Grössere Räder 2017: Teams dagegen, FIA dafür?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Alain Prost mit einem Formel-E-Renner auf 18-Zoll-Rädern

Alain Prost mit einem Formel-E-Renner auf 18-Zoll-Rädern

Bei der Sitzung der Strategiegruppe ist morgen Mittwoch die Radgrösse ein Thema. Die Rennställe haben beim letzten Treffen vereinbart – sie wollen grössere Reifen, aber nicht grössere Felgen.

Der traditionsreiche Reifenhersteller Michelin hat sich für den Posten des Formel-1-Alleinausrüsters ab 2017 beworben. Bedingung der Franzosen: ein Wechsel von 13-Zoll-Rädern auf die Grösse 18 Zoll, damit würde die Formel 1 ab 2017 auf Niederquerschnittsreifen rollen. Pirelli hat sich ebenfalls um die Rolle des Alleinausrüsters beworben, doch die Mailänder gehen einen anderen Weg. Rennchef Paul Hembery: «Wir bauen Reifen, welche das Reglement vorschreibt. Nicht umgekehrt.»

Bei der Sitzung der Strategiegruppe ist morgen Mittwoch auch die Radgrösse ein Thema. Die Rennställe haben jedoch beim letzten Treffen vereinbart – sie wollen grössere Reifen, aber nicht grössere Felgen.

Ferrari-Technikchef James Allison: «Die meisten Teams sind sich darüber einig, dass wir keine andere Felgengrösse wollen. Bei der Breite der Reifen haben wir natürlich Spielraum, weil wir gleichzeitig ja auch gesagt haben, die Formel 1 soll aggressiver aussehen, dazu gehören auch richtig breite Reifen.»

Die Techniker haben Bedenken bezüglich Radgewicht, und sie wissen auch, dass mit einer Änderung der Radgrösse auch eine Änderunge der Bremsanlage verbunden wäre. Und das kostet Geld – unnötig, wie die Rennställe finden.

Innerhalb der Strategiegruppe haben die Teams jedoch nur einen Drittel Stimmen. Die anderen beiden Drittel gehören Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt. Während Verschwörungstheoretiker darüber fabulieren, dass Todt gerne seine Landsleute zurück in der Formel 1 sähe, meinen andere – es ist kein intelligenter Ansatz, den mächtigsten beiden Männern im Motorsport die Bedingungen für ein Comeback zu diktieren.

Michelin-Motorsportchef Pascal Couasnon hat im Rahmen der Formel E in London betont: «Wenn beschlossen wird, dass die Formel 1 bei 13 Zoll bleibt, dann respektieren wir das, aber dann ist das für uns sinnlos. Dann warten wir auch die nächste Möglichkeit, in die Formel 1 zurückzukehren.» Das wäre dann ab 2020, weil der neue Vertrag von der FIA für drei Jahre ausgeschrieben ist, also von 2017 bis einschliesslich 2019.

Michelin baut für die Sportwagen-WM oder für die Formel E bereits Reifen für die grösseren Räder. Im Reglement ist ein Wechsel der Grösse verankert, «sofern der Hersteller beweisen kann, dass ein Wechsel dem Wettbewerb dient».

Couasnon glaubt, dass man dies unter Beweis stellen kann. «Aber wir werden keinen Reifen bauen, der gezielt abbaut. Das ist nicht die Botschaft, welche wir vermitteln wollen. Wir investieren nicht viel Geld und Technik, um dann einen Reifen herzustellen, der nicht hält. Das entspricht nicht dem Image und der Philosophie von Michelin.»

Ein Reifen, der abbaut, der die Fahrer damit vor Probleme stellt, der die Rennställe zu unterschiedlichen Strategien zwingt, das war genau, was Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt von Pirelli wollten, und exakt das haben die Norditaliener gemacht. Rennchef Paul Hembery: «Natürlich könnten wir mit Leichtigkeit Reifen bauen, die mehrere Grands Prix halten. Aber das war nicht der Sinn der Sache.»

Couasnon ist davon überzeugt: «Der Wechsel auf grössere Räder wird kommen, da bin ich mir ganz sicher.»

Gemäss Reglement muss der Automobil-Weltverband FIA bis Mitte September verkünden, wer ab 2017 Formel-1-Reifenlieferant sein wird.

Michelin war letztmals 2006 im Formel-1-Sport vertreten. In der MotoGP wird Michelin ab 2016 Alleinausrüster.

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