KTM-Test in Spielberg: Mit Masken und Abstandsregeln

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Ready to Race. KTM stellte seinen populären Slogan heute beim MotoGP-Test in Spielberg mit Pol Espargaró und Dani Pedrosa wieder deutlich unter Beweis.

Es sind wegen der Covid-19-Seuche andere Zeiten und andere Begebenheiten, die heute auch im Zusammenhang mit dem Motorsport auf höchster Ebene Gültigkeit haben. Wer heute den ersten MotoGP-Test seit drei Monaten miterlebte, auf dem Red Bull Ring in der Steiermark, sah Testfahrer Dani Pedrosa, wie er sich nach dem Aussteigen aus dem Leihauto nach 8 Uhr früh den Mund-und-Nasenschutz überstreifte und dann mit KTM-Race-Manager Mike Leitner (er war bei Honda elf Jahre lang Crew-Chief von Pedrosa) aus drei Metern Entfernung das Testprogramm besprach.

Pol Espargaró lief unmaskiert und gut gelaunt durch das Fahrerlager, aber in der Box wurden alle Hygienevorschriften und Abstandsregeln brav eingehalten.

Das Red Bull KTM Factory Team setzt sich aus Teammitgliedern aus 17 Nationen zusammen. Der Ersatzteil-Verantwortliche steckt wegen den Reiseverboten und Quarantänebestimmungen auf den Philippinen fest, Rookie Brad Binder kam nicht rechtzeitig aus Südafrika heraus nach Europa und musste den Test in Spielberg sausen lassen.

Bei verschiedenen Telefonkonferenzen während des Shutdowns haben sich Mitglieder des Hersteller-Bündnisses MSMA geeinigt, erstens alle 2020-Moto-Bikes auch gleich für 2021 zu homologieren, zweitens den «concession teams» für diese Saison sechs (statt neun) und den Siegerteams (Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati) vier statt sieben Motoren zuzubilligen.

Drittens dürfen die Neueinsteiger Aprilia und KTM (kein Podestplatz in der Saison 2019) mangels Konzessionspunkten (drei für den Sieg, zwei für Platz 2 und 1 für Platz 3) ihre Motoren und Aero Bodys bis 29. Juni weiterentwickeln. Die anderen Hersteller mussten die Motorenentwicklung für 2020 bereits zum Zeitpunkt des Katar-GP (8. März) einfrieren. Und viertens wurden alle Wildcard-Einsätze für 2020 gestrichen.

«Mir wäre lieber gewesen, wenn alle Hersteller die Entwicklung im März einstellen hätten müssen», sagte Mike Leitner. «Da die Rennabteilung ab Mitte März sowieso einige Wochen zugesperrt war und dann wegen der Abstandsregeln nicht im Vollbetrieb gearbeitet werden konnte, gab es nicht viel Zeit für neue Entwicklungen.»

Dazu haben sich die Teams und Werke geeinigt, in der Moto3 und Moto2-Klasse nur insgesamt zwölf Teammitglieder zu den Grand Prix mitzunehmen. In der MotoGP-WM dürfen die fünf Werksteams 40 Personen ins Fahrerlager einschleusen, die Privatteams je 25. Das ergibt ca. 720 Personen, die grossteils vor der Abreise und dann bei der Ankunft an der Strecke einem SarsCoV2-Test über sich ergehen lassen müssen. Außerdem wird an jedem Morgen beim Eingang zum Paddock das Fieber gemessen. Jede positiv getestete Person wird sofort isoliert und so rasch wie möglich ersetzt.

Red Bull KTM versucht jetzt bereits, bei Pol Espargaró mit reduzierter Mannschaft zu arbeiten und sich somit auf den Ernstfall  vorzubereiten.

Heute früh wurde bei KTM keine Zeit vergeudet, obwohl um 9 Uhr nur 12 Grad gemessen wurden. Um 9.29 Uhr heulte erstmals in der Box ein MotoGP-Motorrad von Pol Espargaró auf. Von 9.36 bis 9.54 Uhr fuhr der Spanier seinen ersten Stint, dann sauste Dani Pedrosa ab 9.54 Uhr für 16 Minuten auf die Strecke. Pol Espargaró rückte von 10.08 bis 10.24 Uhr noch einmal aus, ehe er sich um 10.49 Uhr erstmals in Gesellschaft von Testfahrer Dani Pedrosa auf die Piste begab. Pol Espargaró probierte am Nachmittag einige neue Komponenten aus, es wurden auch neue Elektronik-Set-ups und neue WP-Suspension-Teile ausprobiert.

Während heute in Spielberg den ganzen Tag blauer Himmel und Sonnenschein und 18 Grad vorherrschten, ist für den morgigen Donnerstag in der Steiermark mit Regen und maximal 15 Grad zu rechnen.

«Carpe diem», meinte ein sichtlich erleichterter und mit beträchtlichen Latein-Kenntnissen gesegneter Pit Beirer am Mittwoch in der Steiermark. «Nütze den Tag», heisst das auf Deutsch.

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