Formel 1 in Sotschi: Weshalb gab es so viele Dreher?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg verbremst sich in der ersten Runde des Russland-GP 2014

Nico Rosberg verbremst sich in der ersten Runde des Russland-GP 2014

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: 2014 fiel beim Premierenwochenende in Sotschi auf, wie viele Piloten sich drehten. Ist damit auch bei der zweiten Ausgabe zu rechnen?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Maria-Pia Heinrich aus Nürnberg wissen: «Ich kann mich daran erinnern, dass wir vor einem Jahr in den freien Trainings von Sotschi sehr viele Dreher sahen. Wieso war das eigentlich so, und ist damit erneut zu rechnen?»

Der erste Grund dafür ist ein überaus glatter Asphalt, der eigens für die Rennstrecke auf dem olympischen Gelände hergestellt worden ist. Trotz der strengen Winter soll der Belag vier Jahre lang ohne Schäden halten.

Dennoch wirkte die Bahn für eine neue Strecke auf Anhieb recht sauber, und das war kein Zufall, wie Pistenarchitekt Hermann Tilke weiss: «Die Piste wurde mehrfach mit einem Spezialgerät gereinigt, das sonst auf Flughäfen benutzt wird. Es schiesst Wasser in den Asphalt ein, wäscht also den Schmutz raus und saugt dann das Schmutzwasser ab. Im Grunde handelt es sich um einen Hochdruckreiniger. So bringst du den feinen Staub raus, den die Rennwagen sonst mit ihrer Saugnapfwirkung aus dem Asphalt ziehen.»

Auch dem Deutschen fiel auf: «Wir haben sehr viele Fahrfehler erlebt, Ausrutscher, verpasste Bremspunkte. Neuer Asphalt schwitzt Öle aus, das haben wir in Russland genau so wie auf anderen Pisten gesehen. Das ist auch einer der Gründe, wieso die Fahrer öfter als sonst querstehen. Es gibt aber noch einen anderen Grund. Wir mussten ja unsere Piste ins Gelände einbauen. Daher haben wir teilweise etwas seltsam wirkende Verwindungen in der Strecke drin, was die Seitenneigung angeht. Das ist für die Fahrer ungewohnt, daran muss man sich zuerst gewöhnen.»

Letztlich waren die überdurchschnittliche häufigen Verbremser und Dreher also eine Folge von Asphaltbeschaffenheit, Pistenverlauf, mangelnder Erfahrung und Ausloten der Grenzen.

Bei Ausgabe 2 des Sotschi-Laufs wird es darauf ankommen, wie viel Haftung die Bahn nach einem Jahr aufbaut und wie sich die andere Reifenkombination auswirkt: Vor einem Jahr wurde in Russland mit den Reifenmischungen mittelhart und weich gefahren, 2015 jedoch mit superweich und weich.

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