GCC Triptis: Nemeth siegt trotz falschem Set-up

Von Peter Fuchs
German Cross Country
Die Strecke in Triptis war nicht einfach

Die Strecke in Triptis war nicht einfach

Eine gute Woche vor dem Auftakt der Deutschen Cross Country Meisterschaft in Triptis lag noch Schnee. Entsprechend anstrengend war die Strecke für die über 700 Teilnehmer.
Den Holeshot der Pro-Klasse gewann Kawasaki-Fahrer Kevin Zdon, doch aus der ersten Runde kam Edward Hübner auf seiner Yamaha als Erster zurück. Doch auch der musste sich bald geschlagen geben und wenig später hatte Kornel Nemeth die Führung übernommen. Um es vorweg zu nehmen: Der KTM-Fahrer gab diese auch bis ins Ziel nicht mehr ab! Damit wurde der Ex-Meister seiner Favoritenrolle gerecht: «Es war eine schöne Strecke, aber durch die über 700 Motorräder ziemlich ausgefahren – und mein Motorrad hatte ein lupenreines Motocross-Set-up. Das hat es für mich zusätzlich anstrengend gemacht. Beim nächsten Mal habe ich dann ein Enduro-Fahrerwerk drin», versprach der in Deutschland lebende Ungar.

Edward Hübner musste fast einhändig fahren


Den zweiten Platz erbte der Finne Roni Nikander: Der Enduro-Europameister in der E1-Klasse will die komplette GCC-Saison bestreiten und profitierte erst einmal vom frühen Tankstopp Hübners: Dieser hatte einen normalen kleinen Tank, wollte auf Nummer sicher gehen und tankte deshalb sogar zweimal: «Dazu kam, dass ich ewig kein GCC gefahren bin und mir am Anfang nicht sicher war, wie ich mir die Kraft einteilen muss. Dann habe ich mir außerdem noch eine schmerzhafte Blase an der linken Hand geholt, dass ich den Lenker fast nur noch mit einer Hand gehalten habe.» Hübner beendete den Lauf nach zwei Stunden als bester Deutscher auf Rang 3! Allerdings hatte er bereits eine Runde Rückstand auf die beiden KTM-Fahrer, selbst aber zwei Minuten Vorsprung auf drittplatzierten Norweger Per Kristian Bakke.

Husqvarna-Pilot Christian Weiß war schon nach einer Runde in der Box, um seinen verbogenen Schalthebel zu richten. Danach drehte er verhältnismäßig abgeschlagen seine Runden und kam durch seine Beständigkeit am Ende hinter Bert Meyer noch auf den sechsten Platz.

Daniel Weiß: Trotz Sturz eine Runde voraus

Bei den Experts ging der Tagessieg an Daniel Weiß: Der Husaberg-Fahrer kam schlecht vom Start weg und bemühte sich in der langen Waldpassage so viele Fahrer wie möglich zu überholten. Das klappte so gut, dass er nach zwei Runden die Führung übernehmen konnte. «Dann habe ich versucht so ruhig zu fahren wie möglich, um Kondition zu sparen. Ich hatte nur einen kleinen Sturz, das war Unaufmerksamkeit und hat die Führung nicht gefährdet.» Am Ende hatte Weiß über eine Runde Vorsprung auf den Zweitplatzierten Markus Rohrig, der für das neue Team Diller Powerparts am Start ist.

Bei Tim Apolle ging die Warnleuchte an

In der neuen Klasse der Advanced-Fahrer gewann Tim Apolle: Er pilotierte erstmals eine 350er-Husaberg: «Das mit dem E-Starter war ungewohnt und eigentlich ein Nachteil beim Start.» Immerhin kam er über die zwei Stunden mit einer Tankfüllung: «Das haben mein Vater und der Jörg Steenbock schon im Training ausprobiert», meinte Apolle mit Augenzwinkern. Allerdings leuchtete bei ihm in der letzten Runde auch schon die Spritwarnlampe – und eine Reserve gibt es bei modernen Einspritz-Modellen nicht.

Die kompletten Ergebnisse aller Klassen finden Sie HIER

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