben.
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