Jackie Stewart: Hamilton zu jung für wahre Grösse?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton und Sir Jackie Stewart 2015 in Bahrain

Lewis Hamilton und Sir Jackie Stewart 2015 in Bahrain

​Die schottische Rennlegende Sir Jackie Stewart kann in Austin von Lewis Hamilton eingeholt werden: Kein Brite hat mehr als drei Titel gewonne. Das sagt Jackie über Lewis.

Lewis Hamilton jagt von einem Rekord zum nächsten. Nigel Mansell als siegreichster Formel-1-Brite hat er schon im vergangenen Jahr überholt (inzwischen steht Hamilton bei 42 Siegen), Hamilton jagt seiner 50. Pole nach, und in dieser Saison kann er die Bestmarke von Sir Jackie Stewart einstellen – kein britischer Formel-1-Fahrer hat mehr als drei Titel gewonnen.

Und er kann Stewart in einer Hinsicht überholen, denn so erfolgreich britische Rennfahrer in der Formel-1-Historie gewesen sind, umso verblüffender ist die Tatsache: Bis jetzt hat kein Brite seinen WM-Titel erfolgreiche verteidigen können! Hamilton gedenkt, das am kommenden Sonntag zu ändern. Und wenn nicht hier, dann eben in Mexiko.

Sir Jackie Stewart (76) ist regelmässiger Gast in den Formel-1-Fahrerlagern. Gegenüber den Kollegen von Reuters sagt er über den neunfachen Saisonsieger Lewis Hamilton: «Er ist ein Top-Rennfahrer, keine Frage. Aber ich finde, das Wort Grösse kann man noch nicht verwenden. Ich finde, dieses Etikett kommt erst im Laufe der Jahre. Viele Fahrer wurden erst Jahre nach dem Ende ihrer Karriere als grosse Piloten eingestuft.»

Für Stewart gibt es nur wenige Rennfahrer, die noch im Laufe ihrer Karriere das Prädikat «grosse Piloten» verdienen. Etwa Jim Clark.

Wird Hamilton Weltmeister, sind nur noch drei Fahrer an WM-Titeln erfolgreicher als Lewis: Michael Schumacher (sieben Titel) sowie Alain Prost und Sebastian Vettel mit je vier.

Jackie Stewart über die Vormacht der Silberpfeile: «Eine solche Dominanz gibt es nur selten. Mercedes hat das in den 30er und 50er Jahren vorgemacht, Ferrari gelang das mit Michael Schumacher. Lewis hat sich 2012 für Mercedes entschieden, und diese Team-Wahl hat sich voll bezahlt gemacht. Ich finde es toll, wenn er mit mir an WM-Titeln gleichzieht, das ist für Grossbritannien fabelhaft.»

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