Paolo Ciabatti: Kein Interesse an Jorge Lorenzo

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Danilo Petrucci (li.) und Andrea Dovizioso

Danilo Petrucci (li.) und Andrea Dovizioso

Ducati hat die Fahrer für das MotoGP-Werksteam 2021 noch nicht fixiert. Die Kandidaten: Dovizioso, Petrucci, Miller, Bagnaia und Zarco. Bessere sind nicht mehr verfügbar.

Der Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti bereitet sich mit seiner Mannschaft auf den Start der MotoGP-WM am 19. Juli in Jerez und auf die Wiederaufnahme der Superbike-WM (sie begann am 1. März 2020 in Phillip Island) in Jerez vor. Die Ducati-Corse-Winnow-Mannschaft wird nicht viele Rennen Zeit haben, um das Werksteam für 2021 zu formieren. Momentan bilden Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci die Mannschaft der Roten; bei Pramac fahren Jack Miller und Pecco Bagnaia, und bei Avintia-Ducati sind Zarco und Rabat unter Vertrag, wobei nur der Franzose seinen Vertrag direkt mit dem Werk in Borgo Panigale unterschrieben hat.

Jack Miller liebäugelt heftig mit einem Platz im Werksteam. Denn Petrucci schwächelte 2019 in der gesamten zweiten Saisonhälfte. «Danilo war nach dem Mugello-Sieg Dritter in der WM, wollte diese Position halten und hat sich zu stark unter Druck gesetzt», meint Ciabatti. «Er ist dann in einen Abwärtstrend geraten.»

Kann sich der Teamchef vorstellen, dass Ducati nächstes Jahr beide Plätze im Werksteam neu besetzt? Ciabatti: «Wir haben noch keine Entscheidungen getroffen. Wir sind aber der Meinung, wenn wir zumindest auf einer Seite der Box Kontinuität hätten, wäre das eine positive Sache. Ganz sicher dauert es einige Zeit, bis man mit einer Ducati in der MotoGP-WM ganz vorne mitfahren kann. Wir haben bei den Wintertests gesehen, dass sich Zarco progressiv gesteigert hat. Aber du kannst auf die Desmosedici nicht draufspringen und sofort gewinnen, besonders wenn du Erfahrungen mit anderen Motorrädern gemacht hast.»

«Wir haben Andrea und Danilo im Werksteam. Auf der anderen Seite haben wir Jack und Pecco, dazu kommt noch Johann bei Avintia», fasst Ciabatti zusammen. «Und wenn wir uns die anderen Fahrer anschauen, die noch keinen Vertrag für die kommende Saison haben, dann sehen wir vorläufig keinen, der sich aufdrängt. Wobei für uns Lorenzo nicht in Frage kommt. Er hat für Yamaha unterschrieben und er will nur Testfahrer sein und keine komplette Saison mehr bestreiten. Das ist möglicherweise die beste Methode für ihn. Er kann beim Fahren mit diesem Bike seine Freude haben. Aber no, no, Jorge ist kein Kandidat für uns.»

Dass Suzuki Ecstar mit Alex Rins und Joan Mir weitermachen würde, hat sich seit dem Winter abgezeichnet, inzwischen sind beide Verträge verlängert worden.

Und Yamaha hat für 2021 und 2022 bereits Maverick Viñales und Fabio Quartararo unter Vertrag genommen.

«Das bedeutet, von den für die Zukunft verfügbaren MotoGP-Piloten sind die besten bereits jetzt in der Ducati-Familie», hält Ciabatti fest.
Mit Fahrern wir Morbidelli, Pol Espargaró oder Oliveira würde sich Ducati gegenüber den vorhandenen fünf Kandidaten (inklusive Zarco) nicht unbedingt verstärken.

Man darf nicht vergessen: Ducati hat mit Dovizioso immerhin den MotoGP-Vizeweltmeister der letzten drei Jahre in der Familie. Und der WM-Sechste Petrucci hat 2019 immerhin in Mugello triumphiert.

Trotzdem wird bei Ducati überlegt, ob Petrucci für 2021 nicht in die Superbike-WM transferiert werden und dort Chaz Davies ablösen soll.

«Vielleicht kommen in der Moto2-WM in diesem Jahr schnelle Fahrer zum Vorschein, aber sie werden nicht für ein MotoGP-Werksteam in Frage kommen. Ein Factory Team hat andere Ziel als ein Kundenteam, das Talent aufbauen soll. Im Werksteam brauchst du Fahrer, die auf Anhieb Rennen gewinnen können. Von dieser Sorte haben wir einige unter Vertrag. Bessere zu finden, ist nicht einfach. Deshalb beschränken sich die Gedanken für die Besetzung des Ducati-Werksteams für 2021 auf jene fünf Fahrer, die wir bereits unter Vertrag haben.»

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