Philipp Stich: IDM-Pilot ohne Fixateur entlassen

Von Esther Babel
IDM Supersport 600

Für den Schleizer Philipp Stich werden die Folgen des IDM Superstock-Finales auf dem Hockenheimring noch lange spürbar sein. Immerhin ist der Zimmerer inzwischen wieder zuhause. Hausbau und Firma müssen warten.

Mit seiner Yamaha R6 ist Philipp Stich als reiner Privatier in der IDM Superstock 600 unterwegs. Der 31-Jährige träumt nicht von einer großen Karriere auf der internationalen Bühne und bezeichnet sich selbst als Hobby-Pilot auf hohem Niveau – und bildet damit wie so viele andere das Rückgrat der IDM. Denn Stich lässt sich sein Hobby entsprechend was kosten. Doch nach dem Crash in Hockenheim Ende September ist erst mal Pause angesagt für den selbstständigen Zimmerer. Immerhin wurde er dieser Tage endlich aus dem Krankenhaus entlassen und ist schon wieder voller Tatendrang.

«Ich war im ersten Qualifying in Hockenheim auf nasser Strecke gestürzt», beschreibt er die Umstände. «Da die Autos da vorher schon ordentlich Gummi haben liegenlassen, war es auch ziemlich rutschig. Dann streikte auch noch die Elektronik und ich ging halt so mit dem Regen-Set-up raus und wollte wenigstens ein paar gezeitete Runden fahren, um für die Rennen qualifiziert zu sein.» In seiner zweiten fliegenden Runde dann der Abflug vor der ehemaligen Mercedes-Tribüne. Stich hatte seine R6 zwar schon wiederaufgerichtet, war aber zu weit innen. Per Highsider flog er ab. «Ich bin dann stehend auf meinen Füßen gelandet.»

Nach dem Abbruch, Fahrer und Maschinen waren auf der Strecke zu liegen gekommen, ging es für Stich in die Klinik nach Hockenheim. Um 14 Uhr war der Schleizer bereits aus dem OP nach der Erstversorgung wieder raus. Vor allem sein rechtes Bein hatte es erwischt und es war nicht mehr viel an einem Stück. Trümmerbruch in Ferse und Schienbein, das Wadenbein war beim Aufprall seitlich weggebrochen. Das Bein war nach Stichs Beschreibung krumm und schief. Vor der richtigen OP wurde rasch das Gröbste gerichtet und ein Fixateur montiert. Mit dem PKW und Philipp Stich auf der Rückbank ging es nach Plauen ins heimatnahe Krankenhaus.

«Dort wurde der Fixateur auf Karbon umgebaut», schildert Stich. «Sah auch gleich viel sportlicher aus.» Doch zwei Operationen, bei einer wurde der Fixateur dann wieder entfernt, und ein Krankenhausaufenthalt wegen einer leichten Entzündung musste Stich noch mitmachen. Jetzt wurde alles wieder gerichtet, ein neues Stück Knochen eingesetzt und alle Splitter entfernt. Anfang der Woche ging es dann nach Hause. «Acht bis zehn Wochen darf ich das Bein jetzt Null belasten», erklärt Stich. Seine zwei Angestellten in seiner Zimmerei in Schleiz wird er so gut es geht von zuhause aus unterstützen. Mit dem Einzug ins neue Eigenheim wird es wohl dieses Jahr nichts mehr. «Ich habe mir das Haus direkt neben dem alten Start-Ziel-Turm in Schleiz gekauft. Baujahr 1909. Wir haben es erst einmal komplett entkernt.»

An Motorsport denkt Stich im nächsten Jahr wieder. Vorausgesetzt, die IDM Superstock 600 bleibt auch weiterhin Teil der IDM. «Denn die IDM Supersport ist für so Leute wie mich finanziell nicht machbar», lautet seine nüchterne Aussage. «Klar fahren solche wie ich im hinteren Drittel des gemeinsamen Startfeldes mit. Aber das sind noch Supersport-Piloten hinter uns, also sind auch wir sportlich und technisch auf einem guten Niveau. Ich bin in meinen drei IDM-Jahren noch nie überrundet worden.»

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