Sam Lowes: «Würde gern wieder ein MotoGP-Bike fahren»

Von Simon Patterson
Moto2
Sam Lowes

Sam Lowes

Auf der Marc-VDS-Kalex kehrte Sam Lowes in der Moto2-Saison 2020 nach vier Jahren wieder auf die Siegerstraße zurück. Einen neuen MotoGP-Versuch schließt er nicht aus, aber nicht um jeden Preis.

Obwohl Sam Lowes wegen einer Schulterverletzung beim Moto2-Saisonauftakt in Katar zum Zuschauen verdammt war, stand er nach der Corona-bedingten Zwangspause insgesamt sieben Mal auf dem Podest und erkämpfte sich mit drei Siegen in Folge (Le Mans, Aragón 1 und Aragón 2) die WM-Führung. Auch wenn er auf die Zähne biss, blieb dem Supersport-Weltmeister von 2013 der Moto2-Titel wegen der Nachwirkungen seines Trainingssturzes von Valencia am Ende aber verwehrt.

In der Moto2-Klasse fühlt sich Sam beim Team Estrella Galicia 0,0 Marc VDS bestens aufgehoben, gemeinsam jagen sie 2021 die WM-Krone. Der Gedanke an einen erneuten Anlauf in der Königsklasse – nach der erfolglosen Aprilia-Saison 2017 – reizt ihn aber: «Natürlich möchte man es probieren. Ich würde auch nur gern wieder ein MotoGP-Bike fahren, um einfach zu sehen, wie es ist. Ich glaube wirklich, dass ich das vernünftig machen würde. Aber ich weiß es nicht, weil es zuvor nicht so war.»

«Ich bin jetzt anders als damals, ziemlich anders», versicherte der Brite. «Diese Erfahrung hat mich wirklich geformt. Zu Beginn auf keine gute Weise, aber jetzt ist es mir gelungen, die guten Dinge daraus zu ziehen, und es hat mir geholfen in gewissen Situationen weniger naiv zu sein. Wenn ich es noch einmal versuchen würde, dann habe ich das Gefühl, dass ich in einer viel besseren Position wäre.»

Der Dritte der Moto2-WM 2020 weiß aber auch: «Im bin jetzt 30, aber ich weiß nicht, ob das Alter einen großen Unterschied macht. Wenn man die Weltmeisterschaft gewinnen würde, ist es anders. Dann würde man vielleicht wieder eine Chance in der MotoGP bekommen. Auch diese Saison war gut, ich war schnell. Und am Ende ist das Alter nur eine Zahl, wenn du motiviert und bereit bist, dann ist es in Ordnung.»

Lieber fährt Sam aber in der Moto2-Klasse an der Spitze mit, als in der Königsklasse am Ende des Feldes, stellte er klar: «Ich werde nicht in die MotoGP gehen, nur weil ich ein MotoGP-Bike fahren will. Das habe ich schon gemacht und ich habe es nicht genossen. Ich hätte aber nichts dagegen, noch einen Versuch zu starten – wenn ich die richtige Situation vorfinde.»

«Ich habe seither aber nicht mehr daran gedacht zurückzukehren, weil es Scheiße gelaufen ist. Aber wenn man eine andere Perspektive einnimmt und sich diese Saison ansieht, dann würden einige Leute sagen, dass ich ein MotoGP-Bike fahren könnte – warum nicht. Ich war in dieser Saison auf unterschiedlichen Strecken schnell, ich habe meinen Fahrstil ein bisschen verändert, ich bin smoother auf dem Bike», zählte der sechsfache Moto2-Sieger auf.

Dass Aprilia noch immer das MotoGP-Schlusslicht bildet, bestärkt ihn in seiner Auffassung. Eine künftige Rückkehr zum Hersteller aus Noale schließt er aus. «Wenn andere Fahrer auf das Bike gesprungen wären und gut gewesen wären… Aber es erging auch Scott [Redding] gleich nach mir so. Und dann wechselte er in die Britische Superbike-Meisterschaft und gewann Rennen. Jetzt sagen die Leute, er könnte in die MotoGP zurückkommen, damals haben sie ihn ausgelacht. Denn jetzt wurde er wieder in eine richtige Perspektive gerückt, weil er immer ein guter Fahrer gewesen ist. Das alles hat mir viel geholfen.»

«Es muss sich einfach die richtige Gelegenheit ergeben», fasste Sam Lowes, dessen Zwillingsbruder Alex in der Superbike-WM mitmischt, zusammen. «Ich respektiere alle Klassen und alle Fahrer und ich weiß, dass du – egal in welcher Klasse – nur gut abschneiden kannst, wenn du eine gute Gruppe um dich herum und ein gutes Motorrad hast.»

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