Langbahn-WM: Fünf Gründe für den Grand-Prix-Modus

Von Rudi Hagen
Langbahn-GP
Der Langbahn-GP und die Team-WM (Bild) lockten in Vechta immer tausende Besucher an

Der Langbahn-GP und die Team-WM (Bild) lockten in Vechta immer tausende Besucher an

Hört man sich unter Piloten der Langbahn-Weltmeisterschaft um, ob sie zukünftig lieber ein Eintages-Weltfinale hätten oder das GP-System bevorzugen, bekommt man meist Letzteres gesagt. Warum ist das so?

Der Brite Mitchel Godden und andere fordern in einer Petition an die FIM, wieder zum Modus des Eintages-Finales in der Langbahn-Weltmeisterschaft zurück zu kehren. Die WM-Fahrer denken da überwiegend anders. Sie geben dem Grand-Prix-System den Vorzug. SPEEDWEEK.com nennt fünf Gründe, warum die FIM den GP-Modus beibehalten sollte.

1. Mehr Fans haben die Möglichkeit einen WM-Lauf live vor Ort zu erleben.

Viele Langbahnfans sehnen die alten Tage mit dem Eintagesfinale in der Weltmeisterschaft zurück. Wäre es nicht schön, ein WM-Finale auf Sand zum Beispiel in Herxheim, Mühldorf, Vechta, Scheeßel oder Pfarrkirchen zu sehen? Oder auf einer echten Grasbahn wie in Lüdinghausen, Rastede, Osnabrück oder Schwarme? Nicht schlecht, werden deutsche Fans sagen. Aber was ist mit den Franzosen? Morizes, La Reole, Marmande, St. Macaire? Den Niederländern mit Roden und Eenrum? Vielleicht auch ein Lauf im tschechischen Marienbad? Und weitab vom Schuss die Finnen mit Forssa? Für das GP-System spricht, dass hier insgesamt viel mehr Bahnsportfans und die, die es werden könnten, in den Genuss eines Top-Rennens kommen und das in verschiedenen Ländern Europas.

2. Die Langbahn-WM gastiert in verschiedenen Ländern.

Nehmen wir mal an, das Eintagesfinale würde als Modus nach zwölf Jahren wieder eingeführt. Man kann sich ausrechnen, in welchem Rhythmus die Langbahn-WM dann im eigenen Land wieder präsent wäre. Auf jeden Fall viel weniger als im GP-Modus. Alle sechs Jahre in Herxheim oder Mühldorf? Wie schade wäre das denn? Natürlich würden die Hardcore-Fans für ein WM-Finale auch ins Ausland reisen. Aber wieviele würden das wirklich sein? Mit einem Grand Prix vor Ort erreiche ich auch viele Nicht-Bahnsportfans, die bei geschickter Werbung neugierig auf so ein Rennen sind und ihr Eintrittsgeld bezahlen. Das tut der Popularität des Bahnsports gut.

3. Für die Sponsoren erhöht sich die Werbewirksamkeit.

Für die Fahrer ist es natürlich attraktiver, wenn sie ihren Sponsoren mehrere Rennen anbieten, anstatt nur eines und sich damit besser verkaufen können. Wenn potentiellen Sponsoren das Produkt GP-Modus angeboten wird, welches sich über die Ländergrenzen hinweg erstreckt, also international ist, kann sich die Gewinnspanne für den einzelnen Piloten erhöhen und ist auch für den jeweiligen Veranstalter attraktiv.

4. Die meisten Fahrer votieren für den Grand-Prix-Modus.

Wenn man über ein Thema diskutiert, gibt es immer gegenteilige Meinungen. In diesem Fall stehen sich Fans, die ein spannendes Eintagesfinale favorisieren und sich dabei vielleicht an frühere Zeiten erinnern, wie 1995 in Scheeßel mit dem Ausfall Karl Maiers kurz vor dem Ziel und dem Stechen zwischen Simon Wigg und Kelvin Tatum auf der einen und die Meinung der meisten WM-Fahrer auf der anderen Seite gegenüber. Sie wollen das bisherige GP-System beibehalten. Und ihre Meinung zählt, denn sie sind die Protagonisten, die zentralen Gestalten dieses Geschehens, welches heißt Langbahn-Weltmeisterschaft. Sie müssen das teure Material kaufen und unterhalten und sie riskieren ihre Gesundheit und ihr Leben auf der Bahn. Daher muss ihre Meinung höher bewertet werden.

5. Der Grand-Prix-Modus ist am fairsten.

Alle Fahrer sind der Meinung, dass im GP-Modus die Weltmeisterschaft eben nicht nur über die jeweilige Tagesform oder die Faktoren Glück oder Pech wie im Eintagesfinale entschieden wird. Im Grand-Prix-System dagegen müssen die Piloten ihre Qualität auf zum Teil unterschiedlichen Bahnen beweisen. Was sagte Michael Härtel (22), der Langbahn-Vize-Weltmeister von 2017 aus Dingolfing dazu? «Die Langbahn-WM sollte definitiv im GP-System ausgetragen werden. Ich denke, nach fünf Grands Prix wird ein würdiger Weltmeister gekürt, der über fünf Rennen auf fünf verschiedenen Bahnen gute Leistungen gebracht hat. Bei einem Eintagesfinale kann auch ein Außenseiter gewinnen, der Glück und einen guten Tag hat, der vielleicht aber über mehrere Rennen nicht der Beste ist.»

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