Ferrari: Schock für Vettel, Technikchef Allison geht

Von Mathias Brunner
Formel 1
James Allison mit Sebastian Vettel

James Allison mit Sebastian Vettel

​Bis zuletzt hatte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene Gerüchte heruntergespielt, wonach Technikchef James Allison Maranello verlassen könnte. Nun bestätigt Ferrari die vorzeitige Trennung.

Schock für Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen: Der Engländer James Allison, Technikchef von Ferrari, verlässt den berühmtesten Rennstall der Welt. Seine Rolle als technischer Leiter übernimmt der Italiener Mattia Binotto, Chef der Motorenabteilung.

Teamchef Maurizio Arrivabene: «Wir möchten James für seine Hingabe und seine Opfer danken. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.»

James Allison wird so zitiert: «Ich habe in meinen zwei Phasen bei Ferrari die Menschen bei Ferrari schätzen gelernt. Ich möchte ihnen für ihren ganzen Einsatz danken und wünsche ihnen jeden Erfolg der Welt.»

Wochen lang war zuvor spekuliert worden: James Allison habe ein Angebot von Renault erhalten und denke ernsthaft darüber nach, wieder in Grossbritannien zu arbeiten. Der Hauptgrund dafür ist ein tieftrauriger. Am 22. März 2016 musste Ferrari bekanntgeben, dass Allison seine Ehefrau verloren habe. Die Mutter von James’ drei Kindern Emily, Matteo und Jonathan erlag völlig überraschend einer Hirnhautentzündung.

Nach dem Verlust seiner Ehefrau nahm Allison eine rund drei Wochen lange Auszeit. Ferrari liess dem Trauernden komplett freie Hand. Denn Allison musste nach dem schweren Schlag sein Leben neu organisieren. Die Kinder im Teenager-Alter leben in England, James pendelt üblicherweise zwischen Grossbritannien und Maranello. Mitte April hat James Allison dann seine Arbeit wieder aufgenommen.

Ferrari-Technikchef Allison hatte im vergangenen Winter angekündigt, in diesem Jahr nicht mehr bei allen Grands Prix vor Ort dabei zu sein. Der Grund: Der studierte Luft- und Raumfahrttechniker wird von Jock Clear entlastet. Clear arbeitet für die Scuderia als Operationsleiter vor Ort und hat in Australien das erste GP-Wochenende in dieser Funktion absolviert. Allison wollte mehr Zeit zuhause verbringen und sich auch besser auf Entwicklungsarbeiten am diesjährigen Auto und am nächstjährigen Renner konzentrieren.

Im vergangenen Jahr hat Allison seinen Vertrag um drei Jahre verlängert (bis Ende 2018). Dieser Vertrag ist nun aufgelöst.

Die beiden Stars Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen werden den Abgang mit Sorge sehen: Allison gilt als einer der besten Techniker der Branche, seine Rückkehr nach England ist für Ferrari ein herber Verlust. Wie lange Mattia Binotto die neue Stelle hält, dazu äussert sich Ferrari nicht.

James Allison wurde am 21. Februar 1968 im englischen Louth geboren und studierte an der Universität von Cambridge. 1989 schloss er sein Studium mit einem Diplom in Luft- und Raumfahrttechnik ab und begann 1990 seine Karriere in der Formel 1, als Junior-Designer in der Aerodynamik-Abteilung des Teams Benetton. 1992 wurde er bei im französischen Rennstall Larrousse Chef der Aerodynamik-Abteilung, ging aber zwei Jahre später zurück zu Benetton. 1999 dockte Allison erstmals bei Ferrari an, ging 2005 als stellvertretender Technischer Direktor aber ein weiteres Mal zurück zu Benetton, das mittlerweile zum Werksteam von Renault geworden war. 2009 wurde er dort zum Technischen Direktor ernannt, diesen Posten behielt er auch, als der Luxemburger Investor Gérard Lopez Renault das in Enstone angesiedelte Team abkaufte.

Seit dem 29. Juli 2013 war Allison dann zurück in Maranello, dieses Mal als Technischer Leiter. Ende 2015 wurde aus Lotus wieder Renault. Und die Franzosen haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie in der Formel 1 an die Spitze wollen. Sich um James Allison zu bemühen, wäre völlig logisch.

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