Luca Boscoscuro: Was er KTM und WP für 2024 anbietet
Moto2-Motorradhersteller Luca Boscoscuro würde seine Bikes gerne einem Investor verkaufen. Er hofft auf eine Zusammenarbeit mit KTM, GASGAS und Husqvarna für 2024.
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Der italienische Speed-up-Teambesitzer Luca Boscoscuro hat in der vergangenen Saison mit Alonso Lopez zwei Moto2-Rennen gewonnen – in Misano und Phillip Island. Aber nach der Saison 2021 verlor der 250-ccm-Europmeister von 1995 sein Aspar-GASGAS-Kundenteam an Kalex und konnte deshalb 2022 nur noch zwei Bikes einsetzen, während Kalex 26 Fahrer mit Motorrädern ausrüstete.
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Luca Boscoscuro sucht deshalb schon seit Beginn der vergangenen Saison nach Investoren in der Motorradbranche; aber bisher fanden sich keine Interessenten. Auch seine Hoffnungen auf eine Kooperation mit der Pierer Mobility AG mit den Marken KTM (Red Bull Ajo), GASGAS (Jorge "Aspar" Martinez) und Husqvarna (Liqui Moly) haben sich zerschlagen, obwohl Konzernchef Stefan Pierer diesem Projekt beim Valencia-GP durchaus einiges abgewinnen konnte. KTM hat sich als Chassis-Lieferant Ende 2019 nach drei Jahren wieder aus der Moto2-Klasse zurückgezogen, weil der Aufwand von 5 bis 6 Millionen Euro im Jahr nicht gerechtfertigt war und mehr Ingenieure und Budget für die MotoGP benötigt wurden.
Seither treten die Pierer-Teams in der Moto2-Klasse mit Kalex-Motorrädern an – und mit Öhlins-Suspension, obwohl in Munderfing mit dem 500-Mann-Betrieb von WP Suspension Gabeln und Federbeine hergestellt werden, die von der Pierer-Gruppe in der Moto3 und MotoGP verwendet werden.
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Luca Boscoscuro sucht weiter nach einem Partner in der Motorradbranche und ist jederzeit bereit, die von ihm hergestellten Moto2-Rennmaschinen unter einem anderen Branding zu vermarkten. KTM, GASGAS und Husqvarna oder auch Fantic, MV Agusta, Yamaha oder Honda könnten so mit einer eigenen Konstrukteurslizenz in der Marken-WM punkten – wie jetzt KTM und GASGAS zum Beispiel in der Moto3 und MotoGP, obwohl die Bikes der Pierer-Gruppe alle baugleich sind.
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Moto2-Teambesitzer Sito Pons prangerte vor zwei Tagen in einem SPEEDWEEK.com-Interview an, dass nur noch zwei namhafte Moto2-Hersteller um die WM fighten und sich etliche renommierte Hersteller mit den Federn von Kalex schmücken. "Sie nützen die Arbeit und Entwicklung von Kalex, um Werbung für ihre Marke zu machen", prangerte der zweifache Weltmeister an.
"Ich könnte einer Motorradfirma für ein hauseigenes Moto2-Projekt Motorräder liefern und meine Marke Boscoscuro aufgeben, wie ich vor der Saison 2021 schon das Branding von Speed-up aufgeben habe", erklärte Boscoscuro im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. In Österreich war übrigens die Moto2-KTM, die mit Miguel Oliveira und Brad Binder 14 GP-Siege und 2018 und 2019 jeweils den zweiten WM-Platz errang, mit dem Gitterrohrstahlrahmen ursprünglich in enger Zusammenarbeit mit den WP-Ingenieuren gebaut und entwickelt worden. WP hat wohl auch einen Teil des Entwicklungsbudgets beigesteuert.
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Stefan Pierer konnte sich jedoch im vergangenen November bei einem Zustandekommen einer Kooperation mit Boscoscuro auch den Einsatz von Alu-Chassis vorstellen – wie jetzt bei Kalex. Doch inzwischen steht fest: KTM, GASGAS und Husqvarna treten 2023 mit Kalex-Maschinen an. Denn die Pierer Mobility AG will in der kommenden Saison im MotoGP-Titelkampf mitmischen und investiert allein für die Königsklasse 70 Millionen Euro. Luca Boscoscuro: "Konzept für 3 oder 5 Jahre"
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Doch Teambesitzer und Chassis-Hersteller Luca Boscoscuro, der 2023 mit dem starken Fahrerduo Alonso Lopez und Fermin Aldeguer weitermacht, lässt den Kopf nicht hängen. Seine Überlegung: Eine Vereinbarung mit seiner Firma Speed-up wäre für die Pierer Mobility AG nicht teurer als der Kauf von Kalex-Bikes, dazu könnten WP-Produkte verwendet und promotet werden. "Für 2023 ist es inzwischen zu spät. Aber ich würde Pit Beirer gern ein Konzept für drei oder fünf Jahre mit Beginn 2024 unterbreiten", stellte der 50-jährige Firmenchef im Interview mit SPEEDWEEK.com fest. "Ich könnte für die Pierer Mobility AG Moto2-Rennmaschinen für alle drei Marken erzeugen und jedes Motorrad, das meine Firma verlässt, mit WP Suspension ausstatten. Und jede Moto2-GP-Maschine könnte dann mit einem der drei österreichischen Markennamen bezeichnet werden", hält Boscoscuro fest. Der Italiener könnte sich vorstellen, anfangs nur eine der drei Pierer-Marken mit seinen in Italien gebauten Maschinen auszustatten. "Dann hätte ich vier Motorräder im Startfeld. Wir könnten bei jedem Rennen auf dem Podest landen", ist "Boscos" überzeugt.
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