Aprilia: Espargaró will einen starken Teamkollegen

Von Simon Patterson
MotoGP
Cal Crutchlow neben Aleix Espargaró

Cal Crutchlow neben Aleix Espargaró

Aleix Espargaró befürchtet, dass es für seinen Aprilia-Kollegen Andrea Iannone nicht gut aussieht. Der Spanier wünscht sich für die Zukunft einen erfahrenen MotoGP-Piloten wie Cal Crutchlow im Team.

Aleix Espargaró bestreitet 2020 seine vierte MotoGP-Saison für Aprilia: 2017 neben Sam Lowes, 2018 kam und ging Scott Redding, ab 2019 sollte Andrea Iannone für Unterstützung sorgen – aber der Italiener ist seit Dezember gesperrt, weil bei einer Routine-Doping-Kontrolle im Rahmen des Sepang-GP anabolen Steroide nachgewiesen wurden. Ob der Internationale Sportgerichtshof CAS die 18-monatige Sperre verkürzen oder gar auf die WADA-Forderung von vier Jahren eingehen wird, bleibt abzuwarten.

Fakt ist: Solange der Spielberg-Sieger von 2016 ausfällt, übernimmt 2020 Testfahrer Bradley Smith die Renneinsätze auf der neuen RS-GP.

«Wenn wir uns meine Teamkollegen bei Aprilia genauer anschauen, dann war es schon sehr merkwürdig», grübelte Aleix Espargaró. «Ich fahre in vier Jahren neben vier unterschiedlichen Fahrern. Alles sehr talentierte Fahrer, die schon Rennen gewonnen haben – was mir nie gelang. Vielleicht sind sie schneller als ich, auch wenn sie mich nie geschlagen haben. Ich war sehr konkurrenzfähig, aber ich brauche einen Teamkollegen, der mich pusht und mir in der Entwicklung des Motorrads hilft.»

Mit Blick auf Iannone ergänzte der 30-jährige Spanier: «Die Situation von Andrea scheint nicht sehr gut zu sein, auch wenn ich seine Rückkehr wirklich gerne sehen würde, weil er ein sehr schneller Fahrer ist, der mich pushen würde – und das ist das, was ich will. Aber es sieht nicht gut für ihn aus, deshalb ist es eine harte Zeit für Aprilia. Es scheint zudem so, als hätten alle guten Fahrer schon einen Vertrag. Es wäre auch sehr schwierig, einen aus der Moto2 zu holen. Wirklich keine leichte Zeit.»

Auf der Wunschliste der Aprilia-Speerspitze stehen erfahrene Kollegen: «Petrucci und Crutchlow wären großartig für das Projekt», ist er überzeugt. «Danilo könnte das Know-how von Ducati mitbringen und Cal saß fünf Jahre lang auf einer Factory-Honda. Beide sind sehr gute Fahrer.»

Der Wechsel des aktuellen Ducati-Werksfahrers zu KTM scheint aber besiegelt. Bei LCR Honda ist dagegen noch unklar, ob Crutchlow seinen Platz halten kann, wenn Alex Márquez im Kundenteam geparkt werden muss.

Dass die Suche nach einem Top-Fahrer für den Hersteller aus Noale kein einfaches Unterfangen ist, weiß auch Aleix Espargaró: «Natürlich ist die Aprilia keine Honda oder Ducati. Es wäre also nicht einfach für sie. Ich meine damit nicht, dass es ein Rückschritt wäre, aber die Wahrheit ist nun mal, dass die Bikes nicht gleich konkurrenzfähig sind. Sie müssten sich also im Kopf darauf einstellen, aber sie sind schnelle Fahrer und wären herzlich willkommen.»

Massimo Rivola teilte kürzlich im Interview mit SPEEDWEEK.com die Ansicht: «Wir müssen überlegen, ob wir einen Fahrer mit Erfahrung nehmen, weil unser Motorrad brandneu und noch nicht ausgereift ist und wir noch Entwicklung betreiben müssen. Ein Routinier wäre deshalb vielleicht vorteilhaft.» Der Aprilia-Rennchef betonte aber auch: «Vorläufig konzentrieren wir uns darauf, Andrea Iannone in absehbarer Zeit wieder verfügbar zu haben. Deshalb haben wir noch keine Verhandlungen mit Fahrern geführt. Aber sobald klar ist, dass wir Andrea ersetzen müssen, werden wir ernsthaft über die Fahrerfrage nachdenken.»

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