Flörsch: Der dümmste Spruch, den sie zu hören bekam

Von Andreas Reiners
Sophia Flörsch

Sophia Flörsch

Sophia Flörsch hat immer wieder betont, dass es als Frau nicht einfach ist in einer von Männern dominierten Motorsport-Welt. Es gibt aber auch Vorteile.

Sprüche durfte sich Sophia Flörsch schon eine Menge anhören. Keine Frage: Es ist nicht einfach in einer von Männern dominierten Sportart.

Die aktuelle Formel-3-Pilotin hat sich daran gewöhnt und weiß damit umzugehen. Anfangs haben ihre Eltern sie davon ferngehalten, da einige der Meinung waren, es würde sowieso nichts bringen, sie fahren zu lassen, da sie nie erfolgreich sein würde.

«Bewusst geworden ist mir das selbst erst, als ich aufs Auto umgestiegen bin, Interviews gegeben habe, als dann irgendwann auch die Medien interessiert waren. Erst da, so mit 14, habe ich dann auch verstanden, dass ich nicht nur Fürsprecher habe und dass das schon eine relativ harte Welt ist», sagte sie im Interview mit web.de.

Sie ist daran gewachsen, sie hat sich das nötige Selbstbewusstsein zugelegt, und auch das dicke Fell.

Die Sprüche bleiben. Nach dem dümmsten, den sie je gehört hat, gefragt, sagte sie: «Einmal kam der Vater eines Teamkollegen, als ich 14 war zu mir und meinte, warum ich den Sport überhaupt ausübe, ich würde es als Frau ja ohnehin nie schaffen. Das sei doch vollkommen unnötig. Wenn man 14 Jahre alt ist und sowas hört, dann ist das nicht so easy. Ich habe nicht verstanden, warum da jetzt jemand gegen mich ist.»

Dabei muss man unterscheiden zwischen den Eltern und den Gegnern. Ihr selbst war es immer vollkommen egal, gegen wen sie fährt, und den anderen auch. «Da war niemandem bewusst, dass das was Komisches ist», sagte sie.

Das waren sogar Freundschaften. «Wir waren alle supergut befreundet, sind zusammen Kart gefahren, danach haben wir wieder zusammen in der Küche Paprika geklaut und dann sind wir zusammengesessen und haben über die neuesten Pokemon-Sachen geredet.»

«Und klar, je älter du wirst, desto seriöser wird es. Aber dann sind es auch eher die Väter, die ihren Jungs irgendwann sagen, dass es nicht normal ist, dass da ein Mädchen mitfährt. Es sind die Väter, die Druck machen auf ihre Söhne. Aber den Jungs selbst ist das eigentlich schnurz», so Flörsch.

Das sei auch jetzt noch so, betonte sie: «Ich werde respektiert. Klar gibt es immer Leute, seien es Fans oder Leute, die im Motorsport zu tun haben, die mal anzüglich – oder vielleicht auch nicht anzüglich, aber zumindest nicht respektvoll einer Frau gegenüber auftreten. Aber das ist ja nicht nur im Motorsport so, sondern ein generelles Problem. Damit kommst du irgendwann klar - oder halt nicht. Bisher ist bei mir noch nichts Schlimmes vorgefallen – obwohl es eine Männerwelt ist. Zwar gibt es ab und zu mal irgendwelche Geschichten, die absoluter Bullshit sind, aber da musst du drüberstehen. Und eigentlich macht es dich nur noch stärker und viel reifer – auch im Vergleich zu den Schulkameradinnen und –kameraden.»

Es gibt aber auch explizite Vorteile, wenn man eine Frau ist. Zumindest teilweise. «Als Frau hat man ein bisschen mehr Aufmerksamkeit durch Medien, weil du eben herausstichst. Aber das hat neben den Vorteilen auch Nachteile. Solange du performst, solange sie denken, dass du gut bist, schreiben alle gute Sachen. Wenn du aber mal nicht ablieferst, dann kann sich das Blatt natürlich schnell wenden», sagte Flörsch.


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