Uneinigkeit der Fahrer: Ducati nutzte das zum Vorteil

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Weil Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo andere Vorstellungen von der Entwicklung der Aerodynamik der Werksmaschine hatten, musste Ducati in der MotoGP-WM verschiedene Wege einschlagen.

Nach der Saison 2016 wurden in der MotoGP-Klasse die außen liegenden, an der Verkleidung montierten Flügel verboten, die für mehr Anpressdruck des Vorderreifens auf dem Asphalt sorgen. Ende Januar 2017 tauchten beim Sepang-Test alle renommierten Hersteller mit den neuen Downforce-Verkleidungen mit innen liegenden Winglets auf.

Das neue Reglement hatte also nur dafür gesorgt, dass die einfallsreichen Aerodynamiker der Werke mehr Geld und Manpower investierten, um kreative neue Lösungen mit identischem Abtrieb an die Strecke zu bringen. Nur lagen die Winglets jetzt an der Innenseite der Verkleidung.

Für jeden Fahrer können seit 2017 pro Saison zwei unterschiedliche Verkleidungen homologiert werden. Für gewöhnlich entscheidet sich ein Fahrer für eine traditionelle Verkleidung ohne Flügel und für eine mit. Das führt dazu, dass die Hersteller in mehrere Richtungen entwickeln müssen.

Besonders aufwändig wird es, wenn sich die Piloten nicht einig sind, wie es 2018 bei Ducati mit Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo der Fall war. Dovizioso fuhr meist mit der traditionellen Verkleidung, während Lorenzo jene mit mehr Abtrieb bevorzugte.

«Das hat uns dazu gebracht nachzudenken und ein aerodynamisches Paket zu finden, das insgesamt ausgeglichener ist», erzählte Gigi Dall’Igna, General Manager Ducati Corse. «Das Aerodynamikpaket, welches wir 2017 entwickelt haben um mehr Abtrieb zu generieren, hatte bedeutende Nachteile. Diese konnten wir in diesem Jahr vielleicht nicht komplett ausmerzen, aber zumindest entschärfen. Das führte dazu, dass auch Dovizioso diese Verkleidung einsetzen konnte.»

Dall’Igna hofft, dass Ducati auch nach dem Weggang von Lorenzo zu Honda von den für ihn gemachten Entwicklungen profitiert. MotoGP-Neuling Francesco Bagnaia, 2019 im Team Alma Pramac Ducati am Start, sagt, sein Fahrstil sei dem von Lorenzo sehr ähnlich. «Das stimmt, deshalb ist seine Motorradabstimmung nahe an der von Lorenzo dran», bestätigte der Ducati-Rennchef. «Noch kennen wir ihn nicht gut genug, aber es zeichnet sich ab, dass sein Fahrstil dem von Lorenzo gleicht.»

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