Augusto Fernandez: Wechsel brachte fehlenden Schritt

Von Nora Lantschner
Jubel um Augusto Fernandez

Jubel um Augusto Fernandez

Für die Moto2-WM 2022 kam Augusto Fernandez in das Red Bull KTM Ajo Team von Meistermacher Aki Ajo. Nach einem Daumenbruch im Februar und einem holprigen Saisonstart blühte der Spanier auf.

Augusto Fernandez gewann zwar 2019 im FlexBox HP 40 Team von Sito Pons bereits drei Moto2-Rennen. Nach dem Wechsel zu Marc VDS, wo er kurzfristig als Nachfolger für Alex Márquez engagiert wurde, folgte aber eine lange Durststrecke. Erst nach 651 Tagen kehrte er in Assen 2021 auf das Podium zurück, fünf weitere Podestplätze folgten im Vorjahr. Auf die Siegerstraße fand er dann beim diesjährigen Frankreich-GP zurück.

Damit nicht genug: Auf der Kalex in den Red Bull-KTM-Ajo-Farben stieg der 24-jährige Spanier mit insgesamt drei Siegen aus den ersten elf Rennen erstmals auch zum ernsthaften Titelanwärter auf. In die Sommerpause ging er nach zwei Triumphen in Folge (Sachsenring und Assen) punktgleich mit Celestino Vietti an der Spitze der Tabelle.

Als entscheidenden Faktor sieht Augusto Fernandez den Wechsel ins Red Bull KTM Ajo Team, das die Moto2-WM im Vorjahr mit Remy Gardner und Raul Fernandez dominierte: «Zum Team zu stoßen bedeutete, den Schritt nach vorne zu machen, der mir in der Moto2 gefehlt hat. Nach einem guten Finish in der letztjährigen Saison, in der ich meine Form wiederfand, war das der Schritt, der es mir ermöglicht, um den Titel zu kämpfen. Das war seit Jahren mein Ziel und Teil dieses Teams zu sein, das die Erfahrung hat, in jedem Jahr um die WM zu kämpfen, war das, was ich für diese Saison wollte.»

«Die letzten paar Rennen waren die besten, das Ende der ersten Saisonhälfte war sehr gut. Mit zwei Siegen in Folge in die Pause zu gehen, war unglaublich. Mehr kann man sich nicht wünschen», weiß Augusto. Zu seinem bisherigen Highlight befragt verriet er: «Das gesamte Wochenende in Deutschland war großartig, weil wir konstant vorne lagen und einen großartigen Job gemacht haben. Die Dutch TT war auch sehr gut, alle Siege waren großartig. Wenn ich aber einen auswählen müsste, wäre es der Sachenring-Sieg.»

Entsprach die erste Saisonhälfte insgesamt seinen Erwartungen? «Zu Beginn des Jahres hatte ich dieselben Erwartungen – um den Moto2-Titel zu kämpfen», schickte Fernandez voraus. Allerdings gab er auch zu bedenken: «Mit dem Start in die Saison, den wir hatten, wurde alles ein bisschen schwierig. Wir verloren im Vergleich zu den Führenden viele Punkte, aber nie die Hoffnung. Wir sagen immer, die Saison ist noch lang – aber die Ergebnisse kamen nicht. Seit wir in Europa sind, lief auf der Strecke aber alles gut – vor allem seit dem vierten Platz in Jerez und dem Sieg in Le Mans.»

«Wir übertrafen die Erwartungen, die wir zum Beginn der Saison hatten, aber nicht das, was wir vor dem Beginn der Saison erwartet hatten. Wir sind da, wo wir sein müssen», unterstrich der dreifache Saisonsieger.

Tatsächlich: Nach fünf Rennen lag Fernandez bereits 59 Punkte hinter Vietti zurück, nach elf sind sie wieder gleichauf.

Im Qualifying sieht der 24-Jährige aus Madrid aber noch Verbesserungspotenzial: «Darauf müssen wir uns fokussieren und daran müssen wir arbeiten, weil es wichtig ist, auch am Samstag schnell zu sein. Wir haben immer die Pace, um vorne dabei zu sein. Es gibt jedoch Strecken, auf denen es schwieriger ist, um die Podestplätze oder den Sieg zu kämpfen, wenn du weit hinten losfährst. In Assen und Montmeló war das nicht der Fall, aber in Mugello. Das Risiko ist höher, wenn man weiter hinten startet.»

Abgesehen davon will Augusto Fernandez den eingeschlagenen Weg fortsetzen. «Das Ziel ist, die Moto2-WM zu gewinnen», bekräftigte er. «Aber wir werden es Rennen für Rennen angehen und an jedem Wochenende unser Bestes geben. Klar, wenn ich die Möglichkeit sehe, mehr Rennen zu gewinnen, werde ich es versuchen, aber ohne verrückt zu werden. Es ist wichtig zu wissen, wie man an schlechten Tagen viele Punkte mitnimmt, anstatt zu versuchen alles zu gewinnen. Das ist auch die Mentalität, die wir bis jetzt verfolgten.»

Moto2-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1. Vietti 146 Punkte. 2. A. Fernandez 146. 3. Ogura 145. 4. Canet 116. 5. Arbolino 104. 6. Roberts 97. 7. Schrötter 88. 8. Dixon 76. 9. Acosta 75. 10. Chantra 69. 11. Navarro 66. 12. Bendsneyder 55. 13. Lowes 51. 14. Arenas 45. 15. Beaubier 40. 16. Gonzalez 39. 17. Aldeguer 37. 18. Lopez 35. 19. Alcoba 33. 20. Baltus 16. 21. Salac 14. 22. Dalla Porta 10. 23. Manzi 9. 24. Fenati 7. 25. Rodrigo 6. 26. Zaccone 6. 27. Ramirez 5. 28. Kubo 4. 29. Kelly 3. 30. Pasini 1.

Konstrukteurs-WM:
1. Kalex 275 Punkte. 2. Boscoscuro 57. 3. MV Agusta 5.

Team-WM:
1. Red Bull KTM Ajo 221 Punkte. 2. Idemitsu Honda Team Asia 214. 3. Flexbox HP40 178. 4. Elf Marc VDS Racing 155. 5. Mooney VR46 Racing 146. 6. Inde GASGAS Aspar Team 121. 7. Liqui Moly Intact GP Team 121. 8. Italtrans Racing 107. 9. MB Conveyors Speed up 79. 10. Pertamina Mandalika SAG 61. 11. Yamaha VR46 Master Camp 52. 12. American Racing 43. 13. Gresini Racing 20. 14. RW Racing GP 16. 15. MV Agusta Forward 5.

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