Husqvarna erstmals in der Moto2: Wie es dazu kam

Von Günther Wiesinger
Das IntactGP-Team und der erfolgreiche Moto3-Rennstall von Peter Öttl bündeln für 2023 erstmals ihre Kräfte und Ressourcen, Husqvarna ist in beiden Klassen mit von der Partie. Was Lingg, Öttl und Hainbach dazu sagten.

Mehr als 500 Gaste tummelten sich am Freitagabend in der Party-Location Kaminwerk im schwäbischen Memmingen, wo sich auch das Hauptquartier der Firma Keckeisen Akkumulatoren und des an der gleichen Adresse in Memmingen stationierten Liqui Moly IntactGP-Teams befindet, das 2022 im zehnten Jahr seines Bestehens endlich die ersten Meisterschaften gewann – den MotoE-Weltcup mit Domi Aegerter und die Moto2-Europameisterschaft mit Lukas Tulovic.

In der kommenden Saison tritt die schwäbische Mannschaft, die 2013 erstmals antrat und damals die Zweiradausgabe des erfolgreichen Abt Audi-Rennteams werden wollte, erstmals auch in der Moto3-WM an. Durch das Joint Venture mit Husqvarna-Moto3-Teambesitzer Peter Öttl kam auch die Zusammenarbeit mit der Pierer Mobility AG zustande, sodass die Moto2-Mannschaft von Jürgen Lingg künftig auch das Husqvarna Factory Team bilden wird, wenn auch weiter mit Kalex-Rennmotorrädern.

Die Fahrer in der Moto2-Klasse: Darryn Binder und Lukas Tulovic, während das Moto3-Aufgebot aus Ayumu Sasaki und Collin Veijer besteht, in der MotoE-WM setzen Randy Krummenacher (32) und Hector Garzo die neue Elektro-Ducati ein.

Übrigens: «Krummi» fehlte in Memmingen, weil seine Lebensgefährtin am Dienstag in Italien den ersten gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht hat. Der Schweizer lebt mit seiner italienischen Partnerin Serena seit Jahren am Lago di Trasimeno bei Perugia.

Und Marcel Schrötter, sechs Jahre für Intact in der Moto2 unterwegs, musste sich entschuldigen, weil er an diesem Wochenende im «The Bend Motorsport Park» in Australien mit Kumpel Jack Miller einen Lauf zur Australischen Superbike-Meisterschaft bestreitet. Er hat bei MV Agusta für die Supersport.WM 2023 unterschrieben.

«Max Biaggi und ich haben vier Jahre lang erfolgreich zusammengearbeitet. Wir haben jedes Jahr mindestens einen WM-Lauf gewonnen», hielt Peter Öttl fest. «Die Zusammenarbeit hat meistens gut funktioniert. trotzdem kommt irgendwann die Zeit für eine Veränderung, das ist 2022 passiert, Biaggi wollte 2023 ohne mich weitermachen. Doch diese Absicht deckte sich nicht mit meinen Plänen, denn ich fühlte mich als Teambesitzer und habe deshalb im Sommer die neue Kooperation mit dem IntactGP-Team im Sommer angebahnt. Denn ich wollte eine Anbindung an ein Moto2-Team nach dem Vorbild von Ajo und Martinez, sodass man den Moto3-Talenten eine Aufstiegsmöglichkeit bieten kann. Ich habe diese Idee nach Memmingen gebracht, und glücklicherweise waren die drei Verantwortlichen sehr positiv dazu eingestellt. Nach einigen Gesprächen stand fest – wir machen das gemeinsam.»

Jürgen Lingg, Technical Director, Teamprinzipal und Teamteilhaber bei Intact, hat jahrelang Erfahrung in den kleinsten GP-Klasse gesammelt, zum Beispiel bei Kiefer Racing, bei Aki Ajo und 2011 beim Racing Team Germany, als er mit Sandro Cortese als Crew-Chief zwei 125-ccm-GP-Siege feierte.

«Ich war im ersten Moment schon ein bisschen überrascht», räumte Lingg ein. «Aber bei solchen Gelegenheiten entscheiden wir sehr schnell. Wir haben das dann bei uns intern abgesprochen und uns eine ganze Woche Zeit genommen, um uns dieses Angebot von Peter Öttl zu überlegen. Wir haben das Projekt dann durchkalkuliert und durchgespielt, um zu sehen, ob es machbar wäre. Natürlich war Peter Baumann von Sponsor Liqui Moly ein entscheidender Faktor, denn wir arbeiten seit 2013 eng mit ihm zusammen, auch bei unserem Junioren-Team. Wir kennen uns gut und vertrauen einander. Stefan und Wolfgang sind für solche Pläne sowieso immer affin, deshalb war die Entscheidung nicht allzu schwierig.»

Auch Jens Hainbach, Vice President Road Racing der Pierer Mobility AG mit den Marken KTM, GASGAS und Husqvarna Motorcycles, wollte die Geburtsstunde des neuen Husky-Moto2-Teams in Memmingen unbedingt live miterleben.

«Dass wir bei Intact Husqvarna erstmals auch für die Moto2-WM eingebunden haben, das war mehr oder weniger ein fließender Übergang», verkündete der ehemalige Motocross-Pilot. «Wir mussten nicht lange überlegen, als sich die Chance bot, mit zwei so renommierten Teams zusammenzuarbeiten. Als es um die Möglichkeit ging, diese zwei Rennställe zusammenzuspannen, waren wir natürlich sofort dabei und haben gleich versucht, diese Pläne in die Tat umzusetzen.»


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