Luca Grünwald als Verwandlungskünstler bei der WM

Von Esther Babel
Luca Grünwald

Luca Grünwald

IDM-Superbiker Luca Grünwald war beim finnischen HRP Suzuki Team eingesprungen, wo er bei der WM in Most den verletzten Eemeli Lahti ersetzte und sich mit den ersten Punkten bedankte. Weiter geht es jetzt in Assen.

Luca Grünwald war schon immer ein gefragter Fahrer für alle Fälle. Der 26-Jährige aus dem oberbayrischen Waldkraiburg fuhr schon alle möglichen Renngeräte in den verschiedensten Serien und Meisterschaften. Grünwald hat in seiner langen Karriere bereits auch einiges an WM-Erfahrung gesammelt. Ein Start in der Supersport-600-WM war allerdings ein Novum für den aktuellen deutschen Supersport-Champion.

Durch die Vermittlung seines früheren Teamchefs Thomas Mayer aus Passau kam es erst kurz vor knapp zur Einigung mit dem HRP Team aus Finnland. Für den flexiblen Grünwald stellte das kein Problem dar, zumal das Autodrom Most nur vier Autostunden von seiner Heimat entfernt ist. Auch Grünwalds IDM-Teamchef Jochen Kiefer gab den Segen für den WM-Ausflug auf einer Suzuki.

Freitag: FP1: P29 – 1.38,743 / FP2: P26 – 1.38,374

«Dieses Ding ist mega-kurzfristig zustandegekommen», beschreibt Grünwald seinen ersten Tag. «Dienstags hat mich mein Manager Andi Ledermann erstmals darüber informiert. Nach kurzer Überlegung waren wir uns einig, dass es nie schaden kann, bei einem WM-Lauf an den Start zu gehen. Ausserdem war es eine willkommene Herausforderung für mich. Der Start in das Wochenende verlief etwas holprig, nicht schlecht aber auch nicht der Kracher. Das Niveau dieser Klasse ist in letzter Zeit unglaublich gestiegen und ohne vorherige Testkilometer mit diesem Bike durfte man auch nicht mehr erwarten, als am Ende des Tages herausgekommen ist. Erschwerend kam auch die Umstellung auf die 600er Supersport hinzu. Aber da mussten wir durch. Trotzdem haben wir nichts unversucht gelassen, um uns bestmöglich zu verkaufen.»

Samstag: Vorwärts auf Platz 18

«Ich denke, wir können mit unseren Leistungen soweit zufrieden sein, auch wenn im Rennen ein wenig mehr hätte herauskommen können», erzählt Grünwald weiter. «Mein Start war gut und trotz des üblichen Chaos' in den ersten zwei Kurven konnte ich ein paar Plätze gutmachen. Wenig später hat Martin Vugrinec unmittelbar vor mir einen anderen Fahrer abgeräumt. Das hat ein wenig Zeit gekostet. Doch nach diesem Zwischenfall habe ich mich an ihn angehängt. Ich habe wirklich gekämpft und alles versucht, um ihn zu überholen, was letztendlich nur mit der Brechstange möglich gewesen wäre. Daher bin ich ihm gefolgt, weil seine Pace gut war. Leider wurde dann das Rennen abgebrochen. Unter diesen Umständen war es dennoch ein gutes Ergebnis für uns.»

Sonntag: Punkte für Rang 13

Die zielstrebige Arbeit beider Seiten wurde am Sonntag mit einer Top-Leistung des aktuellen IDM Supersport-Champions gekrönt. Grünwald durfte sich bei seinem Debüt gleich über die ersten Punkte freuen. Es war übrigens auch der erste Punktegewinn für die HRP-Mannschaft.

«Rückblickend war das Wochenende ein ziemliches Abenteuer», so Grünwald. «Aber wir haben uns angesichts der Umstände sehr ordentlich aus der Affäre gezogen. Der 13. Platz und drei Punkte übertreffen die Erwartungen. Das ist auf alle Fälle mehr, als wir uns nach dem guten Samstagrennen insgeheim zu hoffen gewagt hatten. Das Team hat einen super Job gemacht. Ohne lange Anlaufphase hat die Chemie sofort gepasst. Das Rennen selbst hat mit einem guten Start von mir begonnen und ich bin auch gut durch das Chaos am Anfang gekommen. Es hat auch nicht lange gebraucht, bis ich meine Pace gefunden hatte, die ich super konstant bis zum Schluss halten konnte. Vor mir hat sich allerdings schnell eine Lücke aufgetan. Diese konnte ich gegen Rennende auch wieder ein wenig zufahren. Trotzdem war es die meiste Zeit ein einsames Rennen für mich. Ich bin eigentlich nur gegen mich selbst gefahren. Nach vorne ging sowieso nicht mehr viel und den Abstand nach hinten habe ich jederzeit gut kontrollieren können. Eine andere Reifenwahl hat wahrscheinlich auch etwas geholfen. Das Motorrad war bis ins Ziel wunderbar zu fahren. Die Jungs aus Finnland haben wirklich fantastisch gearbeitet. Es hat mir großen Spaß gemacht. Vielen Dank nochmals, dass sie mich gewählt haben und ich mit ihnen die Erfahrung Supersport-WM machen durfte. Jetzt kenne ich diese Klasse auch und am kommenden Wochenende wird in der IDM Superbike wieder angegriffen.»

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