Trotz Corona: 4. Talkessel Classics mit Video

Von Thoralf Abgarjan
Motocross
Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen fand am letzten Wochenende auf der WM-Strecke in Teutschenthal die 4. Auflage der Talkessel Classics statt. Am Start waren WM-Protagonisten von gestern und heute.

Trotz der coronabedingten Einschränkungen fand am letzten Wochenende die vierte Auflage der internationalen Talkessel Classics statt. Zuschauer waren zwar nicht zugelassen, doch der Veranstalter durfte wegen der Beschränkung auf 1000 Personen einige exklusive Gästekarten vergeben.

Fahrer aus ganz Europa hatten sich für die Rennen angemeldet. Sie kamen aus Finnland, England, Frankreich, Österreich, Dänemark, Belgien, Holland und dem benachbarten Tschechien in den Talkessel. Selbstverständlich waren auch zahlreiche einheimische Fahrer am Start, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisten.

Diese Art der Veranstaltung ist keineswegs auf gesetztere Herren beschränkt. Es dürfen und sollen auch junge Wilde teilnehmen. Einzige Voraussetzung: Am Start muss ein historisches Bike stehen. So gibt es die Klassen 'Classic', 'Twinshock' und 'EVO' für verschiedenste Altersgruppen der Piloten. Der kürzlich noch in der MXGP startende Tscheche Jaromír Romančík nutzte das Rennen für eine Trainings-Session unter Rennbedingungen mit seiner Retro-Zweitakt-Suzuki RM-250. Er scrubbte und prügelte den Oldtimer wie sein WM-Bike durch den Talkessel. Das war allerdings dann doch etwas zuviel des Guten für das betagte Maschinchen. Ihr kochte das Wasser über, Romančík musste im zweiten Lauf aufgeben.

Es standen auch mehrere WM-Protagonisten früherer Tage am Gatter: Peter van den Nieuwenhof aus den Niederlanden zum Beispiel. Er fuhr in den frühen 1980er Jahren in der 250er Weltmeisterschaft gegen Größen wie Kees van der Veen und Rolf Dieffenbach. In Teutschenthal startete er mit einem ganz speziellen Bike: Eine ČZ mit dem originalen Motor von Paul Friedrichs!

Paul Friedrichs hat den Kessel in den 1960er Jahren häufig zum Kochen gebracht. Seine Erfolge zog die Jugend mit. In seinem Schlepptau wuchsen Fahrer wie Heinz Hoppe oder Joachim Helmhold heran. Beide Protagonisten waren auch dieses Jahr wieder im Fahrerlager des Talkessels anzutreffen. Heinz Hoppe unterstützte tatkräftig den Nachwuchs eines seiner engsten Weggefährten: Rainer Jette.

Erik Jette ist bereits der Enkel von Rainer, dem Talkessel-Sieger von 1972. Mit 18 Jahren war er einer der jüngsten Fahrer im Feld, diesmal unterwegs auf einer 30 Jahre alten Yamaha. Jette, der sonst in der ADAC MX Masters und der deutschen Meisterschaft aktiv ist, hatte in seiner Klasse mit Romančík einen harten Gegner, der erneut zeigte: Beim Motocross zählt vor allem der Fahrer, egal, ob beim Retrocross oder bei aktuellen Rennen.

Vom 18-jährigen zum 80-jährigen Crosser waren es in Teutschenthal nur ein paar Schritte: Herman Leunen aus Arnhem in den Niederlanden startete im Talkessel im Alter von fast 80 Jahren auf einer historischen Bultaco 250 und hielt sich mehr als tapfer im Feld! Dieser Leistung kann man gar nicht genug Respekt zollen.

Natürlich waren bei der 4. Talkessel Classics wieder eine Vielzahl von technischen Raritäten zu bewundern. Besonders beeindruckend: Der Sound der BSA-Viertakter aus den 1960er Jahren und die Cross-AWO von Simson aus den späten 1950er Jahren. Im Talkessel waren auch diverse Sondermodelle zu bestaunen.

Die erschwerten Bedingungen taten der vierten Auflage der Talkessel Classics 2020 also keinen Abbruch. Die Veranstalter setzten das Hygienekonzept konsequent um, das von allen Beteiligten, Aktiven und Gästen auch strikt eingehalten wurde. Das Ordnungsamt, das sogar extra für das Motocrossrennen eine Wochenendschicht einlegte, konnte sich vor Ort von der Einhaltung der Hygienebestimmungen überzeugen.

Somit wurden die 4. Talkessel Classics ein voller Erfolg. Das Wiedersehen alter Freunde verbindet. Das meint auch Harald Mühlig, der die Veranstaltung mit seinem Team vom MSC Teutschenthal trotz aller Hindernisse perfekt organisiert und durchgezogen hat.

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