Jan Mohr: Potential da, IDM-Resultate ausbaufähig

Von Esther Babel
IDM Superbike
Der Österreicher vom Team Hess Racing blickt auf seine IDM Superbike-Saison 2020 zurück und analysiert die vier Rennen. Seine Ergebnisse rufen bei Jan Mohr keine Jubelstürme hervor, doch die Richtung stimmt für 2021.

Im Jahr 2017 war der Österreicher Jan Mohr noch im Yamaha-R6-Dunlop-Cup eher mittelprächtig unterwegs gewesen. Inzwischen ist der 22-Jährige aus Hohenems ein fester Bestandteil der IDM Superbike und jederzeit für einen Top-Ten-Platz gut. Auf der aktuellen Gesamtabrechnung taucht er mir 33 Punkten auf Platz 12 auf. «Puh, was soll ich sagen, die Saison 2020 verlief nicht, wie ich sie mir vorgestellt hatte», meint er beim Blck auf die Tabelle. «Zuerst möchte ich aber meinem Team Hess Racing, meiner Crew, meiner Familie und all unseren Partnern für ihre Unterstützung in dieser, für uns alle schwierigen Zeit, danken. Es ist nicht selbstverständlich, dass in Zeiten der Krise, Ressourcen und Zeit in den Sport investiert werden. Daher ein riesengroßes Dankeschön an Euch alle.»

Als Teamkollege des Schweizer Meisters Dominic Schmitter hatte Mohr einen flotten Teamkollegen, an dem er sich auch unter der Saison orientieren konnte. Doch wie für alle anderen begann auch für Mohr das Jahr mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Eine Woche, bevor es mit dem Team Hess zu Testfahrten nach Spanien gehen sollte, wurden die Grenzen und die Rennstrecken dichtgemacht. «Ob es noch eine IDM Saison geben würde, war ungewiss», erinnert sich Mohr an den ersten Lockdown. «Das war eine schwierige Zeit, denn ich war top fit, hochmotiviert und wollte endlich loslegen. Mehr als drei Monate später zeichnete sich ab, dass 2020 noch IDM Läufe stattfinden würden und wir machten uns zu den ersten Tests auf. Diese liefen sehr gut. Ich fuhr nahezu überall schneller als mit der Vorjahresmaschine und war richtig gut drauf.»

Doch Testfahrten sind das eine, Rennwochenenden das andere. Allen Beteiligten war klar, dass man sich bei der Mini-Saison mit vier Events à zwei Läufen keine gröberen Schnitzer würde erlauben können. «Der Freitag war ein Befreiungsschlag», berichtet Mohr vom IDM-Auftakt in Assen. «Ich war in jeder Session vorne dabei und in den kombinierten Zeitenlisten Fünftschnellster. Eine Steigerung zum letzten Jahr, obwohl das Niveau der Klasse durch Neuankömmlinge wie Folger, Alt, Leonov, etc. deutlich gestiegen war. Am Samstag bekamen wir dann eine saubere Watschn. In meiner Out-Lap im ersten Quali begann es leicht zu regnen. In Kurve 9 war es noch trocken. In Kurve 10 komplett nass. Damit hatte ich nicht gerechnet und als ich bemerkte, dass das Wasser schon stand, flog ich bereits in hohem Bogen, kopfüber von meiner R1. Ich musste ins Krankenhaus und hatte keine gezeitete Runde. Mit leichter Gehirnerschütterung konnte ich am Sonntag starten, allerdings von Startplatz 30. In Lauf 2 schaffte ich es noch auf Rang 12, aber mehr war nicht drin.»

Vor allem der ehemalige MotoGP-Pilot Jonas Folger hatte die Schrauben in Sachen Rundenzeiten ordentlich angezogen und war auch am Sachsenring das Maß der Dinge. Mohr schaffte in Lauf 2 die Pace der Verfolgergruppe, die sich um die beiden verbliebenen Podestplätze balgten, doch ein wenig prickelnder Start warf den Österreicher zurück und die Lücke nach vorne liess sich mal nicht so eben schließen. Ein zehnter und ein achter Platz die Ausbeute bei IDM-Event-Nummer 2.

«Am Lausitzring starteten wir wieder ausgezeichnet in das Wochenende», so der Bericht von IDM-Wochenende Nummer 3. «Rang 5 in den kombinierten freien Trainings und das erste Mal innerhalb einer Sekunde zu Jonas Folger. Im Qualifying fuhr ich zwei sichere Runden und als ich zu pushen begann, verlor ich das Vorderrad in Kurve 4. Im Rennen plagten uns anschließend Probleme mit der Bremse, wodurch ich laut Datarecording in jeder längeren Bremsphase 2 bis 4 Zehntel verlor.»

Auch das vierte und damit schon wieder letzte Wochenende auf dem Hockenheimring lief für Mohr und das Team Hess Racing nicht ganz geschmeidig. Im Qualifying verpasst man durch den Umbau vom Regen- auf das Trocken-Set-up das mit wenigen Minuten eher winzige Zeitfenster, in dem die Strecke halbwegs trocken war. Chancen auf Top-Zeiten hatte Mohr dadurch kein mehr und der Startplatz war eindeutig suboptimal. «In den Rennen konnte ich zwar noch punkten, aber für die Top Ten verlor ich zu viel Zeit in den ersten Runden, da ich von Rang 19 losfahren musste», so Mohr. «Auch wenn die Ergebnisse für mich enttäuschend sind, konnte ich in dieser Saison enorm viel lernen. Besonders was die Entwicklung und Abstimmung des Bikes betrifft. Ich sehe das Jahr 2020 als eine Vorbereitung auf 2021, denn manchmal gewinnt man eben und manchmal verliert man. Es bleibt mir nichts anderes zu sagen als: Fehlerquellen finden, ausmerzen, weiter hart an mir arbeiten und 2021 richtig Gas geben.»

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