2020: Doppeltes Jubiläumsjahr für Suzuki

Von Kilian Reuss
MotoGP
Das Original von 1962 und das neue Suzuki-MotoGP-Design für 2020

Das Original von 1962 und das neue Suzuki-MotoGP-Design für 2020

Die Suzuki Motor Corporation feiert 2020 das 100-Jahr-Jubiläum ihres Bestehens. Außerdem mischte der japanische Hersteller vor 60 Jahren erstmals in der der Motorrad-WM mit. Daran erinnert das Design der MotoGP-Bikes.

Das Suzuki Ecstar Team präsentierte in diesem Jahr ein ganz besonderes Design für die MotoGP-Bikes von Alex Rins und Joan Mir. Denn 2020 begeht Suzuki das 60-jährige Jubiläum im GP-Sport, deshalb bekam die GSX-RR einen neuen Anstrich verpasst: Die Lackierung erinnert an den ersten Titelgewinn durch Ernst Degner 1962 in der Klasse 50 ccm.

Dem vorausgegangen war die Flucht des damaligen MZ-Werksfahrers im September 1961 aus der DDR in den Westen Deutschlands. Degner nahm auch sein vielseitiges Wissen zum Thema Zweitakt-Technologie von MZ mit – und verkaufte es an Suzuki.

Ein Jahr noch Honda hatte Suzuki bei der Tourist Trophy 1960 das Debüt in der Motorrad-WM gegeben. Übrigens: 1963 kürte sich Mitsuo Itoh zum ersten Japaner, der auf der Isle of Man in der Klasse 50 ccm gewann.

Nach Degner bescherten Hugh Anderson (50 ccm 1963 und 1964, 125 ccm 1963 und 1965), Hans Georg Anscheidt (50 ccm 1966, 1967, 1968), Dieter Braun (125 ccm 1970), Barry Sheene (500 ccm 1976 und 1977), Marco Lucchinelli (500 ccm 1981), Franco Uncini (500 ccm 1982), Kevin Schwantz (500 ccm 1993) und Kenny Roberts jun. (500 ccm 2000) Suzuki insgesamt 14 weitere WM-Titel in der Motorrad-WM.

Das GP-Jubiläum ist nicht der einzige Meilenstein, den der japanische Hersteller 2020 erreicht: Die Firma feiert ihr 100-Jahr-Jubiläum.

Am Anfang standen Webstühle

Die Ursprünge der heutigen Suzuki Motor Corporation gehen 100 Jahre zurück auf das Jahr 1909. Firmengründer Michio Suzuki verdiente sein erstes Geld mit dem Verkauf von Webstühlen. In Hamamatsu, rund 200 Kilometer südwestlich von Tokio errichtete er im Jahre 1909 die erste Fabrikationshalle und startete mit der Produktion der Webstühle. Seine Unternehmung florierte prächtig und so folgte im Jahre 1920 der Gang an die Börse als «Suzuki Loom Manufacturing Co.». Danach folgten Motorräder, Autos und Schiffsmotoren.

Trotz des Erfolges seiner Webstühle realisierte Suzuki, dass er seine Unternehmung diversifizieren musste und hielt Ausschau nach neuen Produkten. Basierend auf den Kundenbedürfnissen, entschied er, dass der Bau eines kompakten Autos das erfolgversprechendste Projekt sein würde. Das Projekt begann im Jahre 1937 und innerhalb zwei Jahren hat Suzuki mehrere kompakte Prototypen fertig gestellt. Diese ersten Suzuki Motorfahrzeuge wurden angetrieben von einem damals innovativen, flüssig gekühlten Viertakt-Vierzylinder-Motor. Aus 800ccm Hubraum generierte der Motor eine Kraft von 13 PS.

Die Bestrebungen nach einem eigenen Automobil wurden jedoch durch den zweiten Weltkrieg eingebremst, die Regierung deklarierte den Bau von zivilen Fahrzeugen als «nicht überlebens-notwendige Güter». Suzuki genoss einen hervorragenden Ruf und durfte aus diesem Grund für die Kaiserliche Armee Güter produzieren. Nach dem Krieg konzentrierte sich Suzuki wieder auf die Produktion von Webstühlen.

1951 kollabierte jedoch der Textilmarkt. Konfrontiert mit diesem Zusammenbruch der Textilmärkte besinnte sich Suzuki zurück auf den Fahrzeugbau. 1952 präsentierte Suzuki sein erstes Motorrad, den «Power Free». Das Motorrad war konstruiert um es möglichst kostengünstig und einfach herstellen respektive warten zu können. Bereits im Jahr 1954 war Suzuki als Motorradhersteller derart etabliert, dass 6'000 Stück pro Monat produziert wurden. Dementsprechend wurde auch der Firmenname in «Suzuki Motor Co., Ltd.» umbenannt. Im Jahre 1955 nutzte Suzuki seinen überwältigenden Erfolg bei den Motorrädern um sein erstes Auto auf den Markt zu bringen, den Suzulight. Der Suzulight ist das erste massenproduzierte Auto von Suzuki, dieses wurde gleich zu einem Erfolg und war das erste Leichtbau-Auto in Japan.

Suzuki stellte bereits damals sein Ideenreichtum und seine Bescheidenheit unter Beweis. So war es Suzuki immer ein Anliegen, dass die Produkte qualitativ hochwertig und innovativ jedoch für die Bevölkerung erschwinglich bleiben. Der Suzulight hatte erheblichen Anteil an der Motorisierung Japans und trug somit viel zum Wirtschaftsaufschwung in Japan bei. Jitsujiro Suzuki, der dritte Präsident der Firma, sagte das Vertrauen der Händler, welche seine Autos verkaufen und den Kunden welche die Autos kaufen sei begründet durch die Firmenphilosophie. Suzukis Philosophie war schon immer Produkte herzustellen, welche mit Werten und Nutzen für die Kundschaft dicht bepackt sind, welche die Bedürfnisse der Kundschaft erfüllen und dies zu einem vernünftigen Preis.

Suzuki beginnt mit seiner weltweiten Expansion. Im Jahr 1981 wird mit General Motors ein Geschäftsabkommen abgeschlossen, das die Zusammenarbeit der beiden Hersteller fördert. Ein Jahr später wird mit der indischen Maruti Udyog Ltd. ein Abkommen über die Produktion und den Vertrieb von Suzuki-Fahrzeugen unterzeichnet. Heute ist die Maruti Suzuki Indien die Tochtergesellschaft von Suzuki mit dem höchsten Gewinnbeitrag im Konzern. Maruti Suzuki hält in Indien einen Marktanteil von über 50 Prozent. 1988 wird der Vitara lanciert. Mit diesem Fahrzeug begründete Suzuki bereits vor über 20 Jahren das heute so beliebte SUV-Segment. Insbesondere als ausgewiesener 4x4-Spezialist hat sich Suzuki einen Namen gemacht. So besticht die Suzuki Modellpalette mit intelligenten Allradantrieben.

Suzuki beginnt mit der Lancierung der strategischen Weltmodelle. Diese Weltmodelle zeichnen sich durch Ihre Weltgewandtheit im Design aus, technisch sie sind vor allem auf die anspruchsvollen europäischen Märkte ausgerichtet. Die neuen und total überarbeiteten Modelle bleiben jedoch immer der Suzuki Philosophie treu: Innovativ, Bescheiden und zu einem erschwinglichen Preis. Die Einführung des «New Swifts» im Jahr 2004 war ein großer Erfolg. Er ist der Bestseller in der Suzuki Modellpalette und hat sich in den vier Jahren seit Einführung weltweit bereits über eine Million Mal verkauft. Nach dem Swift folgten überarbeitete Versionen vom Grand Vitara, SX4, Splash und dieses Jahr komplettiert der neue Alto die verbrauchsgünstige Suzuki-Modellpalette. Suzuki hat somit in Zeiten von zunehmendem Individualverkehr und steigenden Treibstoffpreisen mit seinen kompakten und verbrauchsgünstigen Fahrzeugen, genau die richtigen Produkte.

Heute beschäftigt Suzuki mehr als 45.000 Mitarbeitende weltweit. Suzuki verkauft jährlich mehr als 2,6 Millionen Autos in über 120 Ländern. Hinzu kommen noch rund 3,4 Millionen pro Jahr verkaufte Motorräder dazu. Der Absatz der kompakten Außenbordmotoren befindet sich ebenfalls im Wachstum.

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