Joan Mir (Suzuki): «Näher an die Spitze rankommen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Joan Mir mit der 2019-Suzuki

Joan Mir mit der 2019-Suzuki

Das neue Suzuki-Team wurde heute präsentiert. MotoGP-Rookie Joan Mir sagt, er spüre keinen Druck und möchte sich in der Saison konstant steigern.

Andrea Iannone musste bei Suzuki nach zwei Jahren gehen, weil er sich 2017 wegen seiner Teilnahmslosigkeit und mangelnden Motivation unbeliebt gemacht hatte, als das Motorrad nicht konkurrenzfähig war. Suzuki vertraut 2019 auf den schnellen Alex Rins, der bei den letzten sechs Grand Prix im Vorjahr richtig aufblühte, sechsmal in die Top-6 fuhr und bei den letzten vier Rennen einmal Dritter und zweimal Zweiter wurde.

Und mit Joan Mir, dem Moto3-Weltmeister von 2017 und Moto2-WM-Fünften von 2018, hat Suzuki wohl einen neuen Rohdiamanten unter Vertrag.

«Es ist überflüssig zu erwähnen, dass ich es kaum erwarten kann, mich am Mittwoch in Sepang wieder auf mein Bike schwingen zu können», erklärte Joan Mir. «Das war ein langer Winter, das Fahren mit der MotoGP-Maschine habe ich vermisst. Aber ich habe mich auf das körperliche Training konzentriert, die Ergebnisse können sich sehen lassen. Aber selbstverständlich brauche ich noch viele Stunden auf der Suzuki GSX-RR; es gibt so viele Dinge, die ich noch lernen und verstehen muss. Ich muss die Trainings und Tests effektiver nutzen. und auch dazu beitragen, gemeinsam mit den Ingenieuren das Motorrad besser zu machen. Das Motorrad und ich, das ist ein komplettes Paket, das wir besser und schlagkräftiger machen müssen. Hoffentlich gelingt uns das Schritt für Schritt. Ich spüre keinen Druck, aber natürlich habe ich das klare Ziel, bei den letzten Rennen 2019 mit weniger Rückstand auf den Sieger ins Ziel zu kommen als im Frühjahr.»

Das Suzuki Ecstar Team präsentierte heute sein neues MotoGP-Fahrerduo mit Alex Rins (22) und Joan Mir (21) und das Design der neuen GSX-RR-Werksmaschinen für die Saison 2019.

Suzuki bestreitet in der kommenden Jahr die fünfte Saison mit dem Reihen-Vierzylinder-Konzept. 2002 kam Suzuki mit einem V4-Motor in die neue MotoGP-Viertakt-Klasse, aber dieses Triebwerk erwies sich weder mit 990 ccm noch mit 800 (ab 2007) als konkurrenzfähig. Suzuki beschäftigte Fahrer wie Kenny Roberts junior, Chris Vermeulen, Loris Capirossi und Álvaro Bautista. Aber es gab nur einen Sieg 2007 durch Vermeulen im Regen von Le Mans. Deshalb sperrte Suzuki nach der Saison 2011 zu.

Suzuki brauchte damals Geld, um die 20-Prozent-Anteile von VW zurückzukaufen. Und gleichzeitig wurde Zeit benötigt, um das Reihenmotor-Konzept, das sich bei den Superbikes glänzend bewährt hatte, in die MotoGP-WM zu transferieren. Randy de Puniet agierte als Testfahrer, 2014 debütierte er in Valencia mit einer Wildcard, damals platzten die Motoren noch reihenweise. Aber 2015 und 2016 kehrte Suzuki als Werksteam mit Maverick Viñales und Aleix Espargaró in die MotoGP-Klasse zurück.

Viñales gewann 2016 den Silverstone-GP, danach unterschrieb er bei Movistar-Yamaha. Suzuki entschied sich für eine komplette neue Fahrerpaarung und trat zwei Jahre lang mit Andrea Iannone (3 Mio Jahresgage) und Rookie Alex Rins an.

Nach einer völlig verpatzten Saison 2018 wurde der ehemalige Projektleiter Shinichi Sahara wieder ans Ruder gelassen.

Tatsächlich schaffte Suzuki 2018 eine fulminante Rückkehr und den gewünschten Turnaround: neun Podestplätze im Vorjahr, fünf durch Rins, vier durch Iannone. Nur für einen Sieg reichte es nicht. «Suzuki hat nach der Saison 2017 besser weiterentwickelt als Yamaha», fiel sogar Valentino Rossi auf.

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