Moto3-Husqvarna 2015: Kein eigenes Technik-Konzept

Von Günther Wiesinger
Moto3
Das Rennen in Silverstone: Danny Kent (aussen), innen Niklas Ajo auf der zweiten Husqvarna

Das Rennen in Silverstone: Danny Kent (aussen), innen Niklas Ajo auf der zweiten Husqvarna

Der KTM-Konzern wird für die beiden Moto3-Husqvarna auch 2015 keine eigenständiges technisches Konzept aus der Schublade ziehen. Statt bei Aki Ajo werden die Bikes bei Calvo eingesetzt.

KTM und Husqvarna setzen 2014 (inklusive Kalex-KTM) zusammen nicht weniger als 19 Moto3-GP-Maschinen ein, Honda nur sechs.

Die Österreicher werden dieses Ungleichgewicht für nächstes Jahr rigoros aus der Welt schaffen, damit HRC nicht weiter einen unlauteren Prototypen-Bau betreiben kann, während im Innviertel eine Kleinserie mit entsprechend grossen Vorlaufzeiten produziert werden muss.

KTM hat für dieses Jahr nicht weniger als 180 Moto3-Rennmotoren hergestellt! Für die Saision soll die Stückzahl auf unter 100 gedrückt werden. «Es werden für die nächste Saison 95 Moto3-Werksmotoren gebaut», verriet Pit Beirer, Head of Motorsport bei KTM.

Die Österreicher werden 2015 nur zehn KTM und zwei Husky an den Start rollen, das restliche Feld sollen sich Honda (bis zu zwölf Bikes müssen sie bei entsprechender Nachfrage bauen) und bis zu acht oder zehn Mahindra aufteilen.

«Wir wollen und werden nicht mehr 18, 19 oder 20 Motorräder für die Moto3-Weltmeisterschaft bauen, weil wir letztendlich auch um den WM-Titel kämpfen wollen. Deshalb mussten wir die Entscheidung treffen, dass bei uns die Motorräder von KTM und Husqvarna wieder baugleich sind. Sonst hätten uns die GP-Funktionäre zu genau auf die Finger geschaut hätten, was wir eventuell mit einer Husqvarna machen», sagt Beirer.

«Wir hätten 2015 in der zweiten Saison mit Husqvarna die Möglichkeit gehabt, technisch einen anderen Weg einzuschlagen», verriet Beirer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Das hätte aber gleichzeitig bedeutet, dass wir bei entsprechender Nachfrage 24 Motorräder bauen hätten müssen, also zwölf KTM und zwölf Husqvarna. Dazu sehen wir uns momentan aus Kapazitätsgründen einfach nicht in der Lage.»

Wie stark hätte sich so eine Husqvarna technisch von der KTM unterscheiden müssen? Beirer: «Du kannst ein ganz anderes Rahmenkonzept entwickeln, eine andere Schwinge, du kannst ein unterschiedliches Motorenkonzept fahren. Es ist ja nicht so, dass wir nur ein Konzept haben. Es wäre für die Marke wichtig, wenn sich die Motorräder unterscheiden. Und es wäre auch für das Wissen in der Firma wichtig. Aber wir haben uns entschlossen, das im nächsten Jahr nicht zu tun.»

Immerhin, die Marke Husqvarna verschwindet nach einem Jahr nicht gleich wieder aus der Moto3-Weltmeisterschaft.

«Nein, es wird 2015 zwei Werks-Husqvarna geben wie in dieser Saison», erläutert Beirer. «Sie werden die Husqvarna-Farben tragen, sich aber technisch nicht von der KTM unterscheiden. Das ist erlaubt. Wir werden also auch 2015 zwei Husqvarna in die Moto3-WM schicken. Aber beim Calvo-Team statt bei Aki Ajo.»

So können die beiden Marken sauberer getrennt werden.

Danny Kent wird Husqvarna verlassen, auch der Verbleib von Niklas Ajo ist fraglich. Ob bei Calvo weiterhin Isaac Vinales und Jakub Kornfeil fahren, steht bisher noch nicht fest.

Beirer: «Wir wissen alle, dass Danny Kent aufs Podium fahren kann. Das hat er auch schon bewiesen, zuletzt mit Platz 3 in Brünn. Aber einmal oder zweimal im Jahr, das reicht halt nicht. Das ist zu wenig.»

In Silverstone brausten die beiden Husky-Piloten Danny Kent und Niklas Ajo im Paarlauf auf die Ränge 9 und 10.

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