Fahrermarkt: Hodgson erklärt den Quartararo-Effekt

Von Nora Lantschner
MotoGP
In Misano forderte Fabio Quartararo Weltmeister Marc Márquez bis auf die letzten Meter

In Misano forderte Fabio Quartararo Weltmeister Marc Márquez bis auf die letzten Meter

Auf der Jagd nach dem Anti-Márquez setzen die MotoGP-Teams zunehmend auf jüngere Fahrer. Der ehemalige GP-Pilot und Superbike-Weltmeister Neil Hodgson erklärt die Entwicklung auf dem Fahrermarkt.

Der Fahrermarkt ist angesichts der Corona-bedingten Zwangspause besonderen Dynamiken unterworfen. So verliert etwa Danilo Petrucci (29) seinen Platz im Ducati-Werksteam ab 2021 an den 25-jährigen Jack Miller, ehe überhaupt das erste MotoGP-Rennen der Saison 2020 gefahren ist.

Alles ist jedoch nicht nur der Coronavirus-Pandemie geschuldet, denn für den inzwischen 41-jährigen Superstar Valentino Rossi stand schon im Januar fest, dass ihm nur zwei Alternativen für 2021 bleiben: Rücktritt oder ein Platz im Satellitenteam Petronas SRT – immerhin mit Factory-Unterstützung von Yamaha. Denn nach seinem beeindruckenden Rookie-Jahr entschied der japanische Hersteller ungewöhnlich früh, dass Jungstar Fabio Quartararo (21) neben dem 25-jährigen Maverick Viñales 2021 und 2022 im Werksteam fahren wird.

Der Superbike-Weltmeister von 2003 und frühere MotoGP-Fahrer Neil Hodgson (46) verfolgt die Entwicklungen auf dem Fahrermarkt nicht zuletzt in seiner Rolle als TV-Experte von «BT Sport» aufmerksam. «Quartararo hat es allen verdorben – oder zumindest den älteren Fahrern», stellte er im MotoGP-Podcast «Last On The Brakes» fest.

«Ich mag Fabio und ich will, dass er gut ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass er es schaffen würde. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht gedacht, dass er die Top-10 anpeilen könnte, und schon gar nicht die Top-5 oder diese ganzen Poles und die Fast-Siege in, ich weiß nicht, wie vielen Rennen», verwies der Brite auf die sechs Podestplätze und sieben Pole-Positions des mit Abstand besten Rookies des Jahres 2019.

«Deshalb schauen sich die Leute jetzt um und die Teammanager denken nach: ‚Wenn ich weiter auf Dovi oder Cal setze oder auf irgendeinen anderen Fahrer über 25, dann hatten sie schon genug Zeit auf der Strecke, sie müssen sich eingependelt haben.‘ Sie werden also nicht ganz plötzlich sehr viel Speed finden, was nicht unbedingt stimmen muss», fuhr Hodgson fort. «Bei einem Fahrer kann es mit einem neuen Team, neuem Bike, neuem Crew-Chief usw. immer noch Klick machen… Und sie können über die Ergebnisse mehr Selbstvertrauen finden, also glaube ich das nicht unbedingt, aber ich denke, dass das einige Teammanager glauben. Quartararo hat großartige Dinge geschafft und nun fragt sich jeder: ‚Wer ist der Nächste?‘ Ist es Jorge Martin? Wer ist der nächste junge Mann?»

«Wenn ich sage, dass Quartararo es für alle anderen MotoGP-Fahrer schwer gemacht hat, dann sage ich das, weil er in der Moto3 nicht umwerfend war und in der Moto2 auch nicht… Wir haben sein Talent bei seinem Sieg in Barcelona gesehen und bei einem weiteren, der ihm dann aber aberkannt wurde. Aber sonst waren es siebte, achte, zwölfte, fünfte und dritte Plätze», erinnerte Hodgson an die Moto2-Jahre des Franzosen. «Als Teammanager denkt man dann darüber nach, wenn man all die Baldassarris, Bastianinis, Navarros oder einen Remy Gardner sieht: Ist es einer von diesen Jungs, soll man einem davon mehr Power geben und auf einmal sagen sie dann ‚das habe ich gebraucht‘ und sind dann Top-5-Fahrer in der MotoGP?»

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