Zweifel am Jerez-GP, Kritik wegen Las Termas-Termin

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Kann in Jerez von 1. bis 3. Mai gefahren werden?

Kann in Jerez von 1. bis 3. Mai gefahren werden?

Die rasante Ausbreitung der Coronavirus führt bei den Fans zu schlimmen Befürchtungen. Der Jerez-GP am 3. Mai wackelt. Und die Reifenfirmen haben Sorgen wegen Las Termas im November – bei 38 Grad.

Nicht nur in der MotoGP-Weltmeisterschaft geht es wegen der Covid-19-Pandemie drunter und drüber. Der Moto-Event in Doha (8. März) wurde abgesagt, der Thailand-GP in Buri Ram wurde auf den 4. Oktober (statt 22. März) verlegt und der US-GP in Austin vom 5. April auf den 15. November, dazu der Grand Prix auf dem Autódromo Termas de Río Hondo vom 19. April auf den 22. November. Gleichzeitig musste Aragón auf den 27. September ausweichen (statt 4.10.), und der Valencia-GP wurde zuerst auf dem 22. deponiert und einen Tag später auf dem 29. November endgelagert.

Man kann sich ausmalen, dass die Teams mit dem Zeitpunkt des WM-Finales in auf dem Ricardo Tormo Circuit keine Freude haben, weil dort schon Mitte November 2019 frostige Temperaturen herrschten. Weshalb eine Verlegung für die Zukunft auf September oder Oktober gefordert haben. «Rossi: «Das WM-Finale sollte in wärmeren Gefilden stattfinden. Aber die Dorna ist in Spanien daheim. Deshalb will sie das Finale hier haben.»

Inzwischen hat Valencia zugestimmt, nach Auslaufen des aktuellen Vertrags 2021 nur noch alle zwei Jahre einen Grand Prix abzuwickeln.

Inzwischen ist aber aus Argentinien zu hören, dass dort in der Thermenregion in der Provinz Santiago del Estero am 22. November extrem heiße Temperaturen zu erwarten sind.

Der argentinische Journalist Christian Re schrieb auf Twitter, Las Termas de Río Hondo befinde sich im November temperaturmäßig «Tür an Tür mit der Hölle.»

Sein Kollege Francisco Aure: «Es wird keine sehr hohe Luftfeuchtigkeit geben, aber verrückt heiß sein.»

«Es wird so heiß sein wie auf Mercury, aber wir werden trotzdem unsere Freude haben», meinte hingegen Julián Ronaldo Garcia an.» Das soll heißen: Es ist mit 38 bis 40 Grad zu rechnen – wie einst in Katar.

Inzwischen ist zu hören, dass auch die Reifenhersteller Dunlop (Moto2 und Moto3) und Michelin (MotoGP) bereits ernsthafte Bedenken wegen des Río-Hondo-Termins im November geäußert haben. Während sich die Lieferanten der Einheitsreifen wegen Valencia keine Sorgen machen, weil es nicht viel kühler als 2019 sein wird, regt sich bezüglich des Argentinien-GP Widerstand.

Die Reifentechniker befürchten eine ähnliche Luftfeuchtigkeit wie in Sepang/Malaysia und dazu ähnliche Temperaturen (35 bis 38 Grad).

Und das bei einem extrem aggressiven, scheuernden und reifenmordenden Asphaltbelag.

Unterdessen fürchten viele Fans, man werde 2020 gar kein Rennen erleben, zumindest werde der nächste Termin in Jerez/Spanien am 3. Mai nicht gehalten werden können.

Denn in Spanien hat sich die Lage in den letzten zwei Tagen dramatisch verschlechtert: Vorgestern traten 483 neue Fälle auf, gestern kamen 869 neue Covid-19-Infektionen hinzu. Spanien beklagte inzwischen total 86 Virus-Opfer, allein gestern kamen 31 dazu. Zum Vergleich: Aus China wurden gestern nur 18 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Durch die immer heftiger werdenden Grenzschließungen in Europa und die strikten Reisewarnungen der Behörden wird der Großteil der Teams und Teammitglieder irgendwo feststecken. Italien bleibt abgeriegelt, Tschechien und Slowakei sperren die Grenzen zu, Österreich hat für heute «neue Maßnahmen» angekündigt. Auch der deutsche Innenminister Seehofer hat am Donnerstag angewiesen, die Kontrollen an allen Binnengrenzen «noch einmal deutlich zu intensivieren». Für Montag droht in Österreich ein kompletter Shut-down: Ausgehsperre, Restaurants, Bars und alle Geschäfte zu. Ausnahme: Apotheken und Supermärkte – wie in Italien. Auch die Schulen und Kindergärten werden von Montag bis Ostern drei Wochen lang geschlossen.

Denn auf der TU Wien wurde ausgerechnet: Ohne strengere Maßnahmen infiziert ein erkrankter Covid-19-Patient innerhalb einer Woche 140 weitere Personen.

Deshalb wird zum Beispiel in Österreich mit einem exponentiellen Anstieg der infizierten Personen von aktuell 361 auf 1000 am Montag und bis zu 10.000 in einer Woche gerechnet. Deshalb sei die drastische Einschränkung der Sozialkontakte das oberste Gebot der Stunde, betonte der österreichische Gesundheitsminister Rudi Anschober nach einer Konferenz mit den EU-Kollegen.

Wer seine Kontakte um 25 Prozent reduziert, dämmt die maximale Verbreitungschance des Virus um 43 Prozent ein. Wer 50 Personen weniger trifft als üblich, reduziert die mögliche Verbreitung um ca. 80 Prozent.

Die Situation in Italien mit 15.113 Fällen und 1016 Toten untermauert die Hochrechnungen der TU Wien, die auf Erfahrungen mit dem SARS-Virus beruhen. Denn am 21. Februar waren in Italien nur 200 Fälle bestätigt.

Die Beispiele China, Japan und Singapur zeigen: Mit drastischen Maßnahmen lässt sich die Verbreitung des Virus eindämmen oder sogar stoppen.

Der aktuelle Motorrad-GP-Kalender 2020

08. März: Doha/Q (ohne MotoGP
03. Mai Jerez/E
17. Mai: Le Mans/F
31. Mai: Mugello/I
07. Juni: Barcelona/E
21. Juni: Sachsenring/D
28. Juni Assen/NL
12. Juli: KymiRing/SF
09. August: Brünn/CZ
16. August: Red Bull Ring/A
30. August: Silverstone/GB
13. September: Misano/I
27. September: Aragón/E
04. Oktober: Buriram/TH
18. Oktober: Motegi/J
25. Oktober: Phillip Island/AUS
01. November: Sepang/MAL
15. November: Texas/USA
22. November: Las Termas
29. November: Valencia/E

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