SM Wohlen: Bruggman gelingt perfekter Saisonstart

Von René Streuli
Motocross-SM

Luca Bruggmann feierte in Wohlen mit seinem ersten MX2-Tagessieg überhaupt einen optimalen Saisonstart. Laufsieger Killian Auberson und Steve Champal komplettieren das Tagespodium

Bereits im Zeittraining bewiesen die beiden meistgenannten Titelanwärter Killian Auberson (KTM-Suisse) und Luca Bruggmann (Yamaha-Moto Perfections), dass sie aus Sicht der Konkurrenz die zwei grössten Brocken sein werden, die im Kampf um den Meistertitel 2017 als Erstes aus dem Weg geräumt werden müssen.

Auberson, der sich erneut in den Staaten auf die Saison vorbereitet, nahm «Bruggi» im Qualifying über eine Sekunde ab, derweil der ebenfalls als Titel-Mitfavorit gehandelte Enzo Steffen (Honda) auf den Liechtensteiner Bruggmann eine knappe halbe Sekunde verlor.

Dahinter ein dicht gedrängtes Fahrerfeld von gut 13 Fahrern, die sich innerhalb einer Sekunde bewegten. Darunter auch der grosse Überraschungsmann Sébastien Gomez Balli als Vierter, während die in den erweiterten Kreis der Titel-Aspiranten zu zählenden David Schoch, Alessandro Contessi, Nico Seiler und Robin Scheiben die Erwartungen nur bedingt erfüllen konnte. Alessandro Contessi, der mit einen angerissenen Kreuzband antrat und der sich am Samstag am Handgelenk verletzte Nico Seiler, konnten ihre Erwartungen aus nachvollziehbaren Gründen nicht ganz erfüllen. Derweil wusste Maurice Chanton als Quali-Fünfter genauso zu gefallen wie Geheimtipp Loris Freidig mit Quali-Platz acht.

Bruggmans Aufholjagd in Moto 1

«Ein Fahrer neben mir zuckte am Start etwas zu früh, wodurch ich reflexartig mitzog. Genau in dem Augenblick, als ich mein Bike wieder etwas zurücknehmen wollte, fiel der Balken. Dadurch kam ich viel zu spät weg, was mich zunächst ins hintere Mittelfeld zurückwarf.» gab «Bruggi» nach dem Rennen zu Protokoll.

Auberson seinerseits und Überraschungsmann Gomes-Balli, führten das Feld durch die «Holeshot-Ecke», in der ein halbes Dutzend Fahrer in einen heftigen Crash verwickelt wurden - darunter auch Loris Freidig (Husqvarna), für den das Rennen somit bereits gelaufen war, wenngleich er sich nach dieser harten Bodenprobe noch bis auf Rang 22 zurückkämpfte.

Vorne weg zog Auberson seine Kreise, in dem er bis Rennmitte einen komfortablen Vorsprung von gut 20 Sekunden rausfuhr. Hinter ihm folgten Lichtblick Balli, die zwei stark auftretenden Champal und Chanton, sowie Scheiben, Steffen, Schoch usw.

Aus der Tiefe des Mittelfeldes startete Bruggmann seinen Husarenritt; Runde um Runde machte er Plätze gut, bis er mittlerweile in den Top-fünf liegend nochmals zu Boden musste.

Doch der grosse Kämpfer gab nicht auf, sondern arbeitete sich erneut durchs halbe Feld, bis er sich schliesslich am Ende des Rennens auf Platz zwei wiederfand!

Umgekehrt die Leistungskurve von Balli, denn mit offensichtlich schwindenden Kräften, verlor er Platz um Platz; am Ende reichte es immerhin noch für einen beachtlichen Rang elf.
Ähnlich erging es Nico Seiler, der nach starkem Beginn aufgrund seiner lädierten Hand ebenfalls einige Plätze abtreten musste und solider Fünfzehnter wurde.

In die Top-Ten schafften es hingegen auch der überzeugende Kawa-Pilot Robin Scheiben als bärenstarker Dritter, Maurice Chanton, der als Vierter ebenfalls für Aufsehen sorgte, Champal (Rang 5), Enzo Steffen (6.), Tim Jaunin als Achter, der leicht enttäuschende David Schoch (Yamaha) als Neunter und auch der nach ebenfalls starkem Beginn noch auf Rang 10 zurückgefallene Nico Jucker (KTM).

Auberson mit Problemen in Moto 2

Perfekter Start des Liechtensteiners mit der #37, in dem er mit dem Holeshot in der Tasche dem Fahrerfeld sofort davonzufahren versuchte. Am Ende reichte es zu einem nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg. Dem gegenüber stand ein eher mässiger Start des Westschweizers Killian Auberson. Später stellte sich heraus, dass er mit technischen Problemen an seinem Bike zu kämpfen hatte. Seine Schadensbegrenzung gelang recht eindrücklich, denn mit Laufrang sieben sicherte er sich als Tages-Zweier verdientermassen den Platz auf dem Podium.

Tages-Dritter wurde etwas überraschend Steven Champal auf Yamaha, der sich diesen Platz mit zwei starken Darbietungen (5. & 2.) aber sicher verdiente.

Gut zu rehabilitieren vermochte sich auch Enzo Steffen, der nach einem «nur soliden Rang» sechs in Moto 1, als Dritter in Lauf zwei zu überzeugen vermochte. Genauso wie der erneut unbekümmert fahrende Maurice Chanton, der mit Rang vier und Tagesrang vier abermals sehr zu gefallen wusste.

Stark auch die Vorstellungen von David Schoch als Fünfter, bzw. von Loris Freidig als Sechster, der sich nach seinem Pech in Lauf eins eindrücklich zurückmeldete und so seine starken Leistungen in der zweiten Saisonhälfte von 2016 eindrücklich bestätigte.
Herauszustreichen gilt es aber zweifellos die grosse Vorstellung von Luca Bruggmann, der mit etwas weniger Pech in Moto 1, einen perfekten Sonntag hätte feiern können. Doch mit einer bedruckenden Aufholjagd und mit seinem sackstarken Laufsieg in Moto 2 und dem daraus hervorgehenden Premieren-Tagessieg, unterstrich der coole und überall sehr beliebte Liechtensteiner seine Ambitionen auf den MX2-Meistertitel 2017 sehr eindrücklich.

Luca Bruggmann: «Aufgrund meiner letztjährigen Verletzung am Sprunggelenk konnte ich entgegen meinem Vorhaben erst ab Mitte Dezember 2016 mit dem Bike trainieren - ansonsten verlief die Vorbereitung sehr sehr gut - ich habe sehr hart gearbeitet, um auch wirklich bereits zu sein. Nach meinem verbockten Start in Moto eins, arbeitete ich mich vom hinteren Mittelfeld zurück auf P3, als mir mein Vorderrad wegrutschte. Wieder auf P9 oder 10 zurückgefallen, rappelte ich mich wieder auf, versuchte ruhig zu bleiben und kämpfte mich erneut zurück bis auf Platz zwei. Lauf zwei verlief sehr gut; zunächst den Holeshot geholt, dann sofort versucht etwas Abstand zu meinen Verfolgern rauszufahren. Von den Boxen bekam ich Infos, dass Killian nach eher schlechtem Start nur auf Platz sieben oder acht lag. Nachher habe ich das Rennen kontrolliert und sicher nach Hause gefahren. Mein Ziel ist ganz klar der Titel, wenngleich es sehr schwierig wird, denn mit Killian und Enzo Steffen sind starke Gegner da, die dasselbe Ziel haben. Sehr stark gefahren ist heute auch Maurice Chanton, der als 15-Jähriger zwei Mal sehr guter Vierter wurde - auch ihn sollte man sicher im Auge behalten.»

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