Luca di Montezemolo: Kritik am Ferrari-Fortschritt

Von Andreas Reiners
Formel 1
Luca di Montezemolo

Luca di Montezemolo

Kein Ferrari-Sieg in diesem Jahr, dazu ist Mercedes weiter dominant, während die Scuderia nicht so wirklich näher herankommt. Die Saison verlief für Ferrari bislang enttäuschend.

In der Heimat führte das Abschneiden zuletzt zu hitzigen Gerüchten. Nach einer Geschichte von Autosprint wurde Teamchef Maurizio Arrivabene in Barcelona wieder und wieder auf das angebliche Ende seiner Ferrari-Laufbahn angesprochen.

Angeblich sei Ferrari-Präsident Sergio Marchionne mit den Fortschritten nicht zufrieden, noch immer sei Ferrari ohne Sieg, daher werde Arrivabene durch den heutigen Technikchef James Allison ersetzt, als Allison-Nachfolger werde James Key von Toro Rosso geholt. Oder Aldo Costa kehre von Mercedes zurück. Marchionne verwies die Story ins Reich der Fabeln: «Ich habe jedes Vertrauen in Maurizio Arrivabene und seine Truppe. An dieser Geschichte ist nichts dran.»

Doch die Geschichte zeigt auch, wie schnell es gehen kann. In der vergangenen Saison wurde Ferrari noch bejubelt, im Jahr des Wiederaufbaus hatte der Traditionsrennstall angedeutet, dass wieder mit ihm zu rechnen ist. Doch natürlich steigen dann parallel auch die Erwartungen. Die besagten Gerüchte zeigen: Kommen die Ergebnisse nicht, wird es schnell unruhig.

Für weitere Unruhe sorgt nun ausgerechnet der frühere Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Er stellte klar, dass er enttäuscht ist. «Ich bin ehrlich: Ich habe einen größeren Schritt nach vorne im Vergleich zum Vorjahr erwartet, nachdem jetzt fünf Rennen rum sind und noch keines gewonnen wurde», sagte er.

Di Montezemolo, der 2014 als Ferrari-Präsident zurücktrat und heute Präsident der Fluglinie Alitalia ist, wollte zudem nochmals betonen, dass auch er einen Anteil am Aufstieg von Ferrari hat. 2014 war der Scuderia kein einziger Sieg gelungen, ehe anschließend der komplette Laden umgekrempelt wurde, unter anderem kamen Arrivabene, Sebastian Vettel und auch Marchionne an Bord. Aber sie sind nicht für alle Fortschritte verantwortlich, stellte di Montezemolo klar: «Ich weiß, dass wir uns schon 2014 verbessert haben. Der Fortschritt letztes Jahr war ein Produkt der Arbeit im Jahr davor.»

Auch was die Fahrer angeht, hat er noch einen Rat für die neue Führung. Denn auch um Kimi Räikkönen gibt es natürlich Gerüchte. Macht er weiter? Darf er bei Ferrari überhaupt weitermachen? Di Montezemolos Favorit ist Daniel Ricciardo, der seit Monaten mit Ferrari in Verbindung gebracht wird. «Er ist vor allem ein netter Kerl. Er ist sehr schnell und Sebastian Vettel kann ein Lied davon singen, wie schnell. Wenn ich noch bei Ferrari wäre, wäre er meine erste Wahl.»

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