Stephan Katt: Bis letzte Woche halb verrückt gemacht

Von Rudi Hagen
Langbahn-GP
Nach langem Zögern freut sich Stephan Katt jetzt auf den Langbahn-GP in Morizès

Nach langem Zögern freut sich Stephan Katt jetzt auf den Langbahn-GP in Morizès

Stephan Katt hatte noch vor kurzem arge Bedenken, am Langbahn-GP in Morizès teilzunehmen. Die Risiken in Zeiten von Corona schienen zu groß. Dann entschied sich das Team, am kommenden Samstag in Südfrankreich zu starten.

«Ich freue mich derbe, am Wochenende wieder fahren zu können, ich freue mich auf Morizès.» Ehe Stephan Katt diesen Satz jetzt herausbrachte, war eine Zeit des Grübelns und schlafloser Nächte vorausgegangen. «Die Lage war aufgrund der Corona-Pandemie für mich einfach total unsicher», sagte der Langbahn-Pilot aus Neuwittenbek in Schleswig-Holstein zu SPEEDWEEK.com angesichts des für kommenden Samstag terminierten Auftaktes zur Langbahn-Weltmeisterschaft 2020.

Katt weiter: «Im Vorfeld habe ich mich allen Ernstes gefragt, ob ein WM-Start unter den derzeitigen Gegebenheiten für mich überhaupt Sinn macht. Dabei ging und geht es überhaupt nicht um die sportlichen Aspekte. Natürlich möchte ich WM fahren. Natürlich bin ich motiviert. Letztlich bin ich Rennfahrer. Viel wichtiger ist mir allerdings meine Verantwortung gegenüber meinem Team. Dabei habe ich durchaus keine Angst vor einer etwaigen Infektion mit diesem fragwürdigen Virus. Es geht vielmehr um die sich ständig ändernden Bestimmungen. Was ist, wenn wir in Frankreich sind und es kurzerhand neue Quarantäne-Bestimmungen geben sollte? Meine Mechaniker gehen alle einer geregelten Arbeit nach und haben entsprechende Verpflichtungen. Da dürfen sie am Montag nicht auf ihrer Arbeitsstelle fehlen.»

Nachdem sich der 40-Jährige nach eigenen Worten mit dieser Situation bis letzte Woche halb verrückt gemacht habe, auch weil von der FIM kein entsprechendes Feedback kam, setzte eine Team-Besprechung am Mittwoch der ganzen Unsicherheit ein Ende. Einstimmig wurde beschlossen, in Morizès zu starten «und zwar zu 100 Prozent», wie Katt nun bestätigte. Und: «Das ist eine saugeile Bahn in Morizès, mit vielen möglichen Linien, ich liebe diese Bahn und weiß, dass ich sie fahren kann, da ist alles möglich.»

Großartig vorbereiten konnte sich Stephan Katt allerdings nicht. Kein einziges Rennen ist der gebürtige Kieler in diesem Jahr gefahren, aber er konnte Anfang Mai in Brokstedt und vor fünf Wochen in Landshut mit dem Speedway-Bike trainieren. Dazu kamen jetzt zwei Trainings auf der Langbahn im dänischen Skovby und zuletzt in Parchim. Katt: «Vielen Dank dem MC Mecklenburgring Parchim. Auf der nur für mich bestens präparierten Sandbahn konnte ich nochmals meine Bikes testen. Es war einfach genial, was mir vom Verein dort geboten wurde. Die Motorräder mit den Top-Motoren von Matten Kröger haben mich begeistert und ich war sehr zufrieden. Es hat echt Spaß gemacht.»

An diesem Samstag wird der erste von zwei Langbahn-Grands-Prix dieser Saison um 20.30 Uhr in Südfrankreich gestartet. Neben Katt fahren aus deutscher Sicht auch Lukas Fienhage aus Lohne und Max Dilger aus Lahr im Schwarzwald. Der Gengenbacher Bernd Diener verzichtet aufgrund der Corona-Risiken, Vize-Weltmeister Martin Smolinski aus Olching laboriert noch an den Folgen eines Trainingssturzes in Leipzig und fehlt ebenfalls.

Fahrerfeld Langbahn-GP Morizes (F):

Stephan Katt (D)
Lukas Fienhage (D)
Max Dilger (D)
Zach Wajknecht (GB)
James Shanes (GB)
Chris Harris (GB)
Stéphane Trésarrieu (F)
Mathieu Trésarrieu (F)
Gaétan Stella (F)
Romano Hummel (NL)
Theo Pijper (NL)
Martin Malek (CZ)
Josef Franc (CZ)
Kenneth Kruse Hansen (DK)
Tomas H. Jonasson (S)
Res. Jérome Lespinasse (F)
Res. Gabriel Dubernard (F).

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