IDM News: Abschied, Abstecher und Zuschauer

Von Esther Babel
IDM
Die IDM hat sich eine sportliche Woche vorgenommen. Nach aktuell zwei Tagen auf dem Sachsenring geht die Reise weiter an den Lausitzring zu Rennen Nummer 5 und 6 für die Solo-Klassen. Im Fahrerlager tut sich was.

Als die IDM zuletzt vor sieben Jahren auf dem Sachsenring unterwegs war, waren viele Piloten von heute schon mit am Start. Andere haben inzwischen aufgehört oder die Serie gewechselt, wieder andere stellen sich neuen Aufgaben. Der eine wird Vater, der andere Botschafter und ein weiterer taucht 2020 nur einmal auf.

Roman Stamm: Ein letztes Mal

Es ist schon ein paar Jährchen her, dass der Schweizer Roman Stamm in der IDM unterwegs gewesen ist. Unter anderem auch auf dem Sachsenring, mit einer Kawasaki des Teams Schnock. Doch irgendwann um Hochzeit und Tochter Nummer 1 rum hieß es Abschiednehmen von der IDM. Nur der Langstrecken-WM und dem Team Bolliger blieb er noch ein paar weitere Jahre treu. Jetzt ist auch da Schluss. Nach den 24 Stunden von Le Mans begibt sich Stamm zumindest in Sachen Motorrad-Rennen aufs Altenteil.

«Ein letztes Mal», überschreibt er seinen Abschiedsbericht. «Nach 23 Jahren Rennsport habe ich mich entschlossen, dass Le Mans dieses Jahr mein letztes Rennen werden würde. Eigentlich hatte ich geplant, die normale Weltmeisterschafts-Saison mit Le Mans und Oschersleben noch zu fahren, da ich in der Magdeburger Börde noch eine Rechnung offen habe. Aber durch Corona und alles kam alles anders. Dann durften wir jetzt die 24 Stunden von Le Mans nachholen - aber mein Entschluss steht fest, dass es nun zu Ende ist. Leider war mein Abschied nicht sonderlich erfolgreich, wenn man auf das Ergebnis schaut. Aber ich habe meine letzten Runden mehr als genossen - und besonders die Zielankunft. Am Anfang seiner Karriere träumt man davon, ein 24-Stunden-Rennen zu Ende zu fahren und das haben wir nun noch mal geschafft. Die Rückkehr an die Box, zum Team, mit riesigem Applaus und feuchten Augen - das war mehr als emotional. Ich danke allen, die mir in den letzten 23 Jahren geholfen haben, das zu tun und zu leben, was das Schönste überhaupt ist: Rennen zu fahren und das Gefühl durch und durch zu leben. Doch nun muss ich erst einmal schlafen und freue mich dann auf meine Kinder.» (Quelle:Kawasaki-Racing)

Max Kappler: Ein neuer Job

Bei der IDM Supersport 300 schaut auf dem Sachsenring auch WM-Pilot Max Kappler mit seiner Freudenberg-KTM vorbei. Das Team hatte auf die WM-Reise ins Corona-Risikogebiet Spanien verzichtet und Kappler testet nun Teile und Abstimmung auf der GP-Strecke. Eine neue Aufgabe hat er ab sofort auch und steht im diplomatischen Dienst seiner Heimat.

Der 22-jährige Motorradfahrer darf sich nun offiziell Botschafter für das Land Sachsen nennen. Auf seiner Facebook-Seite verkündete er: «Ich bin wahnsinnig stolz, bekannt zu geben, dass ich Botschafter für mein Bundesland Sachsen sein darf. Es ist solch eine große Ehre für mich. Ich möchte mich ganz herzlich bei der Staatskanzlei für dieses Vertrauen bedanken.» Auch neben der Strecke engagiert sich Maximilian Kappler. Gemeinsam mit dem Meißner Künstler Kay LEO Leonhardt stellte er im Rahmen der Teampräsentation 2018 auf der SachsenKrad in Dresden ein Projekt zugunsten des Charity-Projekts HOPE-Gala Dresden vor. Der Maler LEO, bekannt durch seine typischen Vögel, individualisierte Kapplers 2018er Helm an jedem Renntag ein bisschen mehr. Der Helm wurde am Ende der Saison versteigert, der Erlös ging an die HOPE-Gala.

Schleizer Dreieck: 150 Zuschauer erlaubt

Die Internationale Deutsche Supermoto Meisterschaft auf dem Schleizer Dreieck kann Ende September mit Publikum stattfinden. Das sagte Vereinssprecher Achim Strauß vom MSC Schleizer Dreieck gegenüber MDR Thüringen. Das Hygienekonzept sei durch das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises bestätigt worden. Demnach dürfen pro Tag 150 Zuschauer die Motorradrennen verfolgen, für die sich bereits 200 Rennfahrer angemeldet haben.

Seit dem Corona-Lockdown ist die IDM Super Moto die erste große Rennveranstaltung auf dem Dreieck und wird in diesem Jahr vom 25. bis 27. September stattfinden. Eine IDM-Veranstaltung nur für den Straßenrennsport findet in dieser Saison nicht statt.

Moritz Jenkner: Einmalige Sache

Eigentlich wollte Moritz Jenkner in diesem Jahr keine IDM-Rennen bestreiten, aber den Start vor der Haustür auf dem Sachsenring lässt sich der 19-jährige Hohenstein-Ernstthaler nicht nehmen. Jenkner hat sich als Gastfahrer in der Superstock 600-Klasse angemeldet. «Ich wohne dort, mein Teamchef Frank Peitz von PZmotorsport kommt aus der Region. Und es war immer mein größter Wunsch, ein IDM-Rennen auf dem Sachsenring zu fahren», erklärt der Yamaha-Pilot. Der Aufwand hält sich in Grenzen: keine große An- und Abreise, überschaubare Kosten. «Aber es bleibt bei dieser einen Veranstaltung», stellt Jenkner klar, der mit dem Fahrrad zehn Minuten bis zur Rennstrecke braucht.
Die IDM Superstock 600 ist ins IDM Supersport 600-Fahrerfeld integriert. Die beiden Klassen sind äußerlich einfach zu unterscheiden. Die IDM Supersport 600-Piloten fahren mit blauen Startnummern auf weißem Grund, die IDM Superstock 600-Teilnehmer mit weißen Nummern auf blauem Grund. Moritz Jenkner wird demzufolge eine weiße Nummer haben. Meisterschaftspunkte erhält er als Gastfahrer aber nicht. (idm.de)

Julian Puffe: Kurzer Abstecher

Aktuell ist der Schleizer in der IDM Superbike für das Team HRP auf dem Sachsenring beim zweiten von vier IDM-Events unterwegs. Vorher machte er gemeinsam mit Honda-Kollege Alessandro Polita noch einen kurzen Abstecher. «Letzte Woche ging es für meinen Teamkollegen und mich an den Slovakiaring! Diesmal als Instruktor für Honda Motorrad und Racecamp Racetrack Events», erzählt er. «Dabei konnte die neue Honda Fireblade CBR1000 RR-R als Straßenversion getestet werden. Die Straßenmaschinen durften wir auch des Öfteren für uns testen und dabei haben wir gleich ein paar Aufnahmen gemacht.»

GERT56: Danksagung an IDM-Pilot

Nach dem Superstock-Sieg beim Langstrecken-WM-Lauf in Le Mans wandte sich Teammanager Karsten Wolf über die Facebook-Seite des Teams mit bewegenden Worten an seine Mannschaft um Toni Finsterbusch, Lucy Glöckner und Stefan Kerschbaumer. «Neben der außergewöhnlichen Leistung von Fahrern und Team möchte ich mich ganz herzlich bei Pepijn Bijsterbosch bedanken», ist dort auch noch zu lesen. «Er hat mir die Hand gereicht, wo ich Hilfe brauchte. Er ist als toller Rennfahrer und Mensch den Weg mitgegangen und mit uns 2019 Vizeweltmeister geworden. Um dieses Monster Le Mans zu besiegen, haben wir vier gleich gute Fahrer aufgeboten und ich stand als Teammanager vor der schwierigsten Entscheidung in all den Jahren. Wenn Unterschiede zu Nuancen werden, wenn Entscheidungen auf Prognosen über den zu erwartenden Renn- und Wetterverlauf fußen, dann werden Entscheidungen, wer fährt und wer nicht, immer schwerer erklärbar. Ich bedanke mich bei Pepijn für seine Loyalität und Freundschaft und wünsche Ihm alles Gute und hoffe, dass unser menschliches Band für immer erhalten bleibt. Danke Pepijn!»

Kevin Michel: Baby statt Moped

Kevin Michel setzt durchaus Prioritäten. «Der Rennsport steht ziemlich weit oben, aber meine Familie steht noch höher.» Der 31-jährige Yamaha-Pilot aus Meggen in der Schweiz lässt die IDM-Runde auf dem Sachsenring sausen. Sein schönster Grund: Die Geburt von Tochter Mia Valentina. Die junge Dame erblickte nach einem 18-Stunden-Marathon im Kreißsaal am vergangenen Wochenende das Licht der Welt. «Ich wollte dabei sein und meine Frau unterstützen», erzählt Michel. «Mein Team TGRT Racing e.V., meine Frau und ich hatten uns eine Deadline gesetzt. Wenn das Kind nicht bis zum 4. September um Mitternacht kommt, dann fahre ich nicht zum Sachsenring.» Genauso ist es passiert. (Quelle: idm.de)

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