Pol Espargaró (KTM): «Wir sind super konkurrenzfähig»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Pol Espargaró

Pol Espargaró

«Die neue KTM fühlt sich insgesamt sehr gut an», strahlte Pol Espargaró nach der siebtbesten Zeit beim Sepang-Test. Aber er warnt vor voreiligen Prognosen.

Pol Espargaró hat die drei Wintertests in Valencia, Jerez und Sepang auf den Plätzen 9, 9 und 7 abgeschlossen. Der Red Bull KTM-Werkspilot spürte in Malaysia deutlich die verbesserte Schlagkraft der KTM RC16. Er hielt sich dauernd in den Top-8 und brauste am Samstag mit Rennreifen sogar zur siebtbesten Zeit des Tages. Der Spanier ist selbstbewusst geworden, er braucht keine Zeitenjagden mehr für sein Ego, er weiß, WM-Punkte werden nur im Rennen verteilt.

Pol ernährt sich seit vier Monaten vegan und ist gespannt, ob er das über die ganze Saison durchhalten kann. Die Bewährungsprobe werde in Jerez kommen, meint er. «Denn dort gibt es den besten Jamon...»

Der Moto2-Weltmeister von 2013 ist überzeugt, dass ihm die neue Ernährung gut tut. «Beim Wintertraining habe ich gespürt, ich habe mehr Kraft als bisher.»

KTM zog in Sepang ein riesiges Testprogramm durch. Pol setzte zwischendurch auch jene ganz neue Chassis-Version ein, die Dani Pedrosa nach den November-Tests in Auftrag gegeben hat, sie behagte Pol genauso wie die neue Karbonschwinge. «Diese Schwinge sorgt für mehr Grip, wenn der Hinterreifen nachlässt, dass wird uns in den Rennen zugute kommen», meint Espargaró. «Das Bike ist damit stabiler.»

Was sagte Pol zu den neuen Prototyp-Testreifen von Michelin, die vorläufig bei den Grand Prix nicht zum Einsatz kommen? «Der weiche Reifen war für meinen Geschmack etwas zu weich. Der Unterschied war nicht riesig, ich bin nur ca. 0,15 sec schneller gefallen als mit den normalen Reifen. Wenn morgen ein Rennen wäre, würde ich diese Reifen nicht auswählen. Es gibt aber einen Compound für hinten, der etwas härter ist, den würde ich eventuell al Rennreifen nehmen. Wir haben keine neuen Vorderreifen getestet. Wir waren sechs Tage in Sepang, aber dafür hatten wir trotzdem keine Zeit… Du kannst dir vorstellen, wie viele Teile von KTM wir durchprobiert haben.»

Wie fühlt sich der letztjährige WM-Elfte Pol Espargaró vier Wochen vor dem Saisonstart in Katar am 8. März? «Ich fühle mich wiklich bereit. Wir waren noch nie so gut vorbereitet wie in diesem Jahr. Wir waren noch nie bei einem Test zeitenmäßig so nahe an der Spitze wie bei diesem Test, und schon gar nicht in Malaysia. Wir sind hier an den drei Tagen super konkurrenzfähig gewesen. Das Motorrad fühlt sich super gut. Ich bin beeindruckt. Ehrlich. Es ist wichtig, bei den Rennen gut abzuschneiden. Es ist aber auch wichtig, in der Vorsaison stark zu sein, weil die ersten Rennen der Saison für uns immer mühsam sind. Bis Jerez hatten wir bei KTM in den ersten Rennen immer ziemlich Mühe. Jetzt kommt mit Thailand im März noch ein viertes Übersee-Rennen dazu. Ich bin froh, dass die Saison 2020 so erfreulich begonnen hat.»

«Wir haben mehr Motorleistung bekommen, das Motorrad ist schneller geworden», fasst Espargaró zusammen. «Die ganze Elektronik funktioniert sanfter, dadurch können wir das Gas etwas früher aufdrehen, das war in Sepang sehr wichtig. Die KTM fühlt sich insgesamt sehr gut an.»

Kann Pol sein Fahrzeug inzwischen gut genug einschätzen, um eine Prognose für die Saison abgeben zu können? «Ja, aber es hängt davon ab, ob sich bei den Rennen etwas ändert. Bei den Tests kann man den Speed des Bikes gut messen. Aber Tests sind nicht immer aussagekräftig. Hier in Sepang waren Petrucci und Bagnaia vor einem Jahr auf den ersten zwei Plätzen... Nachher hatten sie nicht das beste Jahr. Wir müssen also auf der Hut beiben, wir dürfen die Sepang-Zeiten nicht überbewerten. Jetzt gehen wir ab 22.2. zum Test nach Katar... Wir waren bei den Wintertests in Jerez und Sepang schnell. Das gibt uns Mumm. Aber wir müssen auch beim Saisonauftakt in Katar konkurrenzfähig sein und diesen Speed bis zum Finale in Valenca überall durchhalten. Wir haben uns im November für eine Richtung entschieden. Es sieht so aus, als seien wir auf einem guten Weg.»

MotoGP-IRTA-Test Sepang, Sonntag, 9. Februar:

1. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:58,349 min
2. Cal Crutchlow, Honda, 1:58,431 min, + 0,082 sec
3. Alex Rins, Suzuki, 1:58,450, + 0,101
4. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:58,502, + 0,153
5. Valentino Rossi, Yamaha, 1:58,541, + 0,192
6. Danilo Petrucci, Ducati, 1:58,606, + 0,257
7. Pol Espargaró, KTM, 1:58,610, + 0,261
8. Jack Miller, Ducati, 1:58,616, + 0,267
9. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,694, + 0,345
10. Joan Mir, Suzuki, 1:58,736, + 0,387
11. Miguel Oliveira, KTM, 1:58,764, + 0,415
12. Marc Márquez, Honda, 1:58,772, + 0,423
13. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:58,838, + 0,489
14. Andrea Dovizioso, Ducati, 1:58,859, + 0,510
15. Johann Zarco, Ducati, 1:58,951, + 0,602
16. Alex Márquez, Honda, 1:59,042, + 0,693
17. Brad Binder, KTM, 1:59,104, + 0,755
18. Maverick Viñales, Yamaha, 1:59,169, + 0,820
19. Tito Rabat, Ducati, 1:59,549, + 1,200
20. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:59,697, + 1,348
21. Bradley Smith, Aprilia, 1:59,841, + 1,492
22. Takaaki Nakagami, Honda, 1:59,860, + 1,511
23. Iker Lecuona, KTM, 1:59,898, + 1,549
24. Sylvain Guintoli, Suzuki, 2:00,100, + 1,751
25. Mika Kallio, KTM, 2:00,148, + 1,799

MotoGP-IRTA-Test Sepang, kombinierte Zeitenliste:

1. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:58,349 min
2. Cal Crutchlow, Honda, 1:58,431 min, + 0,082 sec
3. Alex Rins, Suzuki, 1:58,450, + 0,101
4. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:58,502, + 0,153
5. Valentino Rossi, Yamaha, 1:58,541, + 0,192
6. Danilo Petrucci, Ducati, 1:58,606, + 0,257
7. Pol Espargaró, KTM, 1:58,610, + 0,261
8. Jack Miller, Ducati, 1:58,616, + 0,267
9. Dani Pedrosa, KTM, 1:58,662, + 0,313
10. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,694, + 0,345
11. Joan Mir, Suzuki, 1:58,731, + 0,382
12. Miguel Oliveira, KTM, 1:58,764, + 0,415
13. Marc Márquez, Honda, 1:58,772, + 0,423
14. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:58,831, + 0,482
15. Andrea Dovizioso, Ducati, 1:58,859, + 0,510
16. Maverick Viñales, Yamaha, 1:58,893, + 0,544
17. Johann Zarco, Ducati, 1:58,951, + 0,602
18. Alex Márquez, Honda, 1:59,042, + 0,693
19. Brad Binder, KTM, 1:59,104, + 0,755
20. Tito Rabat, Ducati, 1:59,549, + 1,200
21. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:59,697, + 1,348
22. Bradley Smith, Aprilia, 1:59,841, + 1,492
23. Takaaki Nakagami, Honda, 1:59,860, + 1,511
24. Iker Lecuona, KTM, 1:59,898, + 1,549
25. Sylvain Guintoli, Suzuki, 2:00,100, + 1,751
26. Mika Kallio, KTM, 2:00,148, + 1,799
27. Lorenzo Savadori, Aprilia, 2:03,150, + 4,801
28. Takuya Tsuda, Suzuki, 2:03,674, + 5,325

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